Friedensnobelpreis 2026: Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay wird mit dem Friedennobelpreis ausgezeichnet. Der gilt als die wichtigste Auszeichnung der Welt.
dpa/taz | Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay bekommt den Friedensnobelpreis. Das gab die norwegische Nobeljury am Donnerstagvormittag in Oslo bekannt. Die Entscheidung wurde im Livestream übertragen.
Die Preisträger wählte die Nobeljury aus 287 Kandidatinnen und Kandidaten aus, die in diesem Jahr für den begehrten Preis vorgeschlagen wurden – 208 Personen und 79 Organisationen.
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Auch US-Präsident Donald Trump soll wieder unter den Nominierten gewesen sein. Dass er den Preis bekommt, der als wichtigste Auszeichnung der Welt gilt, dürfte in diesem Jahr genauso unwahrscheinlich gewesen sein wie im vorigen. Damals war der Preis an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado gegangen. Diese widmete ihre Auszeichnung allerdings Trump und schenkte ihm ihre Medaille. Zuvor hatte sich der Präsident immer wieder selbst für den Preis ins Spiel gebracht. Auf seine eigene Auszeichnung muss er aber weiter warten: Offiziell weitergeben kann Machado den Preis laut Nobel-Regeln nicht.
Gute Chancen für humanitäre Organisationen?
Experten rechneten damit, dass die Jury in diesem Jahr versuchen wird, einen neuen Skandal zu vermeiden und sich auf weniger umstrittene Kandidaten einigt. „Ich glaube, dass die Welt vor allem daran erinnert werden muss, wie wichtig es ist, dass wir zusammenarbeiten“, sagte der Leiter des Osloer Friedensforschungsinstituts Prio, Haakon Gjerløw. Die vielen Konflikte überall auf der Welt führten dazu, „dass man sich der Folgen von Krieg sehr bewusst wird, und auch, dass man sich sehr bewusst darüber wird, was wir verlieren, wenn wir die internationale Zusammenarbeit verlieren“.
Aussichtsreiche Kandidaten waren demnach Kinderrechtsorganisationen wie Save the Children oder die Emergency Response Rooms im Sudan sein – lokale Netzwerke, die seit Beginn des Krieges humanitäre Hilfe in Form von Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und Notunterkünften organisieren. Für die aus den Graswurzelstrukturen der Demokratiebewegung entstandenen Emergency Response Rooms gab es voriges Jahr den alternativen Nobelpreis.
Dotiert ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen und damit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr. Umgerechnet entspricht das etwas mehr als einer Million Euro. Seit Montag sind bereits Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Unter den drei Medizinpreisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.
Kommende Woche geht es weiter
Am Montag folgt noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist die Auszeichnung kein Nobelpreis, weil sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833–1896) zurückgeht. Sie wird aber traditionell nach den Nobelpreisen vergeben.
Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. Als einzige der Auszeichnungen wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern seit der ersten Vergabe der Nobelpreise 1901 in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen.
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