Neues Schnäppchen aus China: Mit Ora 5 versucht es GWM erstmals abseits reiner E-Autos

Neues Schnäppchen aus ChinaMit Ora 5 versucht es GWM erstmals abseits reiner E-Autos
10.09.2026, 18:17 Uhr

Bislang gab es Ora-Fahrzeuge in Deutschland nur als reine Elektroversionen. Der neue Ora 5 wird zunächst nun als klassischer Benziner und als Hybrid angeboten. So ganz auf Voll-Elektro wollen die Chinesen aber auch bei diesem Modell nicht verzichten.
Anders als einige erfolgreichere chinesische Marken hat GWM (Great Wall Motors) mit seinen Ora- und Wey-Modellen bislang in Deutschland nicht wirklich reüssiert. Gerade mal 800 Zulassungen von Januar bis einschließlich Juli, weniger als zum Beispiel Spezialitätenanbieter wie Alpine oder Ferrari vorweisen, unterstreichen die Probleme der Marke, die ihre Produkte - zunächst noch allein unter dem Namen Ora und Wey - hierzulande ja immerhin schon dreieinhalb Jahre anbietet.
Vielleicht hat auch der marketinggetriebene, gewollt lockere, aber auch etwas alberne Auftritt des ersten Ora potenzielle Käufer verschreckt; wer schon möchte ein Auto fahren, das "Funky Cat" heißt? Offensichtlich zumindest in Deutschland zu wenige, was sich unter anderem auch in zeitweise äußerst günstigen Leasing-Raten niederschlug.
Name bleibt sachlich bei Ziffer
Der "Funky Cat" wurde dann schon zum Modelljahr 2024 in Ora 03 umbenannt. Dieser Nomenklatura bleiben die Chinesen auch bei ihrem neuen, größeren Modell im Prinzip treu, das sich ganz "langweilig" Ora 5 nennt. Dabei handelt es sich um einen 4,47 Meter messenden Crossover der Kompaktklasse, leicht einzuordnen zwischen den beiden reinen Elektromodellen 03 und 07, nur ohne die "Null" vor der Ziffer.
Erstmals gibt es mit dem 5er in Deutschland also ein nicht vollelektrisches Ora-Modell: Es kommt zunächst als klassischer Benziner (aktuell ab knapp 25.000 Euro) oder als kräftiger Hybrid (ab 27.000 Euro). Ende des Jahres sollen eine Plug-in- und eine Elektro-Variante folgen, letztere wird mit einem 58-kWh-Akku eine Reichweite von rund 435 Kilometern ermöglichen. Preise hierzu nennt GWM beziehungsweise der Importeur Emil Frey noch nicht. Nächstes Jahr folgen auf das Ora 5 SUV noch zwei weitere Karosserievarianten, ein Kombi und ein Hatchback.
Fahrwerksschwächen auf schlechten Straßen
Zunächst nehmen wir also mit dem 1,5-Liter-Benziner vorlieb. Der Vierzylinder macht seine Sache im Prinzip gut, gibt sich drehfreudig, hängt prima am Gas und ist auch bei stärkerer Beschleunigung relativ leise. Die Zusammenarbeit mit dem serienmäßigen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe klappt - mit Ausnahme einer ganz kurzen Pause beim Beschleunigen etwa aus einer Kurve - problemlos und 9,3 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h beziehungsweise 190 km/h Höchstgeschwindigkeit sind vernünftige Werte.
Richtig wohl fühlen sich bei solchen Geschwindigkeiten allerdings weder Fahrzeug noch Fahrer, vor allem bei Ausnutzung der begrenzten dynamischen Fähigkeiten speziell in Kurven. Dafür ist das Fahrwerk etwas zu weich geraten. Gleichzeitig nimmt der Ora 5 zwar bei schnellerer Fahrt Fahrbahnschäden relativ gelassen, überfährt man sie langsam, wird es allerdings vor allem an der Vorderachse rappelig. Positiv überrascht waren wir dagegen von der Lenkung, zumindest wenn man sie auf "Sport" einstellt und von den starken und gut dosierbaren Bremsen.
Hybrid-Variante zwar in Anschaffung teurer, aber ...
Vielleicht für Vielfahrer interessanter, aber bei gleicher Ausstattung auch 2000 Euro teurer, ist die Hybrid-Variante. Das System aus dem 1,5-Liter-Vierzylinder und einem starken Elektromotor kommt auf 164 kW/223 PS Leistung, befördert den Ora 5 in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und bleibt wohl wegen des höheren Gewichts nur bei der Höchstgeschwindigkeit um 5 km/h hinter dem Benziner zurück. Mit 5,1 Litern bewegt sich der Normverbrauch des Hybrids deutlich unter dem des Ottoantriebs, der sich im Schnitt 6,9 Liter genehmigt. Bei den heutigen Spritpreisen hätte man den Aufpreis auf jeden Fall schneller rausgefahren als noch vor ein, zwei Jahren.
