Marktbericht: Anstehende Nvidia-Zahlen machen Anleger nervös
Marktbericht
26.000 Punkte im Blick DAX vor schwunglosem Wochenstart
Stand: 24.08.2026 • 07:39 Uhr
In dieser Woche warten die Anleger gespannt auf die Bilanz des US-Chipherstellers Nvidia. Auch ein Treffen von US-Notenbankern steht im Fokus. Der DAX dürfte deshalb schwunglos in den Montag starten.
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Handelsstart 0,1 Punkte tiefer auf 26.105 Punkte. Am Freitag war der DAX mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 26.136 Zählern aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht hatte er mehr als ein Prozent eingebüßt.
Damit steht in dieser Woche die runde Marke von 26.000 Punkten wieder im Fokus. An den Finanzmärkten gibt es derzeit eine ganze Reihe von Themen, die wieder für fallende Kurse sorgen könnten. "Es knirscht im Gebälk der Weltfinanzmärkte", schrieb LBBW-Analyst Henning Oligmüller. Neben der Krise im Nahen Osten, anhaltend hohen Energiepreisen, Inflationssorgen und steigenden Renditen am Anleihemarkt ist auch die wachsende Staatsverschuldung ins Bewusstsein der Anleger zurückgekehrt.
Anleihemarkt im Blick
Der Renditeanstieg am Anleihemarkt zeigt, dass Anleger steigende Zinsen erwarten - und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem die Schulden vieler Staaten wachsen. Höhere Zinsen verteuern den Schuldendienst. Aber auch die Kredite für Verbraucher und Unternehmer werden teurer.
Deshalb steht für die Investoren am Mittwochabend ein wichtiger Termin an: Als Nachzügler der US-Berichtssaison wird der Chipkonzern Nvidia die Quartalsbilanz vorstellen. Die Zahlen sind für den Gesamtmarkt von großer Bedeutung. Die Anleger sorgen sich wegen der milliardenschweren Investitionen für den KI-Ausbau.
Die Frage lautet nun, ob die Unternehmen ausreichend Gewinne machen, um den Kapitalaufwand zu finanzieren, und das bei steigenden Zinsen. Sollte die Nvidia-Bilanz unerwartet schwach ausfallen, könnte der gesamte Aktienmarkt darunter leiden.
Welche Geldpolitik verfolgt die Fed?
Vor diesem Hintergrund steht auch die US-Geldpolitik in den USA im Blickpunkt. Von Donnerstag bis Samstag wird das Symposium der regionalen Notenbank von Kansas City in Jackson Hole dauern, ein Treffen von Notenbankern, Ökonomen und Finanzpolitikern. Dort erhoffen sich Investoren weitere Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der US-Notenbank Federal Reserve unter dem neuen Chef Kevin Warsh.
Zudem stehen frische US-Inflationsdaten an. Die Fed achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Amerikaner zugeschnitten ist, den sogenannten PCE-Index. Er wird am Donnerstag veröffentlicht. Die verhaltenen Inflationsdaten der vergangenen Woche hatten die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung durch die Notenbank zwar gedämpft. Angeichts der anhaltend hohen Energiepreise könnte das aber nur eine Momentaufnahme sein.
Zurückhaltung in Asien
Die Vorgaben aus Asien fallen nicht einladend aus, auch dort steigt die Nvidia-Spannung. Die japanische Börse hat sich am Montag kaum bewegt. In Tokio blieb der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast unverändert bei 65.968 Punkten und der breiter gefasste Topix notierte 0,3 Prozent höher bei 4.080 Zählern.
Auch in China gaben die Kurse nach: Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 3.880 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 1,1 Prozent auf 4.566 Punkte.
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