Indonesien: Viele Vermisste nach tragischem Fährunglück
Nach dem plötzlichen Kentern einer Passagierfähre in Indonesien läuft die verzweifelte Suche nach vielen Vermissten. Ihre Zahl wurde zuletzt mit 129 angegeben. Zum Einsatz kommen etliche Flugzeuge und Schiffe. Mehr als 100 Menschen konnten lebend gerettet werden, erst sechs wurden bislang tot geborgen.
Die Fähre "Virgo Transport 8" befand sich am Sonntag mit 213 Passagieren und 30 Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von der Großstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Wegen extrem hohen Wellengangs geriet die Fähre plötzlich in Seenot und kippte zur Seite. Später wurde sie kieloben im Meer entdeckt.
"Es gab keine Warnung"
"Alles ist so schnell passiert. Es gab keinen Alarm und keine Warnung. Es gab keine Anzeichen", berichtete ein Überlebender. Passagiere vor allem in den Kabinen der Economy-Klasse hätten wohl kaum eine Chance zur Flucht gehabt, mutmaßte er.
Rettungsteams befürchten, dass noch Passagiere im Innenraum der Fähre eingeschlossen sein könnten. Die Marine entsandte erfahrene Taucher einer Spezialeinheit und eine Unterwasser-Drohne. Die Einsatzkräfte suchten aber auch auf Hochtouren nach Überlebenden, die möglicherweise auf der Wasseroberfläche trieben, sagte ein Sprecher der Rettungsbehörde Basarnas.

Indonesiens Verkehrsminister Dudy Purwagandhi berichtete, die Fähre sei nicht überladen gewesen. Die Passagierzahl habe unter der Höchstkapazität von 500 Insassen gelegen.
Der weltgrößte Inselstaat ist stark auf Fährverbindungen angewiesen. Reisen zur See sind in dem Land deutlich günstiger und leichter verfügbar als Flüge. Fähren transportieren Passagiere über teils stark befahrene und - bei schlechtem Wetter - auch raue Gewässer. Oft werden Sicherheitsstandards nur unzureichend durchgesetzt, weshalb es häufiger zu Unfällen kommt.
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