Russlands "Schattenkrieg" gegen Deutschland: Was heißt das?
"Russland führt einen Schattenkrieg gegen uns." Mit diesen Worten hat der Chef des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, Anfang Oktober gewarnt: Deutschland wird attackiert. Nicht mit Panzern und Raketen, sondern mit Spionen, Hackern und Drohnen. @MrWissen2go Mirko Drotschmann erklärt, warum Deutschland im Visier Russlands ist und wie sich der "Schattenkrieg" hierzulande auswirkt.
"Schattenkrieg", "hybrider Krieg" - was ist das?
Gemeint sind Angriffe auf einen Feind. Allerdings nicht mit herkömmlichen Waffen oder Armeen, sondern verdeckt, ohne eine richtige Kriegserklärung, "im Schatten" eben. Statt mit militärischen Mitteln wird dieser Krieg mit wirtschaftlichen oder geheimdienstlichen Methoden geführt. Das können zum Beispiel Kampagnen sein, um die öffentliche Meinung in einem Land zu beeinflussen, oder Sabotageakte, Hackerangriffe und sogar Attentate.
Warum steht Deutschland im Visier?
Russland hat europäische Länder, die die Ukraine unterstützen, zum "strategischen Hinterland" erklärt. Das ist ein militärischer Begriff, der sinngemäß den Raum hinter der Front meint, in dem zwar nicht direkt gekämpft wird, aber für den Krieg wichtig ist. Heißt: Wer die Ukraine unterstützt, wird bekämpft. Das Ziel: Deutschland soll - wie andere wichtige Ukraine-Unterstützer - destabilisiert werden, die politische Unterstützung der Ukraine gebrochen werden.
Was sind die Methoden des "Schattenkriegs" in Deutschland?
Medienberichten zufolge hat das Bundeskriminalamt seit Jahresbeginn bis Ende August mehr als 160 Fälle von Sabotageverdacht erfasst. Außerdem gab es knapp 750 Fälle, in denen Drohnen über Anlagen der kritischen Infrastruktur, über militärischen Einrichtungen oder Rüstungsunternehmen gesichtet wurden. Der bisherige Höhepunkt war in dem Zusammenhang der Vorfall am Leipziger Flughafen Anfang August, bei dem eine mit Sprengstoff präparierte Drohne direkt neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt wurde.
Weitere Beispiele: Der Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, steht wegen möglicher russischer Anschlagspläne schon länger unter Polizeischutz. Der Gründer eines bayerischen Rüstungsunternehmens lebt nach Warnungen vor einer russischen Geheimdienstaktion gegen ihn eigenen Aussagen zufolge "de facto im Untergrund". Dazu kommen zahlreiche Cyberattacken. Kurz vor der Landtagswahl erpressten Hacker das Land Berlin um zwei Millionen Euro. Auch die Bundestagsverwaltung wurde attackiert. Außerdem versucht Russland, die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen.
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