Plante Attacke im Staat New York: FBI ködert IS-Anhängerin mit Fake-Bombe aus dem Baumarkt

Plante Attacke im Staat New YorkFBI ködert IS-Anhängerin mit Fake-Bombe aus dem Baumarkt
21.08.2026, 13:07 Uhr

Eine Islamistin plant einen Bombenanschlag in den USA und will dabei möglichst viele Menschen töten. Doch verdeckte FBI-Agenten jubeln ihr einen unbrauchbaren Sprengsatz unter - aus Teilen, die die Frau zuvor selbst in einem Baumarkt gekauft hat.
Weil sie einen Bombenanschlag auf das Kapitol in Albany im US-Bundesstaat New York geplant haben soll, hat das FBI diese Woche eine 35-jährige IS-Anhängerin festgenommen. Sie habe am vergangenen Mittwoch von einem verdeckten Informanten einen Gegenstand gekauft, den sie für einen Sprengsatz hielt. Außerdem habe sie ihm gegenüber zugegeben, "einen Angriff auf das Kapitol" verüben zu wollen, sagte FBI-Sonderagent Craig Tremaroli dem US-Sender CNN.
Ihm zufolge hatte die Frau der Terrormiliz in mehreren Audioaufnahmen die Treue geschworen und mindestens fünfmal Observationen im Kapitol durchgeführt, wobei sie Dutzende von Fotos machte. Sie wollte "so viel wie möglich von dem Gebäude zerstören und die Senatoren während ihrer Sitzung töten", so Tremaroli.
Die Frau wurde wegen des Versuchs angeklagt, dem sogenannten Islamischen Staat materielle Unterstützung oder Ressourcen zukommen zu lassen, sagte John Sarcone, Erster stellvertretender US-Staatsanwalt für den nördlichen Bezirk von New York.
Agent gibt sich als IS-Anhänger aus
Laut der Anklageschrift hatte die Frau zwischen Mai und Juli von mehreren Social-Media-Konten aus Nachrichten verschickt, in denen sie "ihre Unterstützung für den Terrorismus zum Ausdruck brachte". Ab Mitte Juli nahm dann ein verdeckter FBI-Informant Kontakt zu ihr auf, der sich als IS-Sympathisant ausgab. Demnach bat sie ihn um Hilfe bei der "Herstellung von Sprengstoff für einen Anschlag" und löschte anschließend die Nachrichten.
In den folgenden zwei Wochen setzte die 35-Jährige ihren Kontakt zu dem Informanten fort, schickte Fotos des Kapitols und markierte die Stellen, die sie als Ziel anvisieren wollte. Sie verriet außerdem, dass sie die Bombe in der Tüte eines Lebensmittel-Lieferdienstes verstecken und sich selbst als Lieferantin ausgeben wollte, um so Zutritt zu dem Gebäude zu bekommen. Anschließend wollte sie offenbar nach Syrien fliehen.
Anfang August traf sie sich dann mit zwei weiteren Informanten in einem Auto - ohne zu wissen, dass das Treffen aufgezeichnet wurde. Dabei soll sie erneut bestätigt haben, möglichst viele Senatorinnen und Senatoren töten zu wollen. "Ich will dieses Risiko nicht eingehen und dann zwei oder drei Menschen dabei töten - was bringt das schon?"
Bombenutensilien aus dem Baumarkt
Noch am selben Nachmittag fuhren die verdeckten Ermittler die Frau zu einem Baumarkt und drückten ihr 200 US-Dollar in die Hand. Sie solle in dem Geschäft Materialien kaufen, die zum Bau eines Sprengsatzes nötig seien. Unter anderem "eine große Plastikbox voller Nägel", wie aus Behördenangaben hervorgeht.
"Ich hoffe, die Nägel sind groß genug [...] Sie sollen wie Granatsplitter wirken, oder?", soll sie laut einem BBC-Bericht den beiden verdeckten Ermittlern gesagt haben.
Später schickte die IS-Anhängerin noch eine Nachricht an einen der Informanten, in der sie darum bat, ihr "eine Handfeuerwaffe und Munition" zu verkaufen. Sie brauche "etwas Leistungsstarkes, das man aber auch leicht verstecken kann - damit ich zurückschießen kann, falls mir die Polizei während der Operation zu nahe kommt".
Am vergangenen Mittwoch kam es dann zu einem weiteren Treffen in einem Auto. Dabei verkauften ihr die verdeckten Agenten eine entschärfte Schusswaffe für 150 US-Dollar. Daraufhin übergaben sie ihr einen - ebenfalls harmlosen - Sprengsatz, der angeblich mit den Utensilien aus dem Baumarkt hergestellt worden war.
Sie erzählten ihr in dem Zuge, dass sich im Kapitolgebäude bis zu 200 Menschen aufhielten, von denen sie "hoffte, mindestens die Hälfte umbringen zu können", heißt es in der Anklage. Als die Frau mit der entschärften Pistole und der unbrauchbaren Bombe aus dem Fahrzeug stieg, wurde sie vom FBI festgenommen.
Plante wohl auch Angriff auf Trump
Laut BBC soll die US-Amerikanerin vor etwa fünf Jahren zum Islam konvertiert sein. Im Zuge der Ermittlungen soll sie gesagt haben, sie sei von einem "Mädchen, das nach dem 11. September mit einer amerikanischen Flagge wedelte" zu jemandem geworden, "der jetzt Bilder der einstürzenden Türme mit sich herumträgt". Weil sie die Terroranschläge des 11. September in den sozialen Medien gelobt und auch anderweitig gegen Nutzungsbedingungen verstoßen haben soll, sei sie auf gleich mehreren Online-Plattformen gesperrt worden sein.
Wie CNN berichtet, plante die Frau nach ihrer Flucht ins Ausland offenbar, in die USA zurückzukehren, um "weitere Aktionen durchzuführen". Laut FBI-Sprecher Tremaroli habe sie etwa über einen Anschlag auf die Silvester-Party am New Yorker Times Square gesprochen. Außerdem wollte sie wohl "das Weiße Haus und den Präsidenten angreifen. Aber erst, nachdem sie das Kapitol des Bundesstaates New York bombardiert hat".
"Zutiefst alarmierend"
Laut der Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, sind bereits Anfang des Jahres Maßnahmen zur Verstärkung der Sicherheit im Kapitol in Albany ergriffen worden, angesichts einer Zunahme politischer Gewalt und Bedrohungen gegen Amtsträger. "Obwohl derzeit keine unmittelbare Bedrohung besteht, werden wir weiterhin eng mit unseren Partnern in den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um die New Yorker zu schützen und die Sicherheit unserer Gemeinden zu gewährleisten", schrieb sie auf X.
Auch New York Citys Bürgermeister Zohran Mamdani meldete sich auf der Plattform zu Wort und nannte das mutmaßliche Komplott "zutiefst alarmierend". "Terrorismus und politische Gewalt haben in unserer Stadt, unserem Bundesstaat und in unserem ganzen Land keinen Platz", heißt es in seinem Statement. Der Anwalt der Angeklagten hat sich zu dem Fall bislang nicht geäußert.
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