Beide Antriebe heben den Ora 5 allerdings nicht aus dem breiten Angebot in dieser Klasse heraus. Punkten kann der ausschließlich mit Frontantrieb angebotene Crossover eher durch sein gelungenes Design, mit der für Ora typischen, wegen der im Verhältnis zur Motorhaube hohen Kotflügeln und den Scheinwerfern immer etwas an Porsche erinnernden Frontgestaltung. Hinten gibt es ein (zu) kleines Heckfenster, mit einer hoch angesetzten Rücklichtleiste direkt darunter. Charakteristisch und vor allem aus der Rückansicht auffällig ist das auf muskulöse Schultern aufgesetzte, eher filigrane Greenhouse.
Der gut verarbeitete Innenraum überzeugt. Die Designer setzen hier auf eine Kombination aus aktueller Technik und Retro-Spielereien, wie schön gestaltete, aber schlecht abzulesende Kippschalter. Modern ist dagegen der Arbeitsplatz des Fahrers gestaltet, der auf ein Cockpit-Display in der Größe von 10,25 Zoll blickt. Wie heute üblich gibt es noch ein mittig angebrachtes Multimedia-Display in der allerdings beachtlichen Größe von 14,6 Zoll.
Großzügig ausgestattet
Sehr großzügig gibt sich Ora auch bei der Ausstattung. Schon beim günstigen Einstiegs-Modell (Premium) ist eigentlich alles an Bord, unter anderem Navigation, Zweizonen-Klimaautomatik, 360-Grad-Kamera, 18-Zoll-LM-Felgen und sogar ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz. Für 2.500 Euro mehr erhält man die Luxury-Variante, die vornehmlich weitere Komfortausstattung wie eine elektrische Heckklappe, ein beheizbares Lenkrad oder einen elektrisch verstellbaren Beifahrersitz beinhaltet.
Leider ist die Ausstattungspolitik nicht immer ganz nachzuvollziehen. Statt der serienmäßigen Alarmanlage oder der klimatisierten Box zwischen den Vordersitzen hätten wir lieber das nur der Luxury-Version vorbehaltene kabellose Laden oder die elektrisch anklappbaren Außenspiegel schon in der Premium-Ausstattung gesehen.
Trotzdem glänzt der Ora 5 neben seinem gelungenen Innenraum vor allem mit der umfangreichen Ausstattung zu einem sehr fairen Preis, der sich durch einen vorerst bis Ende des Jahres geltenden Aktionsrabatt sogar noch mal um 2000 Euro drücken lässt. Offiziell kostet der von uns getestete Benziner 26.990 Euro, der zu zahlende Betrag nach Abzug des Rabatts, also 24.990 Euro, macht den Ora 5 zu einem echten Schnäppchen. Vor allem für Wenigfahrer, die angesichts des Kaufpreises die hohen Benzinpreise relativ gelassen sehen können.
Hinzu kommt eine Garantie von sieben Jahren bis 150.000 Kilometer. Ein Auto also für Menschen, die für ihr Geld Sicherheit und Alltagskomfort wünschen und die dabei weniger Wert auf dynamische oder gar sportliche Tugenden legen. Für solche Käufer hieße es bezüglich dieses Ora dann also nicht: "Fünf! Setzen!", sondern "Fünf! Fahren!".
GWM Ora 5 - technische Daten
Fünftüriger, fünfsitziger Crossover der Kompaktklasse
Länge: 4,47 m, Höhe: 1,64 m, Breite: 1,83 m (mit Außenspiegeln: 2,10 m)
Radstand: 2,72 m
Kofferraumvolumen: 422 - 1.120 Liter (Benziner), 390 - 1.088 Liter (Hybrid)
GWM Ora 5 - Benziner
1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 118 kW/160 PS, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, maximales Drehmoment: 270 Nm,
0-100 km/h: 9,3 s, Vmax: 190 km/h, Normverbrauch: 6,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 158 g/km, Abgasnorm: Euro 6e-bis
Preis: ab 26.990 Euro (24.990 Euro bis Jahresende)
GMW Ora 5 - Hybrid
1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner: 110 kW/150 PS, Elektromotor: 140 kW/190 PS, Systemleistung: 164 kW/223 PS, Systemdrehmoment: 476 Nm, Batterie: Nickel-Kobalt-Mangan (NCM) mit 1,09 kWh Kapazität, Frontantrieb, 2-Gang-Hybridgetriebe
0-100 km/h: 7,7 s, Vmax: 185 km/h, Normverbrauch: 5,1 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 117 g/km, Abgasnorm: Euro 6e-bis
Preis ab: 28.990 Euro (26.990 Euro bis Jahresende)
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.