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Friday, September 25, 2026

Apple-Geschichte: Verschollenes Video und Copland-Emulator aufgetaucht

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Es sind zwei Netzfunde, die auf den ersten Blick erstmal nicht viel miteinander zu tun haben. Doch eine wieder aufgetauchte Aufnahme einer legendären Pressekonferenz mit Steve Jobs und die Veröffentlichung eines Emulators für Apples gescheitertes Betriebssystem Copland haben gemeinsam, dass sie das öffentlich zugängliche Wissen über die Geschichte des iPhone-Herstellers vervollständigen. Beide sorgten in dieser Woche für Gesprächsstoff unter Apple-Interessierten.

Die vom damaligen Apple-Chef eiligst einberufene Pressekonferenz zum sogenannten „Antennagate“ des iPhone 4 hat ihren festen Platz in den Tech-Geschichtsbüchern. Steve Jobs musste sich damals mit der massiven Kritik an Problemen beim Mobilempfang des iPhone 4 auseinandersetzen. Das Gerät, das erstmals einen Edelstahlrahmen als Antenne einsetzte, markierte Apples Einstieg in die Verwendung hochwertigerer Materialien für Smartphones. Die Vorgängermodelle hatten noch einen Kunststoffrücken.

Während der Vortragsteil des Zusammentreffens im Apple-Hauptquartier in Cupertino stets im Netz abrufbar war, galt die Aufnahme der anschließenden Fragerunde 16 Jahre lang als verschollen. Apple selbst hatte damals nur die Präsentation veröffentlicht. Neben Jobs saßen auch Tim Cook, damals in der Funktion als COO, und der damalige Hardware-Chef Bob Mansfield auf der Bühne.

Das 47-minütige Video aus dem Jahr 2010 gilt deshalb als wichtiges Dokument der Apple-Geschichte, da es Jobs in einer sehr authentischen Weise zeigt, nicht so fein geschliffen wie in den damaligen Bühnen-Keynotes. Sichtbar wird das daran, wie er auf kritische Fragen reagiert: Mit Angriffen auf Kritiker – seinerzeit ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg –, mit Datenpunkten statt Zugeständnissen, am Ende aber doch mit einem Teil-Eingeständnis, als er einräumte, dass die iPhone-Software einen Bug in der Balkenanzeige hatte.

Apple reagierte seinerzeit mit dem Verschenken von sogenannten Bumpern – Schutzhüllen für den Rahmen – auf das „Antennagate“ und behob mit iOS 4.0.1 den Bug bei der Balkenanzeige. Die Pressekonferenz nutzte Jobs dazu, die Konstruktion der Antenne zu verteidigen und um Meldungen entgegenzutreten, dass man bei Apple von den Problemen vorab schon gewusst habe.

Unklar bleibt, wer das Video nach 16 Jahren bei YouTube hochgeladen hat. Der Kanalname „Sir Mix-A-Lot Rare Music“ lässt darauf keinen Rückschluss zu. Selbst Teilnehmer der damaligen Fragerunde, wie der Apple-Blogger John Gruber, können sich nicht erklären, woher die Aufnahme stammt.

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Der Copland-Emulator macht indessen sichtbar, wie es um Apple im Jahr 1994 stand. Das neu entwickelte Betriebssystem sollte System 7 ablösen, doch nach zwei Jahren Entwicklungszeit lief es weder stabil noch war es annähernd fertig. Es war der Versuch, ein modernes, geschütztes Multitasking-System auf die Beine zu stellen. Apple verabschiedete sich 1996 von dem Projekt und entwickelte stattdessen System 7 weiter, das in einer neuen Version als Mac OS 8 erschien. Teile der Copland-Entwicklung flossen aber in die Software ein.

Dem auf Reverse Engineering spezialisierten IT-Experten Michael Steil ist es gelungen, das nie veröffentlichte Betriebssystem in einer Emulation lauffähig zu machen. Diese funktioniert im Webbrowser und ist frei verfügbar. Steil nutzte hierfür den Open-Source-Emulator DingusPPC und modifizierte diesen mit elf Patches, die er auf GitHub publik gemacht hat. Die lauffähige Version basiert auf dem letzten Beta-Release von Copland (D11E4). Laut Steil war die Emulation eine Herausforderung, da Copland selbst auf echter Hardware nur schwer zum Funktionieren gebracht werden konnte.

Das Scheitern mit Copland galt in der Apple-Geschichte als direkter Auslöser für Apples Kauf von NeXT im Jahr 1997. Mit dem Start-up von Steve Jobs kam auch der Mitbegründer zurück in die Firma und legte dort den Grundstein für Mac OS X.

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