Nach Huthi-Angriffen auf Riad: Saudi-Arabien greift erneut Ziele im Jemen an
Stand: 08.10.2026 • 08:34 Uhr
Die gegenseitigen Angriffe von Saudi-Arabien und der jemenitischen Huthi-Miliz halten an. Nach Attacken auf saudi-arabische Flughäfen meldet Riad die Zerstörung von Dutzenden militärischen Objekten der Huthi im Jemen.
Saudi-Arabien hat die jemenitische Huthi-Miliz für Angriffe auf Flughäfen im Land verantwortlich gemacht und Vergeltung geübt.
Die Streitkräfte der Koalition hätten eine umfassende Operation gestartet und 82 militärische Ziele der Huthi im Jemen in den Provinzen Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida zerstört, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses mit. Zu den Zielen hätten Raketenstellungen, Kommandozentralen, Raketen- und Waffenlager gezählt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Tote und Verletzte bei Angriffen auf Flughäfen
Zuvor hatte Saudi-Arabien mitgeteilt, drei Personen seien bei Angriffen auf Flughäfen des Landes getötet, 36 weitere verletzt worden. Demnach waren die Flughäfen der Hauptstadt Riad sowie Abha im Südwesten des Königreichs Ziel von zwei separaten Angriffen am Dienstag und Mittwoch.
Am Flughafen König Chalid in Riad wurde laut der saudi-arabischen Zivilluftfahrtbehörde ein Sudanese getötet. Bei den Todesopfern in Abha handelte es sich demnach um einen Ägypter und einen Algerier. Die Verletzten seien mit "leichten bis schweren" Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden.
"Die brutalen Angriffe der terroristischen Huthi-Miliz auf Zivilisten und zivile Einrichtungen im Königreich", die sich zuletzt gegen die beiden Flughäfen gerichtet hätten, würden "nicht ungestraft bleiben", hatte die Militärkoalition im Onlinedienst X gedroht, nachdem die Huthi die Attacken auf beide Flughäfen für sich reklamiert hatten.
Die Huthi-Miliz meldet einen erneuten Angriff auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad.
Huthi melden erneute Angriffe
Laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa sollen die Huthi inzwischen erneut den Flughafen in Riad angegriffen haben. Huthi-Sprecher Jahja Saree erklärte am Donnerstagmorgen im Onlinedienst X, die jemenitische Miliz habe den wichtigsten internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad "erfolgreich" mit einer ballistischen Rakete angegriffen.
Mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz bekämpft seit Jahren die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung im Jemen. Im Zuge der Eskalation des Kriegs kam es in den vergangenen Wochen verstärkt zu gegenseitigem Beschuss. Die jemenitischen Regierungstruppen haben am Sonntag eine Offensive begonnen, um nach eigenen Angaben alle von den Huthi besetzten Gebiete zurückzuerobern.
Wegen der heftigen Kämpfe im Jemen sind nach UN-Angaben inzwischen mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Vertriebenen ist seit Mitte September von zuvor 76.000 sprunghaft angestiegen, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilt. Die IOM bezeichnet die Lage als alarmierend.
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