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Saturday, September 26, 2026

Das sagt Wadephul über sein Treffen mit Lawrow

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Im ZDF-Exklusiv-Interview spricht Außenminister Johann Wadephul nach dem Treffen mit Sergej Lawrow von einem "intensiven Gespräch". Weitere Gespräche würden nun in russischer Hand liegen.

26.09.2026 | 3:28 min

ZDFheute: Herr Minister Wadephul, große Überraschung heute Vormittag, Ihr erstes Treffen mit Russlands Außenminister Lawrow. Wie war's?

Johann Wadephul: Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden. Mir war es wichtig, klarzumachen, dass Deutschland derartige Dinge wie den Drohnenangriff in Leipzig nicht akzeptiert. Dass das eine Eskalation ist, die nicht akzeptabel ist. Und ich habe Russland klar gewarnt, nicht so weiterzumachen. Wir können uns verteidigen, wir können uns wehren, das werden wir auch tun.

Ich habe ihm angeboten, zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine. Aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden.

Außenminister Johann Wadephul (CDU)

ZDFheute: Welche Themen haben Sie noch angesprochen?

Wadephul: Es geht jetzt vordergründig in der Ukraine darum, dass wir die Getreideexporte ermöglichen, das gilt für russische Exporte und natürlich vor allen Dingen auch für ukrainische. Das ist für diese Länder wichtig, aber es ist insbesondere für den globalen Süden wichtig. Ägypten bezieht ein Drittel der Getreidelieferungen aus der Ukraine. Das heißt, wenn so etwas jetzt nicht stattfindet, dann gibt es Hunger, gerade im globalen Süden, sowas muss vermieden werden. Ich habe ihm dringend geraten, offen zu sein für Gespräche. Die Ukraine ist offen dafür, Russland sollte es auch sein.

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25.09.2026 | 1:07 min

ZDFheute: Die Bundesregierung hat seit Beginn des Angriffskriegs nicht mit Russland geredet, auch die Vorgängerregierung nicht. Was hat sich geändert?

Wadephul: Ich bin einerseits von zahlreichen Kollegen gebeten worden, offen zu sein für Gespräche. Die geraten haben, dass man zu irgendeinem Zeitpunkt auch wieder direkt miteinander reden muss. Und ich möchte auch nicht, dass wir Europäer den Amerikanern den kompletten Austausch mit Russland überlassen. Deswegen habe ich gesprochen.

Uns ist klar, dass wir wirklich kategorische Unterschiede haben in unseren Auffassungen, zwischen unseren Regierungen. Aber auch darüber muss man sprechen. In Zeiten des Kalten Krieges hat es immer einen Austausch gegeben. Und ich fand es richtig, zum jetzigen Zeitpunkt, eine erste Möglichkeit zum Austausch zu suchen.

ZDFheute: Gilt denn das Mantra noch: Nicht über die Ukraine ohne die Ukraine reden?

Wadephul: Selbstverständlich.

Ich verhandele nicht über die Ukraine, das machen die Ukrainerinnen und Ukrainer selber. Ich fordere Russland auf, mit der Ukraine zu sprechen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul

Ich habe Russland auch mal klar gesagt, wir stehen an der Seite der Ukraine, es gibt die vollständige Unterstützung für die Ukraine und es wird weiterhin wirtschaftlichen Druck auf Russland geben. Das habe ich Lawrow auch nochmal gesagt und ihn aufgefordert, endlich zu Gesprächen bereit zu sein.

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ZDFheute: War das jetzt der Anfang für weitere Gespräche oder war das ein einmaliger Versuch?

Wadephul: Das liegt im Wesentlichen in der russischen Hand. Wenn Russland bereit ist, konstruktiv zu reden und vor allem wenn Russland bereit ist, von seinem Krieg gegen die Ukraine abzulassen, dann wird man sicherlich sprechen können und deswegen war mir die Botschaft hier nochmal wichtig, klar zu sagen, wir stehen zusammen an der Seite der Ukraine. Wir sind verhandlungsbereit, aber Russland muss diese Aggression beenden.

ZDFheute: Für uns kam dieses Treffen ja sehr überraschend. Können Sie uns verraten, wie es ganz praktisch zustande gekommen ist?

Wadephul: Ich habe ja gesagt, dass zahlreiche Kollegen mit Sergej Lawrow gesprochen haben und auf diesem Wege hat mich diese Gesprächsbitte erreicht. Aber das sind auch Dinge, die ich gerne im Kreis der Kolleginnen und Kollegen lassen möchte.

Das Interview führte ZDF-Hauptstadtkorrespondent Andreas Kynast.

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Quelle: ZDF

Über dieses Thema berichtet ZDFheute in dem Beitrag "Wadephul: Über wesentliche Punkte nicht einig" am 26.09.2026 um 18:37 Uhr und die heute-Sendung am 26.09.2026 ab 19 Uhr.

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