Studie: Doppelt so viel möglich: Batteriespeicher könnten Solarausbau massiv voranbringen

Studie: Doppelt so viel möglichBatteriespeicher könnten Solarausbau massiv voranbringen
19.09.2026, 07:11 Uhr

An über 1300 ländlichen Umspannwerken schlummert ungenutzte Netzkapazität. Mit Batteriespeichern ließen sich dort laut einer neuen Studie riesige Mengen zusätzlicher Solarenergie anschließen. Der Solarverband sieht darin für den Netzausbau Einsparpotenzial in Milliardenhöhe.
Mithilfe von Batteriespeichern könnten die Stromnetze in Deutschland laut einer Studie deutlich mehr Solarenergie aufnehmen als bislang angenommen. Intelligent gesteuerte Speicher an Umspannwerken könnten demnach an mehr als 1300 ländlichen Standorten den Anschluss von insgesamt rund 150 Gigawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung ermöglichen. Dies wäre mehr als die bislang in Deutschland installierte PV-Leistung, die bei 130 Gigawatt liegt.
Die Studie wurde vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) erstellt. Auftraggeber war der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW).
Grundidee ist, dass Großbatteriespeicher Solarstromspitzen aufnehmen und erst später an den Trafo abgeben. "Damit lässt sich vorhandene Transformatorleistung zeitlich wesentlich besser nutzen", so der BSW. Umspannwerke würden mithilfe der Batteriespeicher entlastet. Im Jahresdurchschnitt müsste laut der Studie nur rund ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms wegen der begrenzten Transformatorleistung abgeregelt werden.
Verband: Ausbau der Erneuerbaren nicht ausbremsen
Insgesamt könnte damit an einem Umspannwerk doppelt so viel Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sein, wie der Transformator gleichzeitig übertragen kann, so die Studie. "Netzkapazität, die zu vielen Stunden des Jahres ungenutzt bleibt, kann so für den Anschluss zusätzlicher Erzeugungsanlagen verfügbar gemacht werden", hieß es weiter.
Der Solarverband fordert, die Ergebnisse der Studie bei der anstehenden Novelle der Netzanschlussregeln zu berücksichtigen. Vorhandene Netzkapazitäten müssten besser ausgeschöpft werden, anstatt große Teile Deutschlands über Jahre zu Netzengpassgebieten zu erklären und dort den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien weitgehend zu unterbinden.
"Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen", sagte der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, Carsten Körnig. Die Studie zeige: "In den bestehenden Netzen stecken erhebliche Reserven, wenn wir Speicher intelligent einsetzen. Damit dürften sich nicht zuletzt Milliardenbeträge beim Netzausbau einsparen lassen."
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