וואלהפריצה לבית קפה בתל אביב - במהלך יום הכיפוריםThe Jerusalem PostWhat will Israel bring to its most important alliance? - opinionPunchTrump TV goes live as major US networks halt coverageInquirer EntertainmentTaylor Swift will become the most awarded artist in MTV VMAs historyInquirerWoman dies after refusing to leave burning house in QuezonCNN TürkİSTANBULKART 1 TL ÖĞRENCİ ABONMAN BAŞVURUSU 2026| İBB aylık 1 TL öğrenci abonmanı başvurusu nasıl yapılır, kimler başvurabilir?Bollywood HungamaEXCLUSIVE: Ajay Devgn-Rohit Jugraj’s horror thriller titled Surya PrakashSözcüHedef Yatırım'dan yeni açıklamaUOLMercado de carros clássicos muda com novos interesses de colecionadores mais jovensObservador DesportoFragatas. Nuno Melo ouvido no parlamento sobre fragatasהידעןמפת עולם חדשה לחלבונים: בינה מלאכותית מחברת בין רצף, מבנה ומיליארדי שנות אבולוציהn-tvBasketball droht Spaltung: Gierig und planlos: NBA versetzt Europa in Aufruhr
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, September 22, 2026

Gesundheitswesen in Afrika: Der lange Weg zum eigenen Impfstoff

Translate

Bis 2040 will Afrika 60 Prozent seiner benötigten Vakzine selbst herstellen. Doch es fehlen Geld, Fachkräfte und Know-how.

Die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (AU) haben sich 2020 darauf verständigt, bis 2040 mindestens 60 Prozent der auf dem Kontinent benötigten Impfstoffe selbst herzustellen. Eine eigene Impfstoffproduktion soll die Anfälligkeit des Kontinents für globale Lieferengpässe – wie während der Coronapandemie – verringern. Die starke Importabhängigkeit hat den Zugang zu Impfungen während Gesundheitskrisen oft verzögert, Menschenleben gekostet und so bestehende Ungleichheiten verschärft.

Mit eigenen Produktionsstätten wären die afrikanischen Staaten auf Krankheitsausbrüche besser vorbereitet und könnten schneller reagieren. Zudem würden die Impfstoffkosten langfristig sinken. Schließlich könnten qualifizierte Arbeitskräfte ausgebildet und die industrielle Entwicklung vorangetrieben werden.

Als sich die AU 2020 in Addis Abeba auf das Ziel einigte, produzierte Afrika lediglich 1 Prozent der Impfstoffe selbst, die auf dem Kontinent verwendet wurden. Sechs Jahre später hat sich daran kaum etwas geändert, sagt Chiluba Mwila vom Verband der afrikanischen Seuchenbekämpfungsbehörden Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC).

Afrika-Workshop & Magazin-Bestellung

Am 5. Afrika-Workshop der taz panterstiftung nehmen Kol­le­g:in­nen aus 16 Ländern Afrikas teil. Dabei entstand auch ein 64-seitiges, aufwändig gestaltetes Magazin. Es kann ab sofort bestellt werden per Mail an stiftung@taz.de unter dem Betreff „Afrika-Magazin“ und Angabe Ihres Namens und Ihrer Postadresse. Vielen Dank!

Die Texte des Magazins erscheinen auch hier auf taz.de.

Möchten Sie Sie die taz Panter Stiftung unterstützen:

• Können Sie hier direkt online spenden.

• oder über die Kontoverbindung der Stiftung:

GLS-Bank Bochum

BIC: GENODEM1GLS

IBAN: DE 9743 0609 6711 0371 5900

Der Anteil könnte inzwischen sogar noch geringer sein, da einige Produktionsstätten geschlossen wurden. Afrika arbeite daran, künftig bis zu acht besonders wichtige Impfstoffe selbst herzustellen, darunter jene gegen humane Papillomviren (HPV), Gelbfieber, Malaria und Masern-Röteln, Pneumokokken, Rotaviren, Cholera sowie ein Sechsfachimpfstoff, unter anderem gegen Hepatitis.

Länder wie Senegal, Algerien, Tunesien, Marokko, Südafrika und Ruanda haben bereits begonnen, in die heimische Impfstoffproduktion zu investieren.

Jahrelanger Aufbau

„Der Wettlauf hat begonnen“, sagt Mwila. Doch es gebe Herausforderungen bei der Finanzierung, der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte und beim Marktzugang. „Wenn Afrika sein Ziel erreichen will, muss der Kontinent diese Probleme strategisch angehen“, sagte Dr. Mwila.

Der Aufbau einer vollständig funktionsfähigen Impfstofffabrik könne bis zu sieben Jahre dauern und erhebliche Investitionen erfordern. Zudem würden mehr als 95 Prozent der pharmazeutischen Wirkstoffe weiterhin importiert.

