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Tuesday, October 13, 2026

Cyberattacken auf Hunderte französische Supermärkte

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Frau vor leeren Kühlregalen in einem Supermarkt in Frankreich

Angriff auf Kühlsysteme Cyberattacken auf Hunderte französische Supermärkte

Stand: 13.10.2026 • 20:37 Uhr

Bei einem Cyberangriff sind die Tiefkühlsysteme Hunderter französischer Supermärkte lahmgelegt worden. Frankreichs Finanzminister spricht von einem "Weckruf an alle". Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit ist alarmiert.

In Frankreich sind die Tiefkühlsysteme Hunderter Supermärkte Ziel einer Cyberattacke geworden. Betroffen seien etwa 700 der etwa 10.000 Supermärkte des Landes, sagte Finanzminister Roland Lescure im Parlament.

Der Angriff sei "kein Risiko für die Lebensmittelversorgung in Frankreich", er treffe jedoch "das Herz unserer Ernährungssicherheit", sagte der Minister und fügte hinzu: "Das war ein Weckruf an alle."

Einem Insider zufolge beauftragte Premierminister Sébastien Lecornu die französische Agentur für Cybersicherheit mit einer Untersuchung. Diese stimme sich mit europäischen Partnern ab, da auch andere Länder betroffen sein könnten, sagte der Insider.

Stundenlang auf 50 Grad erhitzt

Vernetzte Kühlschränke in den Filialen seien über Nacht stundenlang auf 50 Grad Celsius erhitzt worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Ihre Einheit für Cyberkriminalität ermittle zu dem großflächigen Angriff. Sie prüfe auch den Schaden durch verdorbene Lebensmittel und mögliche Brände.

Dominique Schelcher, Vorstandschef der französischen Handelskette Cooperative U, zu der die Einzelhandelsunternehmen Hyper U, Super U, U express und Marché U gehören, erklärte, 80 seiner 2.000 Filialen seien betroffen. Die meisten Geschäfte hätten Störungen bei der Kühlung verhindern können, schrieb Schelcher bei X. Einige hätten jedoch Lebensmittel entsorgen müssen.

"Der gezielte Angriff auf Geräte, die für die Konservierung frischer Produkte unverzichtbar sind, ist ein Angriff auf die französische Lebensmittelversorgung", schrieb Schelcher. "Er ist beispiellos, äußerst schwerwiegend und inakzeptabel."

Störungen auch bei niederländischem Unternehmen

Das dänische Kältetechnikunternehmen Danfoss erklärte, es versuche zusammen mit seinen Kunden, den Schaden zu begrenzen. Die meisten betroffenen Systeme seien ältere Produkte gewesen, für die es keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr gebe. Man rate Kunden seit Langem, neuere Systeme zu verwenden.

Störungen meldete auch die niederländische Supermarktkette Ahold Delhaize. Der Konzern habe Kühlsysteme nach einem Sicherheitsproblem vorübergehend vom Netz genommen, teilte Ahold Delhaize mit. Hinweise auf Datendiebstahl gebe es nicht. Das Unternehmen betreibt die Marken Albert Heijn in den Niederlanden, Delhaize in Belgien und Stop & Shop in den USA.

Auch Bundesamt für Sicherheit warnt

Die Cyberangriffe alarmieren auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "Die Vorfälle in Frankreich zeigen deutlich, wie Cyberangriffe unseren Alltag beeinflussen und stören können", erklärte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. "Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden", warnte sie.

Das BSI empfehle daher ausdrücklich, "aus dem Internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern", erklärte die Bonner Behörde. Konkret rät das BSI, den direkten Zugriff aus dem Internet auf Steuerungssysteme zu unterbinden und sogenannte virtuelle private Netzwerke (VPN) und "multifaktorgeschützte Zugriffe" zu nutzen. Zudem sollten die Systeme auf dem aktuellen Stand gehalten und Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen kurzfristig eingespielt werden.

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