Jemens Rebellen greifen Saudi-Arabien an: Saudi-Arabiens Hauptstadtflughafen stellt nach Beschuss Betrieb ein

Ein Raketenangriff von Jemens Huthi-Rebellen erzwingt die Schließung des Airports von Riad. Schwere Kämpfe toben in Jemen.
Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad sind am Samstagnachmittag nach Behördenangaben 12 Menschen getötet und 309 verletzt worden. Unter den Toten des Raketenangriffs auf ein Passagierterminal, sind vier Saudis und ein US‑Amerikaner. Saudi-Arabien macht dafür Jemens Huthi-Rebellen verantwortlich; diese haben noch nicht offiziell die Verantwortung übernommen, aber Huthi-Anhänger feierten die Schließung des Flughafens von Riad. Wenige Stunden später wurde auch der Flughafen der Stadt Dammam beschossen.
Bereits am Dienstag und Mittwoch hatten die Huthi Raketen auf die Flughäfen von Riad und Abha abgeschossen. Es gab drei Tote, alles Ausländer, und 36 Verletzte. Am Donnerstag starben drei Saudis, darunter ein Pilot, auf dem Flughafen von Riad, als bei einem weiteren Huthi-Angriff dort ein saudisches Flugzeug am Boden getroffen wurde.
Maged al-Madhaji, Leiter des Sanaa Center for Strategic Studies, schrieb, der Erfolg solcher Angriffe könne weitere ermutigen: „Wenn die Huthi davon überzeugt sind, dass ihre Gegner sich aus Angst um ihre Interessen zurückhalten, werden sie mutiger.“
Der jüngste Angriff könnte aber die seit 2015 laufende saudische Intervention in Jemens Bürgerkrieg gegen die Huthi-Rebellen, die Jemens Hauptstadt Sanaa kontrollieren, verändern. Bisher beschränkt sie sich auf Luftangriffe und Unterstützung für Jemens international anerkannte Regierung, die in der Hafenstadt Aden residiert. Schon vergangene Woche hatte Pakistan seine Beteiligung an den saudischen Luftangriffen verkündet. Am Samstag sagte US-Präsident Donald Trump, auch die USA könnten sich daran beteiligen.
Kämpfe und Luftangriffe um die Millionenstadt Taiz
Derweil sind die Huthi in Jemen selbst weiter auf dem Vormarsch. Sie haben ihre Belagerung der drittgrößten jemenitischen Stadt Taiz im Zentrum des Landes verstärkt und das Kommando der Regierungsstreitkräfte in Taiz, berichtete am 4. Oktober die taz, auch die letzte Verbindungsstraße von Taiz nach Aden sei jetzt abgeschnitten. Die Huthi wollen jetzt die Millionenstadt stürmen, gegen heftigen Widerstand der Bewohner.
Luftangriffe auf Huthi-Positionen um Taiz am Sonntag sollten wiederum die Huthi-Versorgungslinien abschneiden, berichtete das Verteidigungsministerium in Aden der taz. Der lokale Journalist Taha Saleh berichtet von heftigen Preissteigerungen in der Stadt: Zehn Liter Benzin kosten jetzt 30 US-Dollar, eine astronomische Summe für die Menschen.
Der Huthi-Sturm auf Taiz folgt auf die Einnahme der jemenitischen Küste des Roten Meeres durch die Rebellen im September. Regierungsstreitkräfte konzentrieren sich darauf, dies rückgängig zu machen und die Huthi-Einheiten einzukesseln. Offizielle Angaben, wonach die Gegenoffensive der Regierungstruppen namens „Operation Dawn of Yemen“ 7.500 Tote oder Verletzte unter den Huthi gefordert hat, können nicht unabhängig verifiziert werden.
Nach UN-Angaben haben die Kämpfe in Jemen seit Anfang August mindestens 32 Zivilisten getötet und mehr als 200.000 in die Flucht getrieben.
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