Primärüberschuss erwartet: Athen erwartet solides Wachstum und bessere Schuldenquote als Italien

Primärüberschuss erwartetAthen erwartet solides Wachstum und bessere Schuldenquote als Italien
01.10.2026, 15:01 Uhr
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Griechenlands Konsolidierungskurs trägt Früchte - und fordert doch Tribut. Zwar ist der Staatshaushalt solide und Kredite werden teils vorfristig getilgt. Doch Hunderttausende im Land können ihre Verbindlichkeiten nicht bedienen und der Durchschnittslohn stagniert seit eineinhalb Jahrzehnten.
Während große Euro-Länder wie Deutschland und Frankreich mit wachsenden Defiziten kämpfen, steht das einstige Sorgenkind Griechenland wieder besser da. Die Regierung in Athen rechnet im kommenden Jahr mit einem soliden Wachstum und einem weiteren Rückgang der Staatsverschuldung. Dem Haushaltsentwurf für 2027 zufolge soll die Wirtschaft um etwa zwei Prozent zulegen - getragen von Investitionen, steigenden Exporten, der Binnennachfrage und dem Tourismus, hieß es aus Regierungskreisen. Die Staatsverschuldung soll auf unter 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken, wie zwei Regierungsvertreter sagten. Die Schuldenquote wäre damit seit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im Jahr 2020 um rund 60 Punkte gefallen.
Griechenland hat Kredite aus den Rettungspaketen vorzeitig zurückgezahlt und dürfte bis zum Jahresende eine niedrigere Schuldenquote als Italien aufweisen. Für das laufende Jahr rechnet die Regierung mit einem Primärüberschuss – der die Kosten für den Schuldendienst ausklammert – von rund vier Prozent des BIP, was fast einer Verdopplung der ursprünglichen Prognose entspricht.
Für viele Griechen hat sich die Lage allerdings noch nicht spürbar verbessert. Rund 1,5 Millionen Menschen können Kredite nicht zurückzahlen. Die reale Kaufkraft der Haushalte gehört zu den niedrigsten in der EU. Der durchschnittliche Monatslohn von 1500 Euro verharrt in etwa auf dem Niveau von 2009. Zudem wird die Schuldenquote im Verhältnis zum BIP Ende dieses Jahres immer noch die zweithöchste in der EU sein.
Vor der für das kommende Frühjahr angesetzten Parlamentswahl plant die Regierung nun ein Maßnahmenpaket im Umfang von 2,2 Milliarden Euro. Es soll Steuererleichterungen sowie Lohnerhöhungen für Rentner und Angestellte umfassen. Erst am Vortag hatte die Regierung angesichts des Iran-Krieges Rabatte auf Kraftstoff angekündigt, um die steigenden Kosten abzufedern.
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