RTL/ntv-Trendbarometer: Union verharrt auf Umfragen-Tiefstand, AfD deutlich vorne

RTL/ntv-TrendbarometerUnion verharrt auf Umfragen-Tiefstand, AfD deutlich vorne
22.09.2026, 14:00 Uhr
00:00
06:38

Die Herbstwahlen sind vorüber und Friedrich Merz ist weiterhin Kanzler. Mehr gute Nachrichten gibt es aber nicht für den CDU-Vorsitzenden. Im RTL/ntv-Trendbarometer darbt die Union weiter bei 20 Prozent, gewinnt aber etwas Luft zu den drittplatzierten Grünen.
Die seit Monaten desaströsen Umfragewerte von Union und Bundeskanzler Friedrich Merz im Bund haben die Herbstwahlen geprägt: Zwei Landesregierungen unter CDU-Führung sind in Sachsen-Anhalt und Berlin abgewählt worden, in Mecklenburg-Vorpommern flog die Partei erstmals aus einem Landesparlament. Das neue RTL/ntv-Trendbarometer deutet keine Besserung an, auch wenn die CDU ihren Parteivorsitzenden erst einmal nicht aus dem Kanzleramt drängt. Die Werte der großen Parteien sind bis auf eine Ausnahme unverändert: Die Grünen geben einen Prozentpunkt ab, sind beinahe gleichauf mit der Union, während die erstplatzierte AfD die achte Woche in Folge ihren 7-Punkte-Vorsprung auf die Union hält.
Würde am kommenden Sonntag gewählt, gingen die Parteien mit folgenden Stimmungswerten in die Abstimmung: Die AfD liegt bei 28 Prozent, gefolgt von CDU und CSU mit weiterhin 20 Prozent. Bündnis90/Die Grünen rutschen im Vergleich zur Vorwoche von 18 auf 17 Prozent Zustimmung und liegen damit einigermaßen deutlich vor SPD und Linke: Beide Parteien teilen sich mit jeweils 12 Prozent Platz vier im RTL/ntv-Trendbarometer. Die schwarz-rote Koalition ist nach dieser Umfrage mit zusammen nur 32 Prozent Zustimmung von einer Mehrheit weit entfernt.
Der Wert für sonstige Parteien steigt leicht von 4 auf 5 Prozent. Das BSW stagniert bei 3 Prozent, während die FDP mit unveränderten 4 Prozent der Fünf-Prozent-Hürde für einen Einzug in den Bundestag etwas näher ist. Mögliche Effekte der Landtagswahlen vom vergangenen Sonntag sind nur zum Teil in die zwischen 15. und 21. September erhobene Umfrage eingeflossen, die das Institut Forsa für RTL und ntv erhebt. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 25 Prozent weiter über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Bei der Frage nach der politischen Kompetenz der Parteien verliert die Union erneut einen Punkt: Nur noch 10 Prozent der Befragten nennen CDU und CSU als Parteien, die mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werden. Die unverändert bei 13 Prozent liegende AfD baut so ihren Vorsprung etwas aus. SPD und Linke legen je einen Punkt zu und werden jeweils von 6 Prozent der Befragten genannt. Die Grünen liegen mit weiter 8 Prozent davor. Sonstige Parteien nennen 3 Prozent der Befragten und 54 Prozent geben an, dass sie das keiner Partei in Deutschland zutrauen - ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.
Die Negativentwicklung beim Ansehen der Union spiegelt sich nicht in noch weiter sinkenden Zustimmungswerten zu Merz' Arbeit als Regierungschef: 11 Prozent der Befragten sagen, sie seien "mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden", 87 Prozent sind das nicht. Das bedeutet eine leichte Verschiebung von einem Prozentpunkt zu Merz' Gunsten - trotz der heftigen öffentlichen Spekulationen über ein Kanzler-Aus im Erhebungszeitraum der Umfrage. Merz' Werte sind allerdings bereits historisch schlecht.
Unter den Anhängern der Union ist eine knappe Mehrheit von 56 Prozent unzufrieden mit Merz' Arbeit, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Bei den SPD-Anhängern fällt der Wert der Unzufriedenen ebenfalls um einen Punkt auf nunmehr 86 Punkte. Dafür steigt die Zahl der Unzufriedenen unter den Grünen-Anhängern leicht von 90 auf 91 Prozent. Bei der Linken sind es unverändert 97 Prozent und bei der AfD 99 Prozent der Parteianhänger, die von der Arbeitsleistung des Bundeskanzlers wenig halten.
Minimale Verschiebungen sind auch bei den Wirtschaftserwartungen zu sehen: 62 statt zuvor 63 Prozent der Befragten, dass sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland in den nächsten Jahren verschlechtern werde, während der Anteil derjenigen, die mit einer Verbesserung rechnen, um einen Punkt auf 17 Prozent steigt.
Die Landtagswahlen und die Lage der Bundesregierung sind mit 39 und 35 Prozent die meistgenannten Themen unter den wichtigsten Themen. Am letzten Erhebungstag, Montag nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, nannten sogar 59 Prozent der Befragten die Landtagswahlen als wichtigstes Thema. Die Benzinpreise treiben 21 Prozent der Befragten um, gefolgt von der wirtschaftlichen Gesamtsituation mit 16 Prozent. Das Thema Rechtsradikalismus sprechen 13 Prozent an, den Krieg in der Ukraine 12 Prozent und die Kriege im Nahen Osten 10 Prozent. Mit 7 und 6 Prozent tauchen zudem Umwelt und Klima sowie die Lage in den USA noch im so genannten Themenradar auf.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 15. und 21. September erhoben. Datenbasis: 2504 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Zur politischen Kompetenz wurden 1004 Menschen befragt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.