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Thursday, October 22, 2026

Patient stirbt in Frankreich: Shamonda-Virus springt erstmals auf Menschen über

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Patient stirbt in FrankreichShamonda-Virus springt erstmals auf Menschen über

22.10.2026, 12:28 Uhr

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Bislang wurde das Shamonda-Virus nur bei Tieren nachgewiesen. (Foto: picture alliance/dpa)

Französische Behörden melden einen weltweit beispiellosen Fall: Das Shamonda-Virus wurde erstmals bei einem Menschen nachgewiesen. Der Patient starb Anfang Oktober in einem Krankenhaus in Lyon. Sein Immunsystem spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Das bisher nur bei Tieren auftretende Shamonda-Virus ist nach Angaben französischer Behörden weltweit erstmals bei einem Menschen nachgewiesen worden. Der betroffene Patient sei Anfang Oktober in Lyon gestorben, teilten das französische Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mit. Er habe unter besonderer Immunschwäche gelitten. Für die Bevölkerung bestehe nach derzeitigem Erkenntnisstand "kein Gesundheitsrisiko", betonten die beiden Ministerien.

Das Shamonda-Virus wird durch Stechmücken übertragen, es kam bisher den Angaben zufolge nur bei Nutztieren vor - seit Kurzem auch in Europa. "Obwohl das Shamonda-Virus bereits seit Jahrzehnten in Afrika und Asien zirkuliert, war bislang kein Fall beim Menschen dokumentiert", erklärten die beiden Ministerien. "Es handelt sich somit um einen Ausnahmefall bei einem Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem."

Der Patient habe wegen einer schweren Erkrankung in Lyon im Krankenhaus gelegen und sei Anfang Oktober gestorben. "Nach aktuellem Kenntnisstand über dieses Virus besteht für die Allgemeinbevölkerung derzeit kein gesundheitliches Risiko", hieß es in der Erklärung weiter.

"Nachgewiesen wird nur die Spitze des Eisbergs"

Das Shamonda-Virus kursiert beinahe flächendeckend auch in Deutschland unter Rindern. Lediglich aus Mecklenburg-Vorpommern und den Stadtstaaten gebe es bisher keine Nachweise, sagte Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bei Greifswald. Tausende Betriebe seien betroffen.

"Nachgewiesen wird nur die Spitze des Eisbergs." Die Infektion sei nicht meldepflichtig, erklärte der Veterinär. "Die meisten Tiere zeigen auch keine oder nur sehr milde Krankheitssymptome." Rinder hätten mitunter Fieber, zeitweise einen Rückgang der Milchleistung oder auch Durchfall. Erst in den kommenden Monaten werde man sehen, inwiefern das Virus bei trächtigen Tieren etwa zu Fehlgeburten und missgebildetem Nachwuchs führt. Beer verwies auf das verwandte Schmallenberg-Virus bei Schafen: "Wenn sie in einer bestimmten Phase der Trächtigkeit infiziert wurden, dann waren bis zu 30 Prozent der Föten missgebildet."

Für Menschen und Verbraucher sieht Beer derzeit keine direkten Auswirkungen. Auch geht laut Beer von Erzeugnissen wie Milch keine Gefahr aus. "Das war bei Schmallenberg so, das ist beim Shamonda-Virus auch so."

Einen Shamonda-Impfstoff gibt es nach Aussage Beers bislang nicht. Ob Firmen einen entwickeln, hänge auch davon ab, welchen Schaden das Virus letztendlich verursache.

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