Papst Leo XIV. besucht Marienheiligtum in Grotte von Lourdes
Papstbesuch in Lourdes Ein Besuch am Ort der Tausenden Heilungen
Stand: 27.09.2026 • 12:44 Uhr
Die Grotte von Lourdes gilt als Ort der Heilung, der Wunder. Und so ist sie das erste Anlaufziel für Papst Leo XIV. in der französischen Kleinstadt. Die, so die Hoffnung, für die Kirche auch ein Ort der Vergebung werden könnte.
Gleich nach der Ankunft in Lourdes hat sich Papst Leo XIV. in das dortige Marienheiligtum begeben - in die Grotte von Lourdes. Das ist der Ort, an dem der 14-jährigen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 mehrfach die Muttergottes erschienen sein soll. Der Papst nutzte den Besuch für ein ganz schlichtes Gebet - für Arme und Kranke, für den Frieden, aber auch speziell für das Land, das er gerade besucht:
Wir bitten dich, unsere Liebe Frau, für Frankreich, dessen Patronin du bist und das du seit so vielen Jahrhunderten mit deinem Schutz umgeben hast. Erwirke für sein Volk die Gabe brüderlicher Eintracht. Möge es in der Lage sein, eine harmonische Gesellschaft zu bilden, die alle Gewalt und allen Hass verbannt und es allen ermöglicht, zu arbeiten, eine Familie zu gründen und das Leben ganz in Ruhe und Gelassenheit zu leben.
Tausende Heilungen, wenige Wunder
Das Marienheiligtum in Lourdes gilt als Ort von unerklärbaren Heilungen. Ob diese Heilung dann tatsächlich als Wunder anerkannt werden, hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Der Vatikan sei da sehr streng und genau, sagt Manfred Hauke. Er ist Theologieprofessor mit Schwerpunkt Mariologie im schweizerischen Luzern. Es gebe Tausende Berichte von Heilungen in Lourdes, darunter auch zahlreiche Fälle, die Ärzte nicht erklären könnten. Aber es seien bis jetzt nur 72 Heilungen von Bischöfen als Wunder anerkannt worden.
72 anerkannte Fälle in mehr als 165 Jahren. Eine ganze Kommission prüfe jedes Mal genau, ob das Wunder umgehend geschehen sei und nicht erst nach einer gewissen Zeit, wie krank der Kranke vorher tatsächlich gewesen sei, in welchem Umfeld die Heilung stattgefunden habe, sagt Hauke. Solche Prüfungen dauerten teils Jahre oder Jahrzehnte. Mittlerweile ist Lourdes der größte Marienwallfahrtsort Europas.
Papst Leo XIV. nutzte seinen Besuch in Lourdes für ein schlichtes Gebet.
Lourdes als touristische Hochburg
Die Kleinstadt ist nicht nur wegen der Muttergottes bedeutend. "Es ist schon interessant, auch was Tourismus angeht", sagt Hauke.
Tatsächlich ist Lourdes die von ausländischen Gästen am zweithäufigsten besuchte Stadt Frankreichs - nach Paris. Lourdes hat mit seiner eher geringen Einwohnerzahl, etwa 13.300 Menschen leben dort. eine extrem große Kapazität an Hotelbetten. Die Stadt ist zudem Tagungsort der französischen Bischofskonferenz, die der Papst heute treffen wird.
Ein Ort der Vergebung?
Und noch einen wichtigen Termin hat der Papst in Lourdes: Er trifft dort sieben Opfer sexuellen Missbrauchs. Wieso dieses Treffen in Lourdes stattfindet? "Nicht, weil die Missbräuche mit Lourdes zusammenhängen, sondern weil man vielleicht gemeint hat, das sei ein Ort, an dem auch Wunden geheilt werden - und dass es deshalb ein geeigneter Ort sei", mutmaßt Theologieprofessor Hauke.
Lourdes als Ort der Heilung, aber auch als Ort der Buße. Etwa einen Monat nach Veröffentlichung des sogenannten Sauvé-Berichts, des französischen Missbrauchsgutachtens von 2021, erkannten die Bischöfe in Lourdes erstmals offiziell eine systematische Schuld ihrer Kirche an. Auf dem Vorplatz der Rosenkranz-Basilika knieten die Bischöfe öffentlich nieder und baten um Vergebung.
Leo XIV. wird seinen Besuch in Lourdes am späten Abend mit einer Lichterprozession beenden - ein Zeichen für Hoffnung auch in dunklen Momenten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.