Bilanz nach Razzia : "Hells Angels" arbeiteten Hand in Hand mit weiteren Kriminellen

Bilanz nach Razzia "Hells Angels" arbeiteten Hand in Hand mit weiteren Kriminellen
01.10.2026, 14:02 Uhr
00:00
02:43

Mit einer Großrazzia geht die Polizei gegen Rocker der "Hells Angels" und ein Geldwäsche-System vor. Nun ziehen die Ermittler eine erste Bilanz - dabei gehen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weit über Geldwäsche hinaus.
Nach der Großrazzia gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und Rocker der "Hells Angels" ermitteln die Behörden gegen mehrere hochrangige Mitglieder der Gruppierung. "Für einige der Hauptbeschuldigten konnten wir feststellen, dass diese seit mehreren Jahren in ein Personennetzwerk innerhalb einer bekannten Rockergruppierung eingebunden sind", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gunnar Greier bei einer Pressekonferenz der Ermittler am Tag nach der Aktion.
Nach dem Stand der umfangreichen Ermittlungen soll die Rockergruppe "Hand in Hand" mit einer weiteren kriminellen Vereinigung gearbeitet haben. "Durch professionelle Verschleierungshandlungen werden dabei erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt und durch Straftaten erlangtes Vermögen beispielsweise in Firmen, Grundstücke und Sachwerte investiert", schilderte Greier in Duisburg. Innerhalb der Vereinigung bestehe dabei eine klare hierarchische Ordnung. "Es herrscht ein System gegenseitiger Loyalität, innerer Disziplin und innerer Geschlossenheit."
Insgesamt richten sich die Ermittlungen nach Angaben der federführenden Duisburger Staatsanwaltschaft gegen 71 Beschuldigte. Ihnen werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, erpresserischer Menschenraub, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen, fasste der Staatsanwalt zusammen.
Bei der Großrazzia beschlagnahmte die Polizei unter anderem Geldzählmaschinen und Stahltresore. Zudem seien 16 hochwertige Fahrzeuge sichergestellt worden, berichtete Innenminister Herbert Reul bei der Bilanz-Pressekonferenz. Auch gefälschte Kleidung habe dazugehört.
Überwiegend handele es sich um Autos, zwei Motorräder zählten dazu. Zur Technik und den Beweisen, die die Behörden sicherstellten, gehörten den Angaben zufolge außerdem auch Mobiltelefone, Laptops, Datenträger und Geschäftsunterlagen. Die Ermittlungen zeigten: "Da gibt es nicht nur die Kutte auf der Straße, da gibt es auch die Krawatte im Büro", sagte Reul.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.