Koalition in Israel: Eisenkot sieht "bedeutende Fortschritte"
Der Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot sieht nach Koalitionsgesprächen mit Vertretern verschiedener Parteien in Israel "bedeutende Fortschritte" in Richtung einer Regierungsmehrheit. Es habe "zahlreiche Treffen" gegeben, bei denen die Teilnehmer "entscheidend vorangekommen" seien, erklärte Eisenkot am Freitag auf der Plattform X. Neue Möglichkeiten könnte eine Annäherung seines Oppositionsbündnisses an die ultraorthodoxen Parteien bringen.
Nur ein Teil der Gespräche sei öffentlich bekanntgegeben worden, teilweise sei noch in den vergangenen Stunden verhandelt worden, fügte Eisenkot hinzu. Er hoffe, dass Staatspräsident Isaac Herzog ihn am Sonntag mit der Bildung einer "Regierung des nationalen Notstands" beauftrage.
Der israelische Präsident Herzog hat Konsultationen zur Regierungsbildung aufgenommen und alle Parteien in seine Residenz eingeladen. Bei der Wahl hatte kein Lager eine klare Mehrheit erzielt.
05.11.2026 | 0:20 minIsrael: Ultraorthodoxe könnten politisches Lager wechseln
Eine neue Koalitionsoption eröffnete sich offenbar dadurch, dass Eisenkots Verbündeter Avigdor Liberman sich erstmals offen für ein Bündnis mit den ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum zeigte. Er sei nun zu "Kompromissen" bei seiner Forderung bereit, auch Schüler ultraorthodoxer Religionsschulen zum Wehrdienst einzuziehen.
Die beiden ultraorthodoxen Parteien verfügen zusammen über 13 Mandate. Ein Bündnis mit ihnen würde Eisenkots Lager damit genau die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen verschaffen.
Bislang galten die Parteien als Verbündete des langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Sie werfen ihm inzwischen allerdings vor, die versprochene gesetzliche Befreiung ultraorthodoxer Religionsstudenten vom Wehrdienst nicht durchgesetzt zu haben.
Nach der Auszählung aller Stimmen in Israel bleibt das Patt zwischen Premier Netanjahu und Herausforderer Eisenkot bestehen. Arabische Parteien könnten die Regierungsbildung mitentscheiden.
30.10.2026 | 0:23 minWehrdienst für ultraorthodoxe Männer als Streitthema
Der Abgeordnete Jaakov Ascher von der Partei Vereinigtes Thora-Judentum begrüßte Libermans Kurswechsel und die neue "Flexibilität der politischen Akteure in der Frage der Wehrpflicht". Ein förmliches Bündnisangebot müsse allerdings zunächst den zuständigen Rabbinern vorgelegt werden.
Der Wehrdienst für ultraorthodoxe Männer ist in Israel seit Jahren umstritten. Während viele andere Israelis seit Beginn des Gaza-Kriegs wiederholt zum Militärdienst einberufen wurden, entziehen sich zahlreiche Ultraorthodoxe ihrer Einberufung. Eisenkot erklärte am Freitag, er halte an einem "Pflichtdienst für alle" fest. Dieser könne allerdings auch als Zivildienst abgeleistet werden.
Eine Einigung mit den ultraorthodoxen Parteien bestätigte Eisenkot nicht. Eine Zusammenarbeit mit den arabischen Parteien schloss er weiterhin nicht aus.
Israel hat gewählt und es gibt keinen klaren Sieger. Weder das Lager von Benjamin Netanjahu noch das Bündnis seines Herausforderers Gadi Eisenkot kommt auf eine Mehrheit in der Knesset.
29.10.2026 | 38:09 minKeine eindeutige Mehrheit nach Wahl
Bei der Parlamentswahl am Dienstag vergangener Woche hatte keines der beiden großen politischen Lager eine Mehrheit errungen. Der rechtsreligiöse Block um Ministerpräsident Netanjahu - zu dem auch die ultraorthodoxen Parteien gehörten - kam auf 53 Sitze, Eisenkots Oppositionsbündnis auf 48.
Eisenkots Bündnis könnte mit Unterstützung der beiden arabischen Parteien rechnerisch auf 67 Sitze kommen. Liberman lehnt aber sowohl eine Koalition mit den arabischen Parteien als auch eine von ihnen tolerierte Minderheitsregierung ab.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.