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Monday, September 14, 2026

KI-Einsatz wächst rasant – doch Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt

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Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Wirtschaft angekommen: 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten nutzen sie inzwischen. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 36 Prozent, 2024 bei 20 Prozent. Weitere 38 Prozent planen den Einsatz oder diskutieren darüber. Nur für 4 Prozent ist KI nach eigener Aussage kein Thema mehr.

Das geht aus einer repräsentativen Bitkom-Befragung von 603 Unternehmen hervor, die zwischen der 28. und 33. Kalenderwoche 2026 telefonisch durchgeführt wurde. Trotz des schnellen Zuwachses sehen sich die meisten Anwender erst am Anfang: 59 Prozent der Unternehmen mit KI-Einsatz geben an, das Potenzial der Technik bislang überhaupt nicht auszuschöpfen – lediglich 3 Prozent meinen, es eher stark auszuschöpfen, kein Unternehmen vollständig. Weitere 28 Prozent nutzen es nach eigener Einschätzung nur wenig. Damit setzt sich ein Trend fort, den Bitkom bereits vor einem Jahr gemessen hatte: Damals verwendete erst gut ein Drittel der Unternehmen KI.

Am häufigsten setzen Unternehmen KI weiterhin im Kundenkontakt ein, etwa zur Bearbeitung von Anfragen. Das nennen 72 Prozent der KI-Anwender. Es folgen Marketing und Kommunikation mit 54 Prozent. Deutlich gewachsen ist der Einsatz jedoch in Bereichen, die stärker in interne Prozesse und Produkte eingreifen.

So verwenden 25 Prozent KI im Controlling und Rechnungswesen, 22 Prozent im internen Wissensmanagement und ebenfalls 22 Prozent in Produktionsabläufen. 20 Prozent bauen KI in eigene Produkte oder Dienstleistungen ein. Im Vertrieb liegt der Anteil bei 14 Prozent, in IT-Abteilungen bei 9 Prozent. Forschung und Entwicklung nennt jedes sechste Unternehmen.

Auch KI-Agenten gewinnen nach der Umfrage an Aufmerksamkeit. Anders als klassische Chatbots sollen sie nicht nur Antworten erzeugen, sondern mehrstufige Aufgaben selbstständig abarbeiten – etwa Angebote einholen, Preise vergleichen oder Handlungsoptionen vorbereiten. Von den Unternehmen, die KI einsetzen, planen oder diskutieren, nutzen 11 Prozent solche Systeme bereits. Weitere 29 Prozent planen den Einsatz, 31 Prozent diskutieren ihn. Für knapp ein Viertel sind Agenten kein Thema.

Zwei Drittel der KI-Anwender sehen ihre Wettbewerbsposition durch den Einsatz verbessert. 48 Prozent berichten von deutlich schnelleren internen Prozessen, 45 Prozent von einem messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg. 40 Prozent berichten von einer besseren Qualität ihrer Produkte oder Dienstleistungen; 36 Prozent haben mit KI nach eigenen Angaben neue Angebote entwickelt.

Die Kosten entstehen dabei offenbar weniger durch einzelne Lizenzen oder den Verbrauch von Token als durch die technische und organisatorische Einbettung. 51 Prozent der KI-Anwender nennen Infrastruktur wie Cloud-Dienste und Rechenleistung als großen Kostenpunkt. Fast ebenso viele verweisen auf die Aufbereitung von Daten, 41 Prozent auf die Integration in bestehende Systeme. Lizenzen für KI-Software stufen nur 21 Prozent als großen Kostenposten ein.

45 Prozent aller Befragten wollen 2026 mehr Geld für KI ausgeben als im Vorjahr. Die Hälfte plant gleichbleibende Budgets, lediglich 3 Prozent wollen ihre Ausgaben senken. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass für viele Unternehmen weniger die Lizenzkosten als Datenaufbereitung, Infrastruktur und die Integration in vorhandene Systeme den Aufwand bestimmen.

Unternehmen ohne KI-Einsatz sehen vor allem fehlendes technisches Wissen als Hindernis: 85 Prozent nennen fehlendes Implementierungs-Know-how. Zwei Drittel verweisen auf rechtliche Unsicherheit, 63 Prozent auf schwer kalkulierbare Kosten. Fehlende personelle Ressourcen nennt gut die Hälfte.

Bei Unternehmen, die KI bereits einsetzen, rücken andere Probleme in den Vordergrund. 66 Prozent nennen Datenschutzanforderungen, 56 Prozent rechtliche Unsicherheit und 54 Prozent schlecht planbare Kosten. 45 Prozent sorgen sich, dass Unternehmensdaten in falsche Hände gelangen. Die Qualität der KI-Ergebnisse ist dagegen für 26 Prozent ein Hemmnis, mangelnde Nachvollziehbarkeit für 25 Prozent.

Parallel steigt das Weiterbildungsangebot: 70 Prozent aller Unternehmen schulen ihre Beschäftigten inzwischen zumindest teilweise im Umgang mit KI; im Vorjahr waren es laut Bitkom deutlich weniger. Unter den KI-Anwendern bieten 91 Prozent entsprechende Schulungen an. Dennoch bewerten zwei Drittel der Unternehmen die KI-Kompetenzen ihrer Belegschaft als gering.

Die Befragten erwarten von KI überwiegend Vorteile, sehen aber zugleich Risiken für das eigene Geschäftsmodell. 91 Prozent der Unternehmen halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie – nach 81 Prozent im Vorjahr und 73 Prozent im Jahr 2024. 80 Prozent betrachten die Technik vor allem als Chance, 18 Prozent eher als Risiko. 61 Prozent meinen, Unternehmen ohne KI-Nutzung haben keine Zukunft. Gleichzeitig sorgen sich 34 Prozent, dass KI die Existenz des eigenen Unternehmens gefährden könnte.

Auch beim europäischen AI Act nimmt die Unsicherheit zu. 37 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, als Anwender von der Verordnung betroffen zu sein; 34 Prozent prüfen dies noch. Unter den Unternehmen, die sich als betroffen einstufen oder ihren Status prüfen, rechnen 89 Prozent mit hohem Umsetzungsaufwand. Zwei Drittel aller Befragten sehen im AI Act mehr Nachteile als Vorteile für deutsche Unternehmen.

Bei den Beschäftigungseffekten fällt das Bild gemischt aus: 57 Prozent erwarten in den kommenden zwei Jahren einen Rückgang der Gesamtzahl ihrer Beschäftigten durch KI, darunter 12 Prozent einen deutlichen. 14 Prozent rechnen mit einem leichten Anstieg. 29 Prozent machten keine Angabe. Unternehmen mit praktischer KI-Erfahrung erwarten einen deutlichen Stellenabbau seltener als Unternehmen ohne KI-Einsatz – und zugleich häufiger zusätzliche Beschäftigung.

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