Mehr Schutz kritischer Anlagen: Stromnetz-Betreiber: "Machen es Attentätern unnötig leicht"

Mehr Schutz kritischer AnlagenStromnetz-Betreiber: "Machen es Attentätern unnötig leicht"
05.09.2026, 07:19 Uhr

Amprion betreibt das zweitgrößte Stromnetz Deutschlands. Dazu gehören rund 180 Umspannwerke. Zwei davon werden Opfer von Sabotageakten. Der Chef des Netzbetreibers erwartet weitere Attacken. Er sagt: "Wir machen es Attentätern unnötig leicht."
Amprion-Chef Christoph Müller fordert von der Politik nach den Attacken auf das Stromnetz mehr Freiheiten, damit Unternehmen sich schützen können. "Die Wirtschaft muss viele Angaben zu Strom- und Gasnetzen öffentlich machen und ins Netz stellen. So machen wir es Attentätern unnötig leicht - egal, aus welcher Ecke sie kommen", sagt der Chef des Übertragungsnetzbetreibers der "Rheinischen Post". Sein Vorschlag: "Wir wünschen uns von der Bundesregierung, dass sie die Transparenzvorschriften entschärft." .
Zudem sprach sich Müller für mehr Freiheiten beim Einsatz von Videoüberwachung und Drohnen aus. "Drohnen sind eine Chance, die wir derzeit nur in sehr speziellen Fällen nutzen dürfen. Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen - das dürfen wir bislang nicht. Der Bund sollte solche Drohnenüberflüge erlauben."
Ein weiteres Problem sind demzufolge fehlende Möglichkeiten der Videoüberwachung. "Wir dürfen mit den Kameras nur unser Gelände beobachten, nicht aber die Umgebung. Sonst bekommen wir gleich Post von den Datenschutzbeauftragten. Wir appellieren an Bund und Länder, uns Videoüberwachung um unsere Anlagen herum zu erlauben."
Der Amprion-Chef rechnet dem Bericht zufolge mit weiteren Anschlägen. Das Unternehmen habe den Betrieb jedoch sicherer aufgestellt, etwa durch die Verschiebung von Wartungsarbeiten und höhere Sicherheitsmargen.
Amprion betreibt das zweitgrößte Höchstspannungsstromnetz in Deutschland. Dazu gehören rund 180 Umspannwerke. Zuletzt waren zwei Anlagen in Bergheim und Dormagen von Sabotageakten betroffen. "Es gibt zwar keinen hundertprozentigen Schutz, es kann immer etwas passieren", sagte Müller. "Aber wir müssen in der Lage sein, mit den Bedrohungen umzugehen. Und das können wir: Unsere Mannschaften sind immer einsatzbereit."
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