Auf nach "Nashville": Peter Maffay und Johannes Oerding atmen Countryluft
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Auf nach "Nashville"Peter Maffay und Johannes Oerding atmen Countryluft
02.10.2026, 15:57 Uhr
Von Kai Butterweck
Für ihr erstes gemeinsames Studioalbum lassen Peter Maffay und Johannes Oerding zigtausende Flugmeilen hinter sich. Im sagenumwobenen Nashville entsteht dann auch etwas ganz Besonderes.
Wenn sich zwei der erfolgreichsten Musikanten des Landes dazu entscheiden, gemeinsame Sache zu machen, dann ist der zwischen Kiel und München entstehende Erwartungsdruck besonders groß. Im Fall der mit Spannung erwarteten Zusammenarbeit von Peter Maffay und Johannes Oerding stellten sich nicht nur Musikpolizisten die Frage: Kann hier wirklich etwas Neues entstehen? Bereits nach 30 Sekunden des "Nashville"-Openers "Weiter" lehnt sich der Freund gediegener Gitarrenmusik entspannt zurück. Neu ist das zwar nicht, aber gut - so der erste Höreindruck.
Man vernimmt nicht nur den knirschenden Sound, wenn die Akkorde wechseln. Man hört kurz darauf auch zwei Stimmen, die so unterschiedlich sind, aber wunderbar miteinander harmonieren. Da ist das tiefe Timbre von Peter Maffay - eine Stimmfarbe, die authentische Geschichten aus grauer Vorzeit zu vermitteln weiß wie keine zweite. Und dann ist da das daneben beinahe fragil und gläsern klingende Pop-Organ von Johannes Oerding. Wenn der unter die Haut gehende Refrain an einem vorbeizieht wie der laue Sommerwind, dann ändert sich die Wahrnehmung. Denn was gut ist, ist irgendwie auch neu. Zwei markante Stimmen aus unterschiedlichen Genres, die sich in der Hauptstadt der Handmade-Musik zum Austausch von musikalischen Ideen treffen: Das hat was.
Ehrliche Emotionen in klassischem Gewand
Hier haben sich zwei gefunden, die sich schon lange kennen und schätzen. Und beide bringen ihre ganz besonderen Talente und Stärken mit ein. So klingen Songs, wie die trockene Stehaufmännchen-Hymne "Ein Leben lang ist nicht lang", die balladeske Danksagung "Schön, dass es dich gibt" und die beiden tanzwütigen Saloon-Hits "Kneipen-Skiffle" und "Daniela Bar", wie das authentische und ehrliche Ergebnis einer längst überfälligen musikalischen Zusammenkunft am lodernden Lagerfeuer. Zwischendurch tanzt das Duo auch gerne mal um die Flammen herum. Aber die meiste Zeit saugt man die Energie des magischen Umfeldes einfach nur auf und steckt die daraus entstehenden Gefühle, Gedanken und Emotionen ganz behutsam in ein klassisches Singer-Songwriter-Gewand.
Peter Maffay und Johannes Oerding predigen die Liebe, die Freundschaft, das Leben, die Hoffnung und den Zusammenhalt. Musikalisch untermalt werden die positiven Botschaften mit akzentuierten Lapsteel-Vibes, erdigen akustischen Gitarrenklängen und dem einen oder anderen "Yeehaw!" aus der Ferne.
Auch das Hier und Jetzt lassen die beiden Speerspitzen der deutschen Musiklandschaft nicht außer Acht. In dunklen Zeiten, in denen Krieg, Flucht, Angst und Elend täglich präsenter werden, machen sich Peter Maffay und Johannes Oerding gemeinsam für den Frieden und das Miteinander stark. "Stiefel, die marschieren - Alle hier verlieren - Ist das hier denn noch unsere Welt? Die Zeiger stehen auf fünf vor zwölf - Doch wir bleiben laut - Wir geben niemals auf!", heißt es im Song "Sisyphos".
"Nashville" macht Spaß
Gemeinsam kann man alles schaffen. Gemeinsam sprengt man Barrieren. Peter Maffay ist 77. Johannes Oerding bringt es auf 44 Lebensjahre. Jung und Alt: Das kann sehr gut funktionieren. Die Botschaft geht raus und bahnt sich ihren Weg - genauso wie die Musik.
Mit "Nashville" zieht das Duo Maffay/Oerding mit einem breiten Lächeln im Gesicht und stolzgeschwellter Brust am Einheitsbrei der deutschen Mainstream-Popkultur vorbei. "Nashville" ist ehrlich. Und "Nashville" macht Spaß. Gemeinsam im Studio hatten die beiden Musiker "eine tolle und inspirierende Zeit". Ab April 2027 geht es dann gemeinsam auf große Arena-Tour. Eigentlich hatte Peter Maffay ja schon mit seiner Karriere als Live-Musiker abgeschlossen. Aber wenn ein guter Freund ruft und sich die Arbeit lohnt, dann macht man eben eine Ausnahme.
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