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Tuesday, September 22, 2026

"Enthemmter Antisemitismus"?: Berliner Linke weist Vorwürfe von Israels Botschafter zurück

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"Enthemmter Antisemitismus"?Berliner Linke weist Vorwürfe von Israels Botschafter zurück

22.09.2026, 16:20 Uhr

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Linken-Landesvorsitzende Kerstin Wolter (r.) mit Wahlsiegerin Elif Eralp, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Äußerungen aus der Berliner Linkspartei zum Thema Nahostkonflikt sorgen wiederholt für Wirbel - aus Sicht von Kritikern werden Grenzen überschritten. Nach dem Wahlerfolg der Partei wählt Israels Botschafter ungewohnt scharfe Worte. Harte Kritik an Israels Regierung müsse erlaubt sein, wehrt sich die Linke.

Die Berliner Linke hat die scharfen Antisemitismusvorwürfe von Israels Botschafter Ron Prosor zurückgewiesen. "Wir stehen unmissverständlich an der Seite jüdischen Lebens in Berlin, das sicher, sichtbar und selbstbestimmt gelebt werden können muss", erklärte die Linken-Landesvorsitzende Kerstin Wolter in der Bundeshauptstadt. Zugleich stehe ihre Partei "an der Seite arabischen, muslimischen und palästinensischen Lebens in unserer Stadt".

Die Linke kritisiere die gegenwärtige israelische Regierungspolitik klar, "das gehört zu einer Demokratie dazu", betonte Wolter. "Es ist aber unlauter, diese Kritik pauschal als Antisemitismus zu diffamieren." Die Linke lehne genauso eindeutig jede Form von "Terrorverherrlichung" und Gewaltaufrufen ab. "Unser Ziel ist ein Berlin frei von Antisemitismus, Rassismus und jeder Form von Gewalt."

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht vor dem Hintergrund des Wahlsiegs der Linken in Berlin das jüdische Leben in der Hauptstadt in Gefahr. Er warf der Partei "völlig enthemmten Antisemitismus" vor. Die Linke müsse daher "einen konkreten Plan vorlegen, wie sie den Israel- und Judenhass in den eigenen Reihen stoppt und bis in die Wurzel bekämpft".

Gewaltaufruf bei Wahlkampfveranstaltung

Im Oktober 2025 geriet der spätere Bürgermeisterkandidat der Linken in Berlin-Neukölln, Ahmed Abed, in die Kritik, als er den Bürgermeister aus der israelischen Partnerstadt Bat Yam als "Völkermörder" bezeichnete. Abed wehrte sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe: Es sei nicht antisemitisch, Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusprechen, sagte er im Februar 2026 und verwies auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

Kurz vor der Wahl sorgte der Auftritt eines Rappers mit Gewaltaufrufen bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken für Diskussionen. Er soll dabei ein Lied gegen den Krieg Israels in Gaza mit Zeilen wie "Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza" sowie "Death to the IDF" (Tod der israelischen Armee) gesungen haben.

Die Linkspartei war bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag in Berlin stärkste Kraft geworden. Sie will nun Gespräche mit Grünen und SPD über eine mögliche rot-grün-rote Koalition aufnehmen. Rechnerisch wäre auch eine Zusammenarbeit von CDU, Grünen und SPD möglich. Vor allem die Pläne der Linken zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen und ihr Umgang mit Antisemitismus stoßen bei anderen Parteien teils auf Kritik.

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