Trump lässt iranische Maximalforderungen abblitzen
US-Präsident Donald Trump hat nach einem Bericht der Zeitung "Wall Street Journal" einen Vorschlag des Irans zur Öffnung der Straße von Hormus abgelehnt. Trump bezweifele, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen werde, schreibt das Blatt unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Zugleich erwäge der Präsident neuerliche Angriffe auf die Islamische Republik nach den US-Zwischenwahlen im November.
Der Iran hatte zuvor eigene Maximalforderungen mit Blick auf die freie Schifffahrt in der Meerenge bekräftigt. Dazu gehört eine siebentägige Einstellung der Kampfhandlungen in der Region einschließlich des Libanons, wo die vom Iran unterstützte und von etlichen Staaten als Terrororganisation eingestufte Hisbollah und Israel wechselseitige Angriffe verüben. Ebenso verlangt Teheran die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranisches Öl und ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen.
Spiel auf Zeit beim Nuklearprogramm
Zugleich beharrt die Islamische Republik auf ihrem Atomprogramm, das nach eigener Darstellung friedlichen Zwecken dient, und hält dessen ungeachtet hochangereichertes Uran in einer Menge vor, die nach Ansicht von Experten nur für militärische Pläne einen Sinn ergibt. Die USA und Israel hatten als Begründung für ihre Angriffe auf den Iran und dessen Nuklearanlagen im Februar angeführt, sie wollten Teheran am Bau einer Atombombe hindern.

Der seit sieben Monaten andauernde Krieg hat den weltweiten Ölhandel massiv gestört. Die für die Handelsschifffahrt bedeutsame Route durch die Straße von Hormus ist massiv gestört; immer wieder haben die iranischen Revolutionsgarden Frachter in der Meerenge beschossen. Umgekehrt verhängten die USA eine Blockade über iranische Häfen. Unter dem Schutz des US-Militärs können immer wieder Tanker mit saudischem Öl die Straße von Hormus passieren - wie viele dies sind, ist jedoch unklar.
Pressionen durch Proxies
Inzwischen hat der Iran über Stellvertreter wie die von ihm unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen den Krieg auf den westlichen Teil der arabischen Halbinsel ausgeweitet. So kontrolliert die Miliz inzwischen weite Küstenabschnitte bis hin zur strategisch ebenfalls bedeutsamen Meerenge Bab al-Mandab. Saudi-Arabien wickelt seine Öl-Exporte zu Teilen über eine Ost-West-Pipeline und an Häfen der Westküste ab. Die Huthi-Miliz hatte eine Blockade saudischer Häfen ausgerufen und Handelsschiffe im Roten Meer und am Bab al-Mandab attackiert.

Saudi-Arabien meldete auch an diesem Samstag wieder Beschuss durch die islamistischen Huthi. Die eigene Luftabwehr habe mehrere Drohnen im Anflug auf die Hauptstadt Riad abgewehrt, hieß es. Die Golfmonarchie führt eine Militärkoalition an, die der jemenitischen Regierung im Kampf gegen die Huthi-Rebellen beisteht. Der Bürgerkrieg im Jemen, der vor einigen Wochen wieder aufgeflammt war, gilt als Stellvertreterkonflikt zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran.
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