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Monday, October 26, 2026

Cavallo: Auftritt von Audi-Chef bei Trump ist beschämend

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Daniela Cavallo, Chefin des Konzernbetriebsrats im Volkswagenkonzern, hat den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie – und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe“, sagte Cavallo in einem internen Interview, das der dpa vorliegt. Wer die Rede von Trump gehört habe und habe wahrnehmen müssen, dass Döllner zum aktiven Teil dieser Veranstaltung geworden sei, müsse vor „Scham im Boden versinken“.

Cavallo sparte auch nicht mit Kritik am gesamten Volkswagen-Konzernvorstand um Chef Oliver Blume. Dieser habe sich „von einer höchst zweifelhaften politischen Figur, die gegen so ziemlich jeden unserer Unternehmenswerte verstößt, zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen“, sagte sie. Dass umgehend erste Vergleiche zur VW-Geschichte gezogen würden, spreche für sich. Es sei ein Spiel mit dem Feuer. Volkswagen ist in den 1930er-Jahren gegründet worden und diente dem Regime von Adolf Hitler als Vorzeigeunternehmen.

Trump hatte bei einer Veranstaltung in Perry überraschend den Bau eines Audi-Werks auf dem Middle Georgia Mega Site im US-Bundesstaat Georgia angekündigt. Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten für dessen Unterstützung. Später verteidigte er seinen Auftritt: Er habe eine Einladung des US-Präsidenten angenommen. Der Chef der Volkswagenmarke Audi ist auch Mitglied im Konzernvorstand. Dort verantwortet Döllner die Markengruppe „Progressive“, die neben Audi auch die Luxusmarken Bentley und Lamborghini sowie den Motorradhersteller Ducati umfasst.

Die Ingolstädter wollen in Georgia jährlich bis zu 200.000 SUV produzieren. Geplant sind Investitionen in Höhe von rund vier Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro), 4500 Arbeitsplätze sollen entstehen. Audi nennt 2027 als Baubeginn, der Produktionsstart soll Anfang der 2030er-Jahre erfolgen. Es wäre das erste Werk von Audi in den Vereinigten Staaten. Noch im Januar 2026 hat Volkswagen-Chef Blume klargestellt, dass der Bau eines Werk in den USA von einer Senkung der Zölle abhängig sei: „Bei einer unveränderten Belastung ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar“, argumentierte Blume damals.

Der Auftritt steht Cavallo zufolge auch im Gegensatz zu internen Leitlinien von Audi. In den letzten drei Monaten vor Wahlen seien öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern untersagt. Döllner habe diese Prinzipien erst vor wenigen Monaten unterschrieben. Hier liege „sicherlich ein klarer Verstoß“ vor. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

Die Pläne für ein Audi-Werk in den USA bewertet die VW-Betriebsratschefin nüchterner. Rein betriebswirtschaftlich könne das Sinn ergeben, sagte Cavallo. Der US-Markt zähle zu den größten und lukrativsten der Welt, der Marktanteil von Volkswagen sei dort aber immer noch viel zu klein. Zugleich seien die Zölle wegen Trump hoch und kosteten den Konzern Milliarden. Es spreche vieles für eine verstärkte Fertigung in den Vereinigten Staaten. Nach Audis Ankündigung seien aber noch viele Fragen offen – etwa, ob es im Gegenzug Zollerleichterungen für den gesamten Volkswagenkonzern gebe. Ebenso unklar sei, wie belastbar solche Zusagen über einen möglichen Regierungswechsel hinaus wären.

Innerbetrieblich stellt Cavallo klare Bedingungen. Für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat komme eine neue US-Fabrik, ganz egal von welcher Marke, nur dann infrage, wenn man Klarheit über die Auswirkungen für die übrigen Werke habe, insbesondere in Deutschland. „Ohne ein Gesamtbild zur Planungsrunde mit dem Gesamtblick auf alle Standorte geben wir kein grünes Licht. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine Entscheidung erst noch aussteht“, sagte Cavallo. Ob man der Option für den Neubau am Ende zustimmen werde, sei offen. Der Audi-Aufsichtsrat unterstützt die Pläne zwar, laut Volkswagen steht die Entscheidung aber noch unter Gremienvorbehalt.

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