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Sunday, September 13, 2026

Meerenge Bab al-Mandab: Huthis verschärfen die Ölkrise

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Die jemenitische Miliz hat die Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht. Das schränkt den Welthandel mit Öl weiter ein. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Die Angriffe der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen auf eine wichtige saudische Pipeline und die Besetzung der Inseln an der Meerenge Bab al-Mandab lassen die Ölpreise weltweit wieder deutlich steigen. Denn die für den Welthandel wichtige Meerenge, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet, war eine seit dem Irankrieg ausgebaute Umgehung der weitgehend gesperrten Straße von Hormus im Persischen Golf.

Auch wenn am Sonntag der Ölpreis wieder etwas nachgab, scheint er sich jetzt oberhalb der 100-Dollar-Marke pro Barrel (je 159 Liter) festzusetzen. Denn die Internationale Energieagentur (IEA) hat gerade ihre Prognose für das weltweite Ölangebot im Jahr 2026 um weitere 1,4 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert. Sie rechnet nun mit einem Einbruch des Ölangebots um 5,7 Millionen Barrel täglich, da sich die Erholung am Golf nun auf 2027 verschieben werde.

Verschärft wurde die Lage durch den sich ausweitenden Bürgerkrieg im Jemen: Dort setzt die mit Iran verbündete Huthi-Miliz ihren Vormarsch fort und verschärft ihre Angriffe auf Saudi-Arabien. Die von Riad unterstützten jemenitischen Regierungstruppen meldeten am Sonntag Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Huthi-Militärsprecher Jahja Saree schrieb hingegen am Sonntag im Onlinedienst X, die Miliz habe den Armeestützpunkt Scharurah im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen.

Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile Jemens, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt hatten die sich selbst „Helfer Allahs“ nennenden schiitischen Rebellen strategisch wichtige Inseln am Bab al-Mandab besetzt und den Hafen von Mokka am Roten Meer eingenommen. Dadurch können saudische Tanker nicht mehr sicher in den Golf von Aden und damit weiter nach Indien oder China fahren.

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Meerenge Bab al-Mandab war Alternativroute für die geschlossene Straße von Hormus

Diese Route hatte der weltgrößte Ölkonzern Saudi-Aramco nach der Schließung der Straße von Hormus durch Iran ausgeweitet. Dazu wurde die 1982 erbaute East-West-Pipeline vermehrt genutzt: Hatte das Königreich bisher durch diese Ost-West-Route den Westteil des Landes mit täglich 2 Millionen Barrel Rohöl aus dem ölreichen Osten versorgt, so wurden seit der Schließung der Straße von Hormus weitere 5 Millionen Barrel pro Tag zum Hafen Yanbu gepumpt; zur Verschiffung vom Roten Meer aus. 70 Prozent seiner Exporte hatte Aramco so umgeleitet.

Nach Angriffen am Wochenende wurde der Betrieb der Pipeline eingestellt. Das saudische Rohölangebot brach bereits Ende August auf nur noch 6 Millionen Barrel pro Tag ein – den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten. Die IEA sieht dramatische Folgen: „Die Ölexporte aus den Golfstaaten lagen im August bei etwa 13 Millionen Barrel pro Tag – nur etwa die Hälfte des Vorkriegsniveaus“, heißt es in ihrem jüngsten Marktbericht.

IEA-Direktor Fatih Birol sprach bereits vor der De-facto-Schließung des Roten Meeres zumindest für saudische Tanker von der „größten Energiesicherheitskrise, die die Welt jemals erlebt hat“. Iran und seine Verbündeten haben nun Kontrolle über zwei der wichtigsten Handelsengpässe der Welt. Die Belastung für die Weltwirtschaft, die auf die Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs nun folgt, dürfte sich laut Energiefachleuten weiter verschärfen.

Die Belastung für die Weltwirtschaft dürfte sich weiter verschärfen

Rebecca Babin, eine der führenden Ölanalystinnen der Welt von der Investmentgesellschaft CIBC Private Wealth, erklärte, die Schließung der Straße von Hormus sei „bereits eine beispiellose Versorgungsstörung“ gewesen. „Doch die Preise blieben erstaunlich stabil, weil der Markt Umgehungslösungen fand – etwa durch Umleitung von Öl durch das Rote Meer und Bab al-Mandab.“

Ölindustrie bereitet sich auf jahrelangen Krieg vor

Nun ist auch der Bab al-Mandab zumindest für den weltgrößten Ölexporteur dicht. Und die Ölindustrie bereitet sich auf einen jahrelangen Krieg zwischen den USA und Iran vor, mit Ölpreisen, die voraussichtlich länger auf hohem Niveau bleiben werden. Zudem trägt nicht nur der hohe Preis für Rohöl allein dazu bei, sondern unter anderem auch Frachtkosten für den Transport von Rohöl und Versicherungskosten.

Es gibt nur zwei Hoffnungen: Die IEA rechnet damit, dass der weltweite Ölverbrauch in diesem Jahr um 2,5 Millionen Barrel täglich sinken wird. Und China könnte seinen Öldurst möglicherweise noch schneller eindämmen als geplant, unter anderem, indem es sein Ziel von 70 Prozent Elektroautos bereits vor 2030 erreichen könnte. Im August waren bereits 65 Prozent der in der Volksrepublik verkauften Autos elektrisch.

Bab al-Mandab ist 26 Kilometer breit und wird täglich von Tankern mit 6,2 Millionen Barrel Öl und Raffinerieprodukten durchfahren (sowie von etwa 80 Prozent des nach Norden in Richtung Europa transportierten Flüssigerdgases). Durch die Straße von Hormus kamen ohne Sperrung etwa ein Viertel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen.

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