Jetzt unterstützen!

Unterstützen Sie die taz panterstiftung und ihre internationalen Projekte mit einer Spende. Mehr erfahren

Die Produktion auf dem Kontinent konzentriere sich nach wie vor überwiegend auf die Verpackung von Arzneimitteln und weniger auf die vorgelagerten Produktionsschritte und die Entwicklung eigener Produkte. Gleichwohl mache Afrika schrittweise Fortschritte, sagt Mwila. Immer mehr Länder investierten in Produktionsanlagen, die eine kommerzielle Herstellung von Impfstoffen ermöglichen.

Bis 2024 hatten Südafrika, Ägypten, Marokko, Ghana und Senegal entweder bereits entsprechende Anlagen aufgebaut oder bereiteten entsprechende Anlagen vor. In Tansania, Kenia, Nigeria, Ruanda, Uganda und Äthiopien seien entsprechende Projekte in Planung.

Impfungen seien eine der wirksamsten Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, sagt Mugisha Nkoronko, Präsident der Medical Association of Tanzania (MAT).

Kooperation mit deutschem Pharmakonzern

Die Importabhängigkeit „gefährdet die Gesundheitssicherheit in ganz Afrika“, sagt er. „Wenn Menschen vermeidbaren Krankheiten ausgesetzt sind, sinken Produktivität und Lebenserwartung, die gesamte sozioökonomische Entwicklung leidet.“ Und viele durch Impfungen vermeidbare Krankheiten treten vor allem in tropischen Regionen auf, in denen es besonders häufig zu Ausbrüchen kommt, so Nkoronko.

Es gebe eine „Diskrepanz zwischen der Krankheitslast Afrikas, den gesundheitspolitischen Prioritäten und der Verfügbarkeit von Impfstoffen.“ Nkoronko erinnert an die Anfälligkeit globaler Lieferketten für Impfstoffe während der Coronapandemie und durch jüngste geopolitische Konflikte. „Ereignisse wie die Spannungen in der Straße von Hormus, der Krieg in der Ukraine und andere globale Konflikte haben die Lieferketten für wichtige medizinische Güter beeinträchtigt“, sagt er.

„Wir machen erhebliche Fortschritte“, sagt Tansanias Chefapotheker Daudi Mmasi. Er rechnet bis 2030 mit sichtbaren Ergebnissen. Die Regierung Tansanias habe 400 Hektar Land für den Bau eines Industrieparks bereitgestellt. Langfristig solle der Importanteil für Gesundheitsprodukte um 85 Prozent sinken. Im Mai 2026 hat die Regierung eine Absichtserklärung zwischen dem Gesundheitsministerium und dem deutschen Pharmakonzern Sartorius über die Entwicklung eines Pharma-Industrieclusters in Dar es Salaam unterzeichnet.

Dies ist eine äußerst wettbewerbsintensive Branche, und Hersteller werden ihr geschütztes Wissen voraussichtlich nicht mit anderen teilen.

Mtebe Majigo, Immunologe

Mtebe Majigo, Professor für klinische Mikrobiologie und Immunologie an der Muhimbili University, sagt, Tansania verfüge über qualifizierte Fachkräfte für die Impfstoffproduktion. Sorgen bereite ihm jedoch die Infrastruktur.

Milliardenzusagen der Geberstaaten

„Dies ist eine äußerst wettbewerbsintensive Branche, und Hersteller werden ihr geschütztes Wissen voraussichtlich nicht mit anderen teilen“, sagt Majigo. Die Impfstoffproduktion erfordere umfangreiche Vorbereitungen, insbesondere bei der Entwicklung von Antigenen und Antikörpern. „Das bleibt eine der größten Herausforderungen, die Tansania bewältigen muss, wenn es bei der Impfstoffproduktion unabhängig werden will“, so Majigo.

Allerdings sind nicht alle davon überzeugt, dass Impfstoffe aus heimischer Produktion sofort das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen werden. Die Bibliothekarin Rehema Msigara etwa sagte, sie würde in den ersten Jahren zögern, solche Impfstoffe zu verwenden. Zunächst wolle sie Gewissheit über deren Qualität haben. Sie habe von Fällen „medizinischer Fahrlässigkeit und Korruption sowie der Beschaffung minderwertiger Arzneimittel“ gehört, sagt Msigara. Sie würde lieber abwarten, bis die Produktion etabliert ist und nachweislich den Qualitätsstandards entspricht. Msigara ist nicht die Einzige.

Laut Chiluba Mwila von Africa CDC haben afrikanischen Staaten inzwischen Finanzierungszusagen von gut 10,2 Milliarden US-Dollar erhalten, um die eigene Herstellung von Medizinprodukten voranzutreiben. Geber sind unter anderem die Impfallianz Gavi, die EU, die African Export-Import Bank und die Afrikanische Entwicklungsbank.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.