Papst Leo XIV. in Frankreich: Treffen mit Macron in Paris
Viertägiger Frankreich-Besuch Papst Leo XIV. mahnt in Paris Schutz des Lebens an
Stand: 25.09.2026 • 15:34 Uhr
Papst Leo XIV. ist zu seinem ersten Frankreich-Besuch in Paris eingetroffen. Beim Treffen mit Präsident Macron sprach er über Sterbehilfe und KI. In den kommenden Tagen werden Hunderttausende Gläubige erwartet.
Unter Glockengeläut ist Papst Leo XIV. zu einem viertägigen Besuch in Frankreich eingetroffen. Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte empfingen das Oberhaupt der katholischen Kirche mit militärischen Ehren. Tausende Menschen säumten in Paris die Straßen. Anschließend kam Leo im Élysée-Palast mit Macron zu einem persönlichen Gespräch zusammen.
Bei einer anschließenden Ansprache würdigte der Papst Frankreich als Land der Menschenrechte, fand aber auch kritische Worte. Leo forderte mehr Schutz für das menschliche Leben. Das Recht auf Leben sei die Grundlage für alle anderen Menschenrechte, sagte er.
Damit griff der Papst auch ein politisch umstrittenes Thema in Frankreich auf. Im Sommer wurde dort Sterbehilfe für schwer kranke Menschen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Zudem hat Frankreich als erstes Land das Recht auf Abtreibung in seiner Verfassung verankert. Papst Leo lehnt sowohl Abtreibungen als auch Sterbehilfe ab.
Warnung vor Wettrüsten und Risiken durch KI
Auch die französische Atompolitik sprach der Papst an. Leo warnte vor der Vorstellung, Atomwaffen könnten Sicherheit garantieren. Dies fördere ein neues Wettrüsten. Frieden entstehe nicht durch ein Gleichgewicht der Kräfte, sondern durch Dialog und Gerechtigkeit. Frankreich ist das einzige EU-Land mit eigenen Atomwaffen.
Zudem warnte Leo erneut vor Risiken durch Künstliche Intelligenz und einen unkontrollierten technischen Fortschritt. Wissenschaft und Technik müssten sich am Menschen orientieren. Macron forderte seinerseits eine internationale Organisation zur Kontrolle von KI. Es müsse verhindert werden, dass die leistungsfähigsten Modelle in den Händen weniger blieben.
Messe mit Hunderttausenden erwartet
Am Nachmittag setzt Leo seinen Besuch bei der UN-Kulturorganisation UNESCO fort. Danach steht eine Vesper in der wiederaufgebauten Kathedrale Notre-Dame auf dem Programm. Für den Abend ist ein Gebetstreffen mit rund 80.000 jungen Menschen im Stade de France geplant.
Am Samstag will der Papst eine Messe auf der Place de la Concorde feiern. Dazu werden rund 600.000 Menschen erwartet. Präsident Macron wird allerdings nicht teilnehmen. Auch den weiteren großen Papstmessen während der Reise will er fernbleiben.
Laizistisches Frankreich
Das entspricht der strikten Trennung von Kirche und Staat, der sogenannten Laizität, die in Frankreich seit mehr als einem Jahrhundert gilt. Präsidiale Zurückhaltung bei Papstmessen hat dort Tradition. Macron betonte beim Empfang Leos zugleich, Laizität bedeute keine Leugnung von Religion.
Anschließend reist Leo weiter zum Wallfahrtsort Lourdes, wo er sich auch mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Geistliche treffen will. Zum Abschluss seines Besuchs ist am Montag eine politische Rede in Metz geplant. Die Stadt ist eng mit einem der Gründerväter der Europäischen Union, Robert Schuman, verbunden.
Es ist der erste Frankreich-Besuch Leos seit seiner Wahl zum Papst. Der aus den USA stammende Pontifex hat auch französische Wurzeln: Seine Großmutter stammte aus der Normandie.
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