Letztes Foto auf fast 4000 Meter: Kanadische Extremsportlerin wird am Matterhorn vermisst

Letztes Foto auf fast 4000 MeterKanadische Extremsportlerin wird am Matterhorn vermisst
07.09.2026, 13:09 Uhr

Die kanadische Bergläuferin Kalie McCrystal startet Anfang September am Matterhorn einen Rekordversuch. Auf knapp 4000 Metern Höhe macht sie noch ein Selfie - seitdem ist nicht mehr erreichbar.
Seit Tagen suchen Bergretter am Matterhorn nach der Kanadierin Kalie McCrystal. Die 38-Jährige ist seit dem 1. September spurlos verschwunden. An diesem Tag postete sie von der italienischen Seite des Matterhorns oberhalb einer Schutzhütte auf rund 3830 Metern Höhe ein letztes Foto von sich in den sozialen Medien.
Sie war allein unterwegs, um den Auf- und Abstieg über den Liongrat - auf Italienisch Cresta del Leone - in weniger als fünf Stunden zu bewältigen. Bereits Wochen vor ihrem Verschwinden bereitete sie sich im Aostatal auf den Rekordversuch vor.
Anfang August kam es dann zu einem massiven Steinschlag. Einen Tag darauf brach sie einen Gipfelversuch ab. Am 7. August erreichte sie bereits einmal den Gipfel und kehrte sicher zurück. Auf Instagram schrieb McCrystal zu diesem Zeitpunkt: "Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist eher mittelmäßig, und ich habe kein gutes Gefühl dabei, auf einer halb gesperrten Route eine FKT (Fastest Known Time) anzustreben." Sie wolle auf bessere Bedingungen warten. "Die Hoffnung ist also noch nicht verloren, und ich gebe noch nicht auf."
Nicht mehr erreichbar
Anfang September startete sie dann erneut. Doch dieses Mal muss etwas schiefgegangen sein. Nach ihrem letzten Post verlor sich ihre Spur. Dem "Merkur" zufolge löste eine Freundin der Kanadierin einen Alarm aus, löst, nachdem sie sie rund 48 Stunden lang nicht erreichen konnte. Eine polnische Seilschaft beobachtete McCrystal zudem unterhalb des Pic Tyndall in mehr als 4000 Metern Höhe. Die Frauen sollen McCrystal beim Abstieg gefilmt haben, bevor sie an ihnen vorbeilief.
Seitdem durchkämmen Rettungskräfte das Gebiet. Am 3. September suchten die Einsatzkräfte die gesamte normale Aufstiegsroute auf der italienischen Seite ab, wie "Rai News" berichtet. Dabei kamen Hubschrauber sowie eine Recco-Antenne zum Einsatz - ein Radargerät, das Reflektoren in Kleidung oder Ausrüstung aufspüren kann. Sämtliche Versuche, McCrystals Mobiltelefon anzupeilen, waren ebenfalls erfolglos.
Zusätzlich werten die Einsatzkräfte laut "Merkur" Mobilfunkdaten aus. Eine zweite, virtuelle SIM-Karte im Telefon der Vermissten könnte Aufschluss darüber geben, mit welchen italienischen und schweizerischen Funkzellen das Gerät zuletzt verbunden war. So soll das Suchgebiet für weitere Hubschrauberflüge eingegrenzt werden.
Die Anwältin McCrystal stammt aus Squamish in der kanadischen Provinz British Columbia und zählt in der internationalen Skyrunning-Szene zu den erfolgreichsten Athletinnen ihres Landes. 2026 gewann sie das Rennen "4 Refugios Non-Stop" in Argentinien - einen Berglauf über rund 40 Kilometer mit mehr als 3300 Höhenmetern Aufstieg.
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