Deutschland: Krankheitskosten übersteigen halbe Billion Euro
Bei Frauen haben psychische Probleme und Verhaltensstörungen, darunter Demenzerkrankungen, 2024 die höchsten Krankheitskosten pro Kopf in Deutschland verursacht. Bei Männern waren dagegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen am kostenträchtigsten.
Insgesamt stiegen die unmittelbaren Kosten auf 528,5 Milliarden Euro - ein Plus von 7,6 Prozent oder 37,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2023, wie das Statistische Bundesamt in seinem jüngsten Bericht festhält. Bei Frauen lagen die Pro-Kopf-Kosten mit 6960 Euro um 1280 Euro höher als bei Männern.
Frauen werden älter
Die höheren Ausgaben bei den Frauen seien neben geschlechtsspezifischen Erkrankungen und Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt vor allem auf deren höhere Lebenserwartung zurückzuführen. Ihr Anteil unter alten Menschen und Hochbetagten in Deutschland sei höher, erläuterte die Statistikbehörde mit Sitz in Wiesbaden.
Generell stiegen mit fortschreitendem Alter auch die Krankheitskosten, so die Statistiker. Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten fielen 2024 bei der Bevölkerung ab 65 Jahren an. Das entsprach Pro-Kopf-Kosten von 15.080 Euro in dieser Altersgruppe.
Die geringsten Pro-Kopf-Kosten entstanden in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen. Sie lagen bei 2390 Euro.
Kosten für Arbeitsausfall nicht in der Statistik berücksichtigt
Zu den direkten Krankheitskosten zählen die unmittelbar mit einer medizinischen Behandlung, Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahme verbundenen Ausgaben. Sie bilden somit nicht die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten durch Krankheiten ab, wozu auch Arbeitsausfälle zählen.

Insgesamt entfielen mehr als die Hälte der Kosten auf fünf große Krankheitsgruppen. Neben den bereits genannten Herz-Kreislauf-Leiden und psychischen Erkrankungen zählten dazu Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, des Verdauungsapparats sowie sogenannte Neubildungen wie Krebs.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.