Scheich rief vor Hamas-Terror an: 7. Oktober: Weiterer Bericht legt nahe, dass Netanjahu vorgewarnt wurde

Scheich rief vor Hamas-Terror an7. Oktober: Weiterer Bericht legt nahe, dass Netanjahu vorgewarnt wurde
26.09.2026, 13:53 Uhr
Die Zeitung "Haaretz" wirft schon vor ein paar Tagen dem israelischen Regierungschef Netanjahu vor, bereits vor dem 7. Oktober 2023 über anstehende Angriffe der Hamas informiert worden zu sein. Netanjahu streitet das vehement ab. Doch auch ein neuer Bericht kommt zu diesem Ergebnis.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat offenbar die Warnungen vor Angriffen der Hamas vor dem 7. Oktober 2023 ignoriert. Das berichtet nun auch die "New York Times". Demnach sollen die Warnungen des Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Muhammad bin Zayid bin Sultan Al Nahyan, eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 nicht an die israelischen Sicherheitsbehörden weitergegeben worden sein. Die Warnungen soll der Scheich während eines Telefonats mit Netanjahu ausgesprochen und persönlich vor einer großen Operation der Hamas gewarnt haben.
Der "New York Times" zufolge gebe es zwei Personen, die diese Informationen bestätigen. Eine davon habe mit dem Scheich gesprochen, die andere sei über das Telefonat zwischen Netanjahu und bin Zayid unterrichtet worden.
Laut dem aktuellen Bericht haben fünf ehemalige hochrangige israelische Beamte bestätigt, dass eine solche Warnung zu keiner Zeit die Entscheidungsträger des israelischen Sicherheitsapparates erreicht hat - obwohl Netanjahu am 1. Oktober 2023 seine Sicherheitschefs zu einer Sitzung einlud, bei der über die Lage im Gazastreifen gesprochen wurde. Der israelische Staatschef habe dabei lediglich gesagt, dass man die Ruhe in Gaza aufrechterhalten solle.
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Die Rechercheergebnisse der "New York Times" stützen die Veröffentlichung der israelischen Zeitung "Haaretz", die bereits Anfang September darüber berichtete. Demnach soll der mittlerweile von Israel getötete Hamas-Chef Jahja Sinwar einen früheren palästinensischen Regierungsvertreter gewarnt haben, dass seine Organisation eine "schreckenerregende Operation" vorbereite. Er beschrieb den bevorstehenden Angriff demnach als "Erdbeben". Der frühere palästinensische Offizielle habe die Informationen dann an den Staatschef der Emirate weitergegeben, schrieb "Haaretz". Dieser habe daraufhin Netanjahu angerufen und ihn informiert.
Der emiratische Präsident drängte laut "Haaretz" Netanjahu dazu, die Lage ernst zu nehmen und sich auf einen Angriff vorzubereiten. Zu seiner Überraschung habe dieser jedoch "relativ gelassen" reagiert und versichert, Israel sei "auf jegliches Szenario vorbereitet".
Netanjahu bestreitet alles
Die Vorwürfe in dem Bericht wurden von Netanjahu als "absolute Lüge" zurückgewiesen. In einer Stellungnahme stritt Netanjahu ab, in dem genannten Zeitraum überhaupt mit dem Scheich gesprochen zu haben. Kurz darauf teilte der Regierungschef mit, er habe seine Anwälte angewiesen Klage wegen Verleumdung gegen die Zeitung "Haaretz" und den Autoren Schlomi Eldar einzureichen.
Wegen der anstehenden Parlamentswahl in Israel am 27. Oktober erhöht der aktuelle Bericht noch einmal den Druck auf den israelischen Regierungschef, der eine weitere Amtszeit anstrebt. Zu den neuen Vorwürfen äußerte sich Netanjahu bisher nicht.
Am 7. Oktober 2023 hatten die Hamas und ihre Verbündeten aus dem Gazastreifen heraus Israel angegriffen. Sie töteten mehr als 1200 Menschen und verschleppten 251 Menschen als Geiseln. Israel reagierte mit massiven Angriffen auf den Gazastreifen, bei denen nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben seither mehr als 73.000 Menschen getötet wurden.
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