Mit Merz abgestimmter Schritt: Reiche weist mehr Gaseinkäufe durch Staatsunternehmen Sefe an

Mit Merz abgestimmter SchrittReiche weist mehr Gaseinkäufe durch Staatsunternehmen Sefe an
30.09.2026, 10:38 Uhr

Die deutschen Gasspeicher sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich weniger gefüllt. Wirtschaftsministerin Reiche wehrt sich lange gegen einen staatlichen Eingriff, vollzieht dann aber eine Kehrtwende. Nun ist klar, wie viel zusätzliches Gas beschafft werden soll.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das staatliche Energieunternehmen Sefe angewiesen, die Einspeicherung von Erdgas zu erhöhen. "Wir bestätigen, dass Sefe vom BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) als Vertreter des Shareholders die Anweisung erhalten hat, bis zum 15. Dezember acht Terrawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern", teilte Sefe mit. Der Schritt sei am späten Dienstagabend in Abstimmung mit Bundeskanzler Friedrich Merz erfolgt, hieß es dem Bericht zufolge unter Berufung auf Ministeriumskreise.
Bereits Mitte September hatte die CDU-Politikerin den Gasimporteur angehalten, Gas zur Befüllung der Speicher einzukaufen, was jedoch keine formale Anweisung war. Hintergrund ist, dass sich die Speicherung für Händler wegen der Preisentwicklung als Folge des Iran-Krieges derzeit nur begrenzt rechnet.
Der Gasspeicher-Verband INES hatte allerdings vor Engpässen im Fall eines sehr kalten Winters gewarnt. Die Speicher seien Anfang September nur zu rund 53 Prozent gefüllt gewesen. Dies sei der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Bei extrem kalten Temperaturen könne es im Januar zu einem Gasmangel kommen.
"System ist deutlich robuster"
Deutschland geht nach den Worten des Chefs des Gasimporteurs VNG dennoch ohne unmittelbares Versorgungsrisiko in den Winter. "Verglichen mit 2022 ist das System in Summe deutlich robuster", sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller. Er verwies unter anderem auf Importe von Flüssigerdgas (LNG). "Wir haben mehr Zugang zu LNG und wir haben uns, was die Bezugsquellen angeht, breiter aufgestellt."
Das Leipziger Unternehmen VNG, das mehrheitlich dem Versorger EnBW gehört, ist neben den verstaatlichten Energiekonzernen Uniper und Sefe einer der größten deutschen Gasimporteure. Sein Unternehmen habe das Portfolio so aufgestellt, dass es seine Lieferverpflichtungen auch bei einem kalten Winter erfüllen könne, betonte Heitmüller.
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