EU-Handelskammer fordert Umdenken im Handel mit China
Angesichts eines wachsenden Ungleichgewichts im Handel mit China sieht die EU-Handelskammer in China einen Punkt zum Umdenken erreicht. "Was uns Sorgen bereitet, ist, dass die Entwicklungen hier einige grundlegende Fragen zum Handel aufwerfen", sagte Kammerpräsident Jens Eskelund in Peking.
Richtig betrieben schaffe Handel Wert und Effizienz für beide Seiten, so Eskelund. Doch wenn dies nur noch für eine Seite gelte, stelle sich die Frage: Warum überhaupt Handel treiben? Er verwies auf Chinas Überschuss im Handel mit Europa von geschätzt einer Milliarde Euro pro Tag.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderte in ihrer Rede zur Lage der EU mehr Unabhängigkeit von China.
16.09.2026 | 0:27 minEU-Handelskammer fordert mehr Ausgewogenheit
Eskelund zufolge dürfe es nicht nur um den Erfolg europäischer Unternehmen in China gehen, sondern auch um stabile Handelsbeziehungen.
Auch für Europa muss ein Gewinn dabei herauskommen.
Jens Eskelund, Präsident der EU-Handelskammer in China
In Europa herrsche mehr Übereinstimmung darüber, welche Herausforderung China für die europäische Industrie darstelle.
Zugleich warnte er: "Ich bin ein wenig besorgt, dass China vielleicht noch nicht vollständig verstanden hat, dass sich in Europa etwas verändert, das es Europa letztendlich ermöglichen wird, Maßnahmen zu ergreifen."
Die Nachfrage nach Klimaanlagen steigt und bereits einige chinesische Firmen zielen speziell auf den europäischen Markt ab. Jedoch schützt man sich in China auch noch anderweitig vor der Hitze.
30.07.2026 | 2:30 minChina und EU teilen einige Bedenken
In einem neuen Positionspapier mit 1.096 Empfehlungen an die Politik stellte die EU-Handelskammer in China fest, dass sich Pekings und Brüssels Sicherheitsbedenken teils ähneln. Auch die EU arbeite an einem politischen Rahmen, um ihre Autonomie, industrielle Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Eine "gesunde Balance" zwischen wirtschaftlicher Sicherheit und mehr Offenheit für Unternehmen könnte die Entwicklung beider Volkswirtschaften verbessern, heißt es in dem Papier.
"Man will mit Kanada zusammen auf Augenhöhe mit den USA und China sein", sagt ZDF-Korrespondent Andreas Stamm. Konkrete Pläne für die Partnerschaft sind noch offen, und der Weg dorthin ist lang.
17.09.2026 | 2:59 minChina wird zum Exportstandort
Brüssel und Peking verhandeln derzeit über eine Lösung im Handelsstreit. Auch neue EU-Zölle standen bereits zur Debatte.
Ein altbekanntes, aber großes Problem für ausländische Firmen ist der anhaltend ungesunde Preiswettbewerb in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Für ausländische Unternehmen wandelt sich China deshalb zunehmend vom Absatzmarkt zum Exportstandort. Dabei nutzen die Firmen die starken Lieferketten in der Volksrepublik und die Entwicklungsgeschwindigkeit.
Künftig werden auf Produkte, die außerhalb der EU bestellt werden, Einfuhrzölle erhoben. Damit sollen vor allem chinesische Billigimporte begrenzt und europäische Händler gestärkt werden.
01.07.2026 | 1:50 minProblem der "Zombieunternehmen"
Ein weiteres Problem bleibt die chinesische Konsumschwäche. Die Kammer hält eine Stärkung der Nachfrage bei gleichzeitiger Anpassung des Angebots an die tatsächliche Nachfrage für hilfreich. In strategisch geförderten Branchen wachsen demnach die Produktionskapazitäten schneller als die Nachfrage.
Zudem würden "Zombieunternehmen", die eigentlich nicht mehr wirtschaftlich arbeiteten, von Lokalregierungen am Leben gehalten. Hintergrund seien die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Hoffnung, dass diese Unternehmen als Branchenführer aus dem erbitterten Wettbewerb hervorgingen, heißt es in dem Bericht.
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