Dritter Platzverweis für 49ers-Profi: NFL prüft Greenlaw-Ausraster
Die San Francisco 49ers bleiben auch nach fünf Spielen ungeschlagen. Für Dre Greenlaw könnte das hitzige 32:29 bei den Seattle Seahawks jedoch ein Nachspiel haben: Der Linebacker wurde nach einem Kopfstoß des Feldes verwiesen - und ist bei der NFL kein unbeschriebenes Blatt.

Für Dre Greenlaw endete das hitzige NFC-West-Duell bereits im zweiten Viertel. Sergio Estrada
Gut sechs Minuten vor der Halbzeit verließ Sam Darnold nach einem kurzen Lauf das Spielfeld. Greenlaw setzte dennoch nach und beförderte den Quarterback nicht gerade behutsam in Richtung Seahawks-Seitenlinie. Die Schiedsrichter warfen sofort eine Flagge wegen unnötiger Härte.
Mehrere Seattle-Spieler eilten Darnold daraufhin zur Hilfe. Ernest Jones IV stellte sich Greenlaw dabei ohne Helm entgegen - der 49ers-Profi reagierte mit einem Kopfstoß und traf seinen Kontrahenten mit dem eigenen Helm im Gesicht. Jones blutete anschließend, Greenlaw wurde des Feldes verwiesen.
Entscheidung kommt direkt aus New York
Der offizielle Pool Report liefert inzwischen auch die genaue Erklärung für den Ausschluss. Die Flagge auf dem Feld galt zunächst Greenlaws spätem Hit gegen Darnold. Den anschließenden Kopfstoß überprüfte das sogenannte "Art McNally Gameday Central" - die Replay-Zentrale der NFL in New York - separat.
Seit dieser Saison darf die Zentrale einen Spieler nämlich auch dann ausschließen, wenn die betreffende Aktion auf dem Feld nicht eigenständig bestraft wurde. NFL-Verantwortlicher Troy Vincent traf im Zuge dessen letztlich die Entscheidung, Greenlaw wegen einer "footballfremden Aktion" vom Platz zu stellen.
Kyle Shanahan widersprach dem Ausschluss übrigens nicht. Zwar sei Greenlaw an der gegnerischen Seitenlinie provoziert worden, dennoch müsse er in einer solchen Situation deutlich klüger reagieren.
"Mir wurde gesagt, dass er einem Spieler ohne Helm einen Kopfstoß verpasst hat. Wenn das so passiert ist, müssen wir viel klüger sein. Das geht nicht", erklärte der Head Coach der Niners auf seiner Pressekonferenz nach dem Spiel. Das ausführlichere Gespräch mit seinem Linebacker vertagte Shanahan derweil auf Montag.
Greenlaws Vorgeschichte wird zum Problem
Für Greenlaw war es bereits der dritte Platzverweis seiner NFL-Karriere. 2022 wurde er nach einem Helmet-to-Helmet-Hit gegen Chargers-Quarterback Justin Herbert ausgeschlossen. Ein Jahr später flog er nach seiner Auseinandersetzung mit Eagles-Sicherheitschef Dom DiSandro erneut vom Platz.
In der vergangenen Saison sperrte ihn die NFL zudem für ein Spiel, nachdem er Schiedsrichter Brad Allen nach dem Broncos-Sieg gegen die New York Giants verfolgt und verbal bedroht hatte. Erst in der Vorwoche kassierte Greenlaw eine Geldstrafe über 11.941 Dollar, weil er die Sideline seines früheren Teams aus Denver provoziert hatte.
Eine weitere Strafe ist noch nicht ausgesprochen. Die NFL prüft die Szene jedoch am Montag. Neben einer Geldstrafe steht angesichts des gefährlichen Kontakts und Greenlaws Vorgeschichte auch eine erneute Sperre im Raum. Eine solche Entscheidung könnte anschließend in einem beschleunigten Verfahren angefochten werden.
San Francisco überstand den Ausfall und verbesserte seine Bilanz mit dem 32:29 auf 5-0. Sollte Greenlaw gesperrt werden, dürfte Rookie Jaden Dugger beim Monday Night Game gegen die Washington Commanders am 19. Oktober eine größere Rolle übernehmen.
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