RTL/ntv-Trendbarometer : Union fällt auf Fünf-Jahres-Tiefstwert - Merz unbeliebter denn je

RTL/ntv-Trendbarometer Union fällt auf Fünf-Jahres-Tiefstwert - Merz unbeliebter denn je
15.09.2026, 14:01 Uhr
Die Union kann ihren Abwärtstrend nicht stoppen: CDU/CSU fallen im RTL/ntv-Trendbarometer auf nur noch 20 Prozent. Die Unzufriedenheit zeigt sich besonders bei der Person des Bundeskanzlers. Besonders eine Partei kann profitieren.
Die anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am kommenden Wochenende werfen bereits ihren Schatten voraus. Das Abschneiden der beiden Regierungsparteien CDU und SPD könnte die politische Krise der Bundesregierung noch einmal verschärfen. Besonders im Fokus: das Schicksal von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die repräsentativen Zahlen im RTL/ntv-Trendbarometer versprechen auf den letzten Metern keinen bundespolitischen Schub für die CDU im Wahlkampf. Im Gegenteil: Die Union verliert im Nachgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt leicht und kommt noch auf 20 Prozent. Damit fällt der Gewinner der Bundestagswahl 2025 auf den tiefsten Wert seit Oktober 2021. Die AfD kann ihre Position an der Spitze der Wählergunst halten, muss aber einen leichten Rückgang um einen Punkt auf 27 Prozent verkraften.
Gewinner der Erhebung sind dagegen die Grünen, die auf 18 Prozent kommen und damit um 2 Prozentpunkte zulegen. Letztmals erreichte die Oppositionspartei einen solchen Zustimmungswert zu Ampel-Zeiten im April 2023.
Mit der Linken legt eine weitere Oppositionspartei auf 12 Prozent (ein Punkt mehr als in der Vorwoche) zu und zieht so mit der SPD gleich. Deren Zustimmungswerte bleiben unverändert. Auch die FDP (4 Prozent) und BSW (3 Prozent) verharren Vergleich zur letzten Befragung.
Die bestehende Koalition aus CDU/CSU und SPD kommt somit derzeit auf 32 Prozent. Die Parteien hätten weiterhin keine Mehrheit im Bundestag.
Nur zehn Prozent mit Merz noch zufrieden
Die negative Einstellung gegenüber der schwarz-roten Koalition zeigt sich auch mit Blick auf Bundeskanzler Merz. Mit der Arbeit des deutschen Regierungschefs sind nur noch 10 Prozent der Bundesbürger zufrieden. Merz fällt damit auf den tiefsten Wert seiner gesamten Kanzlerschaft. Im Gegenzug halten 88 Prozent der Befragten die Leistungen des Kanzlers für nicht ausreichend.
Besonders bei den Anhängern der Union verliert Merz erneut. 57 Prozent der Befragten, die sich CDU/CSU zuordnen, sind mit dem Regierungschef unzufrieden. 42 Prozent der Unions-Anhänger bewerten die Arbeit des CDU-Parteichefs positiv.
Auch von Unterstützern des Koalitionspartners SPD erhält der Sauerländer ein schlechtes Zeugnis. Seine Arbeit wird von 87 Prozent der befragten Personen schlecht bewertet. Bei Grünen, Linken und AfD sich die Ablehnung für den Regierungschef zwischen 90 und 99 Prozent.
Bei der politischen Kompetenz schneiden alle Parteien durch die Bank schlecht ab. Nach den Daten des RTL/ntv-Trendbarometers vertraut die Bevölkerung hier unverändert mit 55 Prozent keiner Partei.
Die höchsten Werte bei der Zuschreibung erhält die AfD mit 13 Prozent. Die CDU verliert hingegen einen Prozentpunkt und fällt auf 11 Prozent. Den Grünen trauen 8 Prozent, der SPD und der Linke (plus ein Prozentpunkt) jeweils 5 Prozent am ehesten die Lösung der Probleme im Land zu.
Deutsche blicken mit düsterem Blick auf Wirtschaft
Die Konjunktur zieht nach Erwartung mehrerer deutscher Wirtschaftsinstitute im laufenden Jahr überraschend stark an. Doch bei der Bevölkerung ist der prognostizierte Aufschwung bisher stimmungstechnisch nicht angekommen. Die Erwartungen für die Zukunft verharren im Trendbarometer weiter im Keller.
Nur 16 Prozent (ein Prozentpunkt mehr) der Deutschen gehen aktuell von einer Verbesserung der Lage aus. Dagegen betrachten 63 Prozent die Perspektive für die wirtschaftlichen Verhältnisse weiter negativ. Ein knappes Fünftel, 21 Prozent der Befragten, sieht keine Veränderungen hinsichtlich der ökonomischen Aussichten.
Die ökonomische Lage ist dennoch nicht das Topthema im Themenradar der aktuellen Befragung. Diese nennen nur 21 Prozent der Befragten. Fast zwei Drittel (60 Prozent) blicken auf die anstehenden Abgeordnetenhauswahlen in Berlin sowie die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Daran anknüpfend heben 22 Prozent der befragten Bürger auch die Lage von Koalition und Regierung hervor.
Dahinter folgen der Krieg in der Ukraine mit 15 Prozent und das Thema Rechtsradikalismus mit 11 Prozent. Letzteres wird nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt vermehrt genannt. Darüber hinaus beschäftigt 10 Prozent der Befragten der Krieg im Iran und Nahen Osten. 5 bis 6 Prozent nennen zudem die Themen Umwelt und Klima, Zuwanderung sowie die Lage in den USA:
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 8. und 14. September erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Zur politischen Kompetenz wurden 1005 Menschen befragt.
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