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Friday, October 30, 2026

Merz hofft auf Wiedervereinigung von Süd- und Nordkorea

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Er sei dankbar, "dass wir eine solche Teilung in Deutschland seit 36 Jahren nicht mehr erleben müssen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz nach einem Abstecher an die sogenannte Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea. "Wollen wir hoffen, dass auch Korea eines Tages die Chance bekommt, die staatliche Einheit zurückzugewinnen."

Am Rande der entmilitarisierten Zone erklärte Merz weiter: "Man merkt hier an diesem Platz auch, wie sehr so ein Land an einer Teilung leidet und wie sehr auch der Wunsch besteht, jedenfalls in diesem Teil der koreanischen Halbinsel, wiedervereinigt zu werden." Er sei auch bei seinen Gesprächen in Seoul mehrfach auf die deutschen Erfahrungen mit der Wiedervereinigung angesprochen worden.

Südkorea Panmunjeom 2026 | Friedrich Merz & General Xavier T. Brunson auf der Blue Bridge
Der Kanzler auf der sogenannten Blue Bridge in der Demilitarisierten Zone (DMZ)Bild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg (1950 bis 1953) geteilt. Der Nordteil des Landes wird vom autoritären Machthaber Kim Jong Un regiert, der Südteil ist eine Demokratie. Beide Staaten trennt eine 248 Kilometer lange Grenzlinie durch die koreanische Halbinsel. Auf beiden Seiten der Grenze gibt es eine etwa zwei Kilometer breite entmilitarisierte Zone.

"Wir standen auf nordkoreanischem Territorium"

Merz besichtigte an der Grenzlinie eine der ikonischen blauen Baracken, durch deren Mitte die Grenze verläuft. Wann immer die Nord- und Südkorea direkte Gespräche miteinander führen, tun sie dies dort. Genau hier haben sich 2018 auch der damalige südkoreanische Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim die Hand geschüttelt. Es war das erste Mal, dass ein nordkoreanischer Staatschef südkoreanischen Boden betreten hatte, wenn auch nur mit ein paar Schritten.

Auch Merz übertrat innerhalb der Baracke die Grenze. Nur an dieser Stelle ist das möglich. "Es war sogar so, dass wir praktisch mit den Füßen schon auf dem nordkoreanischen Territorium standen", erzählte er später.

Es ist nicht selbstverständlich, dass ein deutscher Regierungschef bei einem Besuch Südkoreas an die Grenze fährt. 2023 war Olaf Scholz bei seinem Antrittsbesuch dort. Davor war Helmut Kohl 1993 der letzte Kanzler an der Demarkationslinie. Der damalige CDU-Vorsitzende äußerte wenige Jahre nach dem Fall der Mauer die Hoffnung, dass es innerhalb eines Jahrzehnts auch in Korea zu einer Wiedervereinigung kommen könnte. Daraus wurde nichts.

Machtdemonstration während des Kanzlerbesuchs

Die Spannungen zwischen beiden Staaten sind nach wie vor groß. Kurz vor der Ankunft des Kanzlers feuerte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres. Während Merz in Seoul an einer Wirtschaftskonferenz teilnahm, kündigte Machthaber Kim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zudem an, eine "absolute Überlegenheit" Nordkoreas in der Drohnentechnologie anzustreben.

Bei der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in der südkoreanischen Hauptstadt warb Merz auch für Investitionen koreanischer Unternehmen in Deutschland. "Investoren aus dem Indopazifikraum sind mittlerweile ⁠unverzichtbare Akteure ​für Deutschland und Europa", betonte er.

Südkorea Seoul 2026 | Premierministerin Han Seong-sook bei der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft
"Gemeinsam wachsen": Südkoreas Premierministerin Han Seong Sook bei der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in SeoulBild: Jung Yeon-je/AFP

Die südkoreanische Ministerpräsidentin Han Seong Sook verwies darauf, dass südkoreanische Batteriehersteller ​derzeit Fabriken in Polen und Ungarn bauen und dann ein Viertel der europäischen Produktionskapazität für Batteriezellen bereitstellen. In diesem Bereich könne man gemeinsam wachsen - "als solide Grundlage ​für den Übergang der deutschen Automobilindustrie ‌zu Elektrofahrzeugen", sagte sie. Merz hatte zuvor versucht, in Singapur, Japan und Südkorea Ängste zu zerstreuen, dass neue EU-Gesetzgebung ihre Firmen vom europäischen Binnenmarkt ausschließen könnte.

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