"Müssen zu Reformen kommen": Sozialbeiträge drohen laut Reiche auf 47,1 Prozent zu steigen

"Müssen zu Reformen kommen"Sozialbeiträge drohen laut Reiche auf 47,1 Prozent zu steigen
08.10.2026, 14:48 Uhr

Ein Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge sei sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber schlecht, ist sich Bundeswirtschaftsministerin Reiche sicher. Sie drängt auf die zeitnahe Umsetzung der Reformen und hat weitere Forderungen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dringt auf die schnelle Umsetzung der in der Koalition mit der SPD vereinbarten Sozial- und Arbeitsmarktreformen. Ohne diese drohe der Gesamtsozialversicherungsbeitrag von derzeit 42,3 auf 47,1 Prozent zu steigen, sagte die CDU-Ministerin in Berlin. Ein solcher Anstieg lähme jede Investitionsmöglichkeit und belaste sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer. "Deshalb müssen wir zu Reformen kommen", erklärte Reiche.
Zudem forderte die Wirtschaftsministerin mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Sie sprach sich etwa für Lockerungen im Kündigungsrecht aus. Unternehmen könnten sich besser anpassen, "wenn sie die Chance haben, Mitarbeiter und Belegschaft flexibler zu handhaben". Im Einzelfall sei das vielleicht "keine gute Nachricht", doch "wenn Unternehmen sich verändern wollen, zum Beispiel neue Projekte versuchen wollen, dann muss es halt möglich sein, auch anzupassen". Die grundlegenden Beschlüsse hierzu seien in den Koalitionsverhandlungen vor dem Sommer getroffen worden und müssten nun umgesetzt werden. Sie sei zuversichtlich, dass die Koalitionspartner liefern würden.
Das Arbeitsministerium hatte zuletzt mehrere umstrittene Lockerungen im Arbeitsrecht vorangetrieben und in die Frühkoordinierung mit dem Kanzleramt gegeben. Vorgesehen sind demnach unter anderem längere sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen und eine Einschränkung des Kündigungsschutzes für Hochverdiener. Zudem sollen die Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken verlängert werden.
Auch die vereinbarte Rentenreform müsse umgesetzt werden, forderte Reiche. Die Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission sei als Gesamtpaket vereinbart worden. "Dann muss man auch alle Bestandteile, alle Puzzleteile umsetzen", sonst wackle die gesamte Statik.
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