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Friday, September 25, 2026

Fensterputzroboter mit ausfahrbarer Abziehlippe im Test: Hobot SP10 iScraper

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Der Hobot SP10 iScraper zieht die Scheibe mit zwei ausfahrbaren Gummilippen ab – ein im Testfeld einzigartiges Konzept gegen das Schlierenproblem.

Zwei Gummilippen, links und rechts, fahren aus dem Gehäuse und setzen auf dem Glas auf. Der Roboter zieht sie hinter sich her und nimmt so das Restwasser von der Scheibe, bevor es antrocknet. Genau dieses Restwasser verursacht bei den meisten Fensterputzrobotern Schlieren und – bei kalkhaltigem Leitungswasser – Wasserflecken. Der Hobot SP10 iScraper löst das Problem mechanisch statt mit einem zweiten Trockentuch, wie es etwa der Hutt 10 nutzt.

Hobot ruft dafür 399 Euro auf, im Handel liegt der Roboter aktuell bei etwa 360 Euro. Damit spielt er in der Preisklasse von Dreame und Ecovacs, ohne deren Stationskonzepte oder Waschautomatik zu bieten. Die Frage lautet also: Reicht eine clevere Abziehlippe, um gegen technisch deutlich breiter aufgestellte Konkurrenz zu bestehen? Das Testgerät hat uns der Versandhändler Pearl zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Hobot SP10 iScraper?

Zum Lieferumfang gehören der Roboter, ein 4 m langes Stromkabel, das 4,5 m lange Sicherungsseil, drei Mikrofaser-Wischpads, eine Fernbedienung samt Batterien sowie der Transportkoffer. Reinigungsmittel ist nicht dabei, nur ein leeres Fläschchen mit Einfüllspitze, mit dem sich der Tank sauberer befüllen lässt als direkt aus dem Wasserhahn – eine sinnvolle Kleinigkeit. Reinigungsmittel liegt keines bei. Hobot empfiehlt klares Wasser oder den eigenen Window Detergent und rät von anderen Mitteln ab. Nach unserer Erfahrung reicht jeder Glasreiniger, der nicht schäumt. Drei Pads sind ein fairer Vorrat, Konkurrenten legen oft nur zwei bei. Der Koffer bietet eine ordentliche Verstaumöglichkeit und schützt den Roboter gut. Von außen wirkt er stabil, unter der gehärteten Außenschicht steckt aber ein weiches Material. Draufsetzen sollte man sich nicht.

Das weiße Kunststoffgehäuse ist solide gearbeitet, die Kanten sind sauber, die Oberfläche glänzt. Hochwertig wirkt der Roboter trotzdem nicht. Einzelne Elemente sehen eher zusammengesetzt aus als aus einem Guss. Einen Designpreis gewinnt der SP10 nicht.

Unangenehm fällt der Geruch auf: Roboter, Wischtuch und mitgelieferter Koffer riechen penetrant chemisch. Das verfliegt erst nach mehreren Einsätzen.

Mit 245 × 75 × 245 mm und 1,40 kg gehört der SP10 zu den leichten Modellen im Testfeld – das erleichtert das Ansetzen an hohen Fenstern spürbar. Ein Display gibt es nicht. Das Netzkabel wird am Roboter verschraubt, wie bei fast allen Modellen dieser Bauart.

Hobot SP10 iScraper – Bilderstrecke

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Einrichtung: Wie schnell ist der Hobot SP10 iScraper betriebsbereit?

Hier punktet der Hobot: Stromkabel anstecken, das 4,5 m lange Sicherungsseil befestigen, Kippschalter am Gerät umlegen – die Ansaugeinheit startet sofort. Keine Kombination aus kurzem und langem Tastendruck, kein Rätselraten. Einsteigerfreundlicher geht es kaum.

Der Kippschalter hat aber einen Haken: Es gibt keinen Zustand, in dem der Roboter eingeschaltet ist, ohne sofort loszudröhnen. Wer ihn abseits des Fensters vorbereiten will, hört bereits die volle Saugleistung. Auch das zweite Bedienelement am Gehäuse überzeugt nicht ganz: Der Start-Pause-Knopf daneben gibt nur schwammige Rückmeldung.

Beim Start spielt der SP10 immer dieselben Ansagen ab und erklärt gebetsmühlenartig sämtliche Funktionen und Sicherheitshinweise. Abschalten lassen sie sich nicht. Durch die laute Saugeinheit versteht man sie ohnehin oft nicht.

Die App verbindet sich per Bluetooth. Im Test klappt die Kopplung erst im zweiten Anlauf. Optisch wirkt die Software, als hätte sie 2013 ihr letztes Update gesehen – altbacken und wenig vertrauenerweckend. Funktional ist sie brauchbar: manuelles Steuern, Wasserdüsen abschalten, Abzieher deaktivieren und ein zusätzlicher Wasserstoß in Fahrtrichtung. Nervig: Jedes Öffnen der App quittiert der Roboter mit einer Sprachansage – unabhängig davon, was er gerade tut. Alternativ gibt es die beliegende Fernbedienung, die man aber genauso wie die App für automatisches Abfahren des Fensters nicht benötigt.

Navigation: Wie gut erkennt der Hobot SP10 iScraper Ecken & Kanten?

Der SP10 orientiert sich über einen Gyrosensor und fährt die Scheibe in Bahnen ab. Ein zusätzlicher Sensor erkennt rahmenlose Glasflächen – an unseren fast rahmenlosen Fenstern mit niedrigen Kanten bricht er die Fahrt nicht ab und setzt auch nicht auf.

