Kopie von Kontoauszug soll SPD-Kandidat Krach entlasten
Gegen den Berliner SPD-Kandidaten Steffen Krach wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Er weist alle Vorwürfe rund um eine Spende zurück und hält an seiner Kandidatur fest.
10.09.2026 | 2:09 minNach dem Wahlkampf-Schock wegen strafrechtlicher Ermittlungen gegen ihn geht der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in die Offensive: Der 47-Jährige hat den Verdacht der Bereicherung "mit aller Deutlichkeit" zurückgewiesen und auf einer Pressekonferenz absolute Transparenz in Aussicht gestellt.
"Ich habe niemals privat Geld angenommen. Und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen", sagte er. Bei Interesse könnten Ermittler seine Konten einsehen. Gleichzeitig kündigte er an, in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl unvermindert Wahlkampf zu machen.
Ich werde weiter kämpfen um jede Stimme für die SPD.
Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat in Berlin
Seine Partei steht in Umfragen wenige Tage vor der Wahl in Berlin am 20. September schlecht da: In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap lag die SPD mit elf Prozent nur auf Platz fünf hinter CDU, Linken, Grünen und AfD. In Berlin regiert derzeit ein Bündnis von CDU und SPD. Krach musste inzwischen negative Auswirkungen auf seinen Wahlkampf einräumen. Er wolle eigentlich über inhaltliche Themen und die Herausforderungen für Berlin sprechen. "Das rückt jetzt leider alles in den Hintergrund."
Am 20. September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Ein knappes Rennen zeichnet sich ab. Umfragen zufolge dürfte es wohl auf eine Dreierkoalition hinauslaufen.
08.08.2026 | 2:32 minSPD steht weiter hinter Krach
Aus seiner Partei bekam Krach Rückhalt. Er habe die volle Solidarität und Rückendeckung, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) dem RBB. Krach habe eine Geldspende aus Niedersachsen zurückgewiesen, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh. "Daran erkennt die Fraktion weder eine politische noch eine strafrechtliche Relevanz und findet zudem den zeitlichen Zusammenhang mit demokratischen Wahlen bedenklich."
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Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Krach. Am Mittwoch seien in diesem Zusammenhang drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden, darunter Krachs Wohnung in der Hauptstadt. Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht und verwies auf ermittlungstaktische Gründe. Es gelte die Unschuldsvermutung.
Vorwürfe der Bestechlichkeit
Hintergrund der Anschuldigungen ist laut Krach ein Vergabeverfahren zur Nachnutzung eines Klinikgeländes in der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident Chef des Aufsichtsrates der Klinik. In einem Bieterverfahren konkurrierten zwei Unternehmen um den Zuschlag.
Einem Bieter sei der Zuschlag erteilt worden, einem anderen nicht. Eines davon überwies laut Krach noch während des laufenden Verfahrens eine Spende in Höhe von 9.900 Euro an die Berliner SPD, deren kommissarischer Vorsitzender er zu dem Zeitpunkt bereits war.
Bei der bevorstehenden Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses zeichnet sich ein knappes Rennen ab.
08.08.2026 | 2:19 minKrach hält angeblichen Beweis in die Kamera
Die Spende sei am 29. Dezember 2025 bei der SPD eingegangen, schilderte Krach. "Ich habe am 7. Januar 2026 um 15:11 Uhr die Information durch den Landesgeschäftsführer über diese Spende bekommen. Am 8. Januar um 6:45 Uhr, also keine 24 Stunden später, habe ich per Mail die Weisung erteilt, dass diese Spende nicht angenommen werden darf und sofort zurücküberwiesen werden muss", so Krach. "Und das ist der Beleg dafür", fügte er hinzu und hielt ein Schriftstück in die Kameras. Es soll den Kontoauszug für die Rückerstattung der Spende zeigen.
Brisant an dem Vorgang ist, dass Krach im Vergabeverfahren dafür eingetreten war, dem fraglichen Bieter den Zuschlag zu erteilen. Am 19. Februar 2026 habe der Aufsichtsrat aber anders entschieden und dem zweiten Bieter den Zuschlag erteilt. Er habe sich bei der Abstimmung enthalten, so Krach.
An den Vertragsverhandlungen sei er nie direkt beteiligt gewesen, sagte er. "Ich habe persönlich keinen Kontakt mit diesem Unternehmer gehabt", so Krach. Er habe zuletzt vor zwei bis zweieinhalb Jahren mit ihm in Verbindung gestanden. Während des Vergabeverfahrens habe es keinen persönlichen Austausch gegeben. Er habe nicht einmal eine Handynummer von ihm.
Quelle: dpa, AFP, ZDF
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, darunter die heute-Nachrichten vom 10.09.2026 ab 17 Uhr.
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