Reise des Bundesliga-Aufsteigers: SC Paderborn begeistert in den USA

Der SC Paderborn nutzt die Länderspielpause für eine Reise nach Washington. In der Rolle des Botschafters der Bundesliga fühlt sich der Klub pudelwohl.
Voreingenommene mögen glauben, dass der SC Paderborn trotz des Bundesligaaufstiegs schon genug damit zu tun hat, seinen Bekanntheitsgrad in Deutschland jenseits von Ostwestfalen zu steigern. Derweil ist der Verein nahezu unbemerkt auf viel größerer Mission unterwegs und das mit großem Erfolg.
Zumindest eigenen Schilderungen zufolge hat sich der SC Paderborn auf seiner USA-Reise als Botschafter der Bundesliga bestens präsentiert. Das hilft nicht nur der Liga, sondern auch dem Bundesliganeuling. „Großartig“ sei es gewesen, berichtete SCP-Präsident Thomas Sagel und bilanzierte den Erfolg: „Man merkt das auch an den Klicks auf Social Media, unsere Reichweite ist enorm gestiegen.“ Wobei er freilich nicht größenwahnsinnig wirken wollte. In Paderborn wird nach wie vor Maß gehalten: „Wir wollen den Bogen nicht überspannen, aber wir entwickeln uns auch auf dieser Ebene immer ein Stück weiter.“
Möglicherweise haben all das hierzulande in der Länderspielpause und riesigen Jürgen-Klopp-Euphorie nicht alle mitbekommen, die ostwestfälische Presse berichtete indes ausführlichst darüber unter etwa diesen Überschriften: „Verfolgen Sie unseren Liveblog aus den USA“, „SC Paderborn im Zentrum der Macht“ oder „Diese Chance bekommen wir nur einmal“.
Aber auch die Deutsche Fußball Liga präsentierte auf ihrer Website die Reise der Paderborner mit etlichen Clips bis ins kleinste Detail. Etwa wie die Paderborner Profis im Hotel einchecken oder nach dem erfolgreichen Freundschaftsspiel gegen den Hauptstadtklub DC United aus der Major League Soccer (1:0), US-amerikanischen Fans geduldig und freundlich Autogramme geben und sich ablichten lassen.
Erfahrungen sammeln im Weißen Haus
Der SC Paderborn hat sich jedoch auch jenseits der Fußballstadien gezeigt. In der Universität von Maryland beispielsweise, im Kapitol oder im Weißen Haus. Zum Besuch des Amtssitzes von US-Präsident Donald Trump erklärte Trainer Ralf Kettemann der Paderborner Kreiszeitung: „Der Grund, aus dem wir hier sind, ist das Sammeln von Erfahrungen.“ Und Präsident Sagel berichtete: „Wir haben Räume gesehen, die man teilweise im Fernsehen nicht sieht. Der Chef des Hauses war auch da, und J. D. Vance haben wir im Auto gesehen.“
Umgekehrt wurden natürlich auch die Bundesligaprofis aus Paderborn gesehen, vielleicht sogar von Vizepräsident Vance. Und der Verein machte auf sich aufmerksam, wie die Paderborner Kreiszeitung feststellte, „war er durch die blaue Trainingskleidung doch deutlich zu erkennen.“
Ob in einer Washingtoner Sportbar das nächste Heimspiel des SC Paderborn gegen den VfB Stuttgart zu sehen sein wird, kann nicht mit Sicherheit behauptet werden. Die Paderborn-Begeisterung in Washington war dann doch auch nicht ganz so groß, wie die Leserinnen und Leser der Neuen Westfälischen glauben konnten. Von einem mit 20.000 Zuschauern bereits ausverkauften Spiel wurde im Vorfeld berichtet. Auf den Bildern von der Partie waren dann doch deutlich mehr freie als besetzte Plätze zu sehen.
Aber das kann beim nächsten USA-Trip des SC Paderborn schon ganz anders aussehen. Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange deutete an, dass der SC Paderborn die Botschafterrolle für die Bundesliga gern weiter ausfüllen möchte: „Wir sind sehr offen und haben immer Lust auf etwas Neues.“ Eine weitere Reise in die USA oder ein anderes Land in der kommenden Saison sei absolut nicht ausgeschlossen. Wie hatte es doch Präsident Sagel so schön formuliert: „Für uns ist ja wichtig, dass wir unsere Medienreichweite in die Welt transportieren.“
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