Kann Deutschland bei KI aufholen? Experte sieht drei Faktoren
Deutschland will bei KI international mithalten. Die Einschätzung von Nvidia-Boss Huang teile er nicht, sagt Investor Benedikt von Schoeler.
19.10.2026 | 13:27 minDer "Invest in Germany Summit" soll mehr privates Kapital für Investitionen in Deutschland mobilisieren. Eingeladen zum Investitionsgipfel sind Großunternehmen, Investmentbanken oder Fonds. Als "Stargast" ist der Chef des US-Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, dabei.
Mit Blick auf die Rolle Deutschlands im internationalen Wettrennen um Künstliche Intelligenz hatte Huang laut dem US-Sender CNBC vor Journalisten im Vorfeld erklärt: "Nichts schmerzt mich mehr, als zu sehen, dass eines der technologisch fortschrittlichsten Länder so weit abgehängt wird."
Benedikt von Schoeler verwaltet für den Münchner Investor Vsquared Ventures Millionen-Investitionen privater Geldgeber. Im Interview mit ZDFheute live widerspricht er dem Nvidia-Pionier:
Ich bin nicht ganz so pessimistisch wie Jensen Huang. Ich denke, es schlummert nach wie vor sehr viel Potenzial in Deutschland, in Europa.
Benedikt von Schoeler, Partner bei Vsquared Ventures
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Er sei zuversichtlich, dass Deutschland "ein Stück weit aufholen" könne, so der Investment-Manager. Dazu brauche es neben Bürokratieabbau und einem "gesunden Optimismus, den wir an der einen oder anderen Stelle vielleicht verloren haben", vor allem eines: zusätzliches Kapital. Bei dem Investitionsgipfel gehe es genau darum, Kapital in die Zukunftstechnologien zu lenken, so von Schoeler.
Insgesamt hat Deutschland, glaube ich, wahnsinnig viel zu bieten. Wir haben exzellente Universitäten, Forschungsinstitutionen, herausragende Technologien.
Benedikt von Schoeler, Partner bei Vsquared Ventures
Damit diese jedoch in Deutschland bleiben, müsse man "mehr Kapital mobilisieren, das auch in Deutschland investiert". Zu wenig Kapital gebe es nicht - es müsse nur an die richtigen Stellen gebracht werden. Nur so könne es stabile Arbeitsplätze und ein steigendes Rentenniveau geben.
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Doch woher kommt das Geld für die Investitionen? Hier hat von Schoeler deutsche und europäische Sparvermögen im Blick: "Allein die Pensionskassen, Versicherungen und weitere Kapitalsammelstellen in Deutschland verwalten ein Vermögen von über 2,8 Billionen Euro." Investiere man nur einen kleinen Teil dieses Investitionsvolumens, könne man bereits "ein positives Gesamtmomentum in Bewegung setzen".
... ist Mitgründer und Partner des Münchner Wagniskapitalgebers Vsquared Ventures und seit mehr als 15 Jahren in der Finanzbranche tätig. Vsquared Ventures investiert vor allem in junge Deeptech-Firmen wie Isar Aerospace und Neura Robotics.
Auch eine mögliche Kapitalrente, wie sie von der Rentenkommission vorgeschlagen wurde, könne ein "sehr wesentlicher Baustein sein", so von Schoeler, um Renten "nicht nur erhalten, sondern weiter steigen lassen zu können". Ein Vorschlag: Ein Teil des Bruttoentgelts soll künftig in einen öffentlichen Fonds eingezahlt und am Kapitalmarkt angelegt werden. Dies würde den Wirtschaftsstandort Deutschland "nachhaltig stärken".
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Und gerade in diesem Bereich hat Deutschland mit seiner Produktionskompetenz (…) sehr viel Erfahrung, auch sehr viele relevante Daten und kann hier sicherlich eine wichtige Rolle spielen.
Benedikt von Schoeler, Partner bei Vsquared Ventures
Die Bundesregierung mache bereits viele Dinge richtig. Nun brauche es die Entschlossenheit, angedachte Pläne schnell umzusetzen: "Insofern, glaube ich, sind Mut, Entschlossenheit und Kapitalallokation als Signal auch enorm wichtig."
Das Interview führte ZDFheute live-Moderator Philip Wortmann.
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