Die beiden Abziehlippen sitzen seitlich und laufen bis dicht an die Ränder. Ecken erreicht das quadratische Gehäuse bauartbedingt nicht vollständig, dort bleibt ein schmaler Rest. Vier Reinigungsmodi stehen zur Wahl, der Unterschied liegt vor allem in Bahnführung und Durchgangszahl.

Reinigung: Wie gut wischt der Hobot SP10 iScraper?

Das Abziehkonzept funktioniert. Der SP10 befeuchtet die Scheibe über Düsen, wischt mit dem Mikrofaser-Pad und zieht das Restwasser direkt hinterher ab. Das Ergebnis liegt deutlich über dem, was die meisten Konkurrenten abliefern – gerade bei kalkhaltigem Wasser, das sonst Flecken hinterlässt.

Streifenfrei arbeitet aber auch der Hobot nicht. Vereinzelt bleiben wenige Schlieren zurück. Entscheidend ist die Pflege: Wer die Gummilippen regelmäßig abwischt und den Wischmopp zwischendurch auswäscht, bekommt spürbar bessere Ergebnisse. Sitzt Schmutz erst einmal auf der Lippe, verteilt der Roboter ihn natürlich. Funktional entspricht das dem Trockentuch des Hutt 10, nur mechanisch konsequenter gelöst.

Angetrocknete Krusten wie Vogelkot löst der SP10 – wie jeder Fensterputzroboter – nicht, hier hilft nur Vorarbeit von Hand.

Der Wassertank fasst 120 ml und liegt damit über dem Schnitt der Klasse. Das Mikrofaser-Pad haftet per Klett, Montage und Abnehmen gelingen ohne Kraftaufwand. Ausgewaschen wird von Hand. Wer mehrere Fenster hintereinander putzt, sollte spätestens nach zwei bis drei Scheiben wechseln.

Die Saugkraft gibt Hobot mit 6000 Pa an. In der Praxis hält der Roboter sicher an der Scheibe, auch bei Richtungswechseln an der Kante. Die Herstellerangabe allein sagt wenig – im Testfeld reichen die Werte von 4500 bis 8000 Pa, ohne dass sich daraus die Haftung direkt ablesen ließe.

Der große Kritikpunkt ist die Lautstärke. Hobot nennt 62 dB(A), wir messen im Dauerbetrieb 65 bis 67 dB(A) mit Spitzen um 70 dB(A). Schlimmer als die Zahl ist die Klangcharakteristik: Die Ansaugeinheit pfeift hochfrequent und scheppert dazu. Der SP10 ist damit lauter als mancher Haushaltsstaubsauger – und das nur, um sich anzusaugen, nicht um Schmutz aufzunehmen. Im selben Raum bleiben will man nicht.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Hobot SP10 iScraper?

Der SP10 arbeitet am Netz. Das mitgelieferte Stromkabel misst 4 m und begrenzt den Aktionsradius – bei hohen Fenstern oder weit entfernten Steckdosen braucht es eine Verlängerung. Modelle mit Akkustation wie der Ecovacs Winbot W3 Omni sind hier flexibler, aber deutlich schwerer.

Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku dient ausschließlich als Notstromversorgung. Fällt der Strom aus, hält der Roboter laut Hersteller 20 Minuten an der Scheibe. Das klappt im Test einwandfrei und reicht, um ihn in Ruhe abzunehmen. Zusammen mit dem 4,5 m langen Sicherungsseil ist die Absturzsicherung somit ordentlich. Beides gehört in dieser Preisklasse zur Grundausstattung.

Preis: Was kostet der Hobot SP10 iScraper?

Die UVP liegt bei 399 Euro, im Handel startet der SP10 iScraper für rund 360 Euro. Damit spielt er im Premiumsegment – auf Augenhöhe mit Dreame und Ecovacs, die für ähnliches Geld bessere Apps, hochwertigere Gehäuse und teils Stationslösungen bieten. Der Hutt 10 kostet 299 Euro und wischt fast ebenso sauber. Rund 260 Euro wären für den Hobot in unseren Augen ein angemessenerer Preis.

Fazit

Die ausfahrbare Abziehlippe ist die wirkungsvollste Antwort auf das Schlierenproblem, die wir bislang an einem Fensterputzroboter gesehen haben. Der Hobot SP10 iScraper putzt sichtbar sauberer als die meisten Konkurrenten, vor allem bei kalkhaltigem Wasser. Dazu kommt die denkbar einfache Bedienung per Kippschalter, die Einsteigern den Zugang erleichtert, und ein geringes Gewicht.

Dagegen stehen handfeste Schwächen: Die Saugeinheit dröhnt mit bis zu 70 dB(A) und pfeift dabei hochfrequent, die Sprachansagen wiederholen sich bei jedem Start und lassen sich nicht abschalten, die App wirkt technisch wie von vorgestern. Zudem riechen Wischtuch und Koffer stark und unangenehm chemisch.

Für 360 Euro ist das insgesamt zu wenig. Wer Wert auf Verarbeitung, Software und Ruhe legt, greift zu Dreame oder Ecovacs. Wer ein gutes Wischbild will und Lärm aushält, bekommt hier ein technisch spannendes und wirkungsvolles Konzept – und deshalb auch unseren Technologiesieg im Testfeld.

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