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Friday, November 6, 2026

Bombendrohungen in Europa: Anzeichen auf koordinierten Angriff verdichten sich

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Ein Ryanair-Flugzeug ist nach einer Bombendrohung am Flughafen in Lissabon zu sehen.

Stand: 06.11.2026 • 20:39 Uhr

Erneut hat es in Europa zahlreiche Bombendrohungen gegeben - sowohl im Flugverkehr als auch gegen Medienhäuser. Spanien spricht von einem hybriden Angriff, der "kein Zufall" sei. Irland sieht eine "koordinierte Kampagne".

Spaniens Außenminister José Manuel Albares zeigt sich sicher, dass es sich bei den zahlreichen Bombendrohungen gegen Flugzeuge um einen Angriff autokratischer Kräfte auf Europas Demokratie handelt. "Es ist klar, dass das kein Zufall ist", sagte er dem Fernsehsender RTVE und sprach von einem "Versuch hybrider Aggression und psychologischer Kriegsführung".

Auch die Hackerangriffe auf digitale Plattformen oder die Kühlanlagen von Supermärkten passen nach Worten von Albares in dieses Muster. "Es gibt Akteure auf der Welt, die auf diese Weise handeln, um Europa zu schwächen", sagte er. Europa sei ein Projekt der Hoffnung und stehe für die Verbindung von Demokratie, Toleranz, Wirtschaftswachstum, Umverteilung und sozialer Gerechtigkeit. "Das beunruhigt diejenigen, die zum Recht des Stärkeren zurückkehren wollen", warnte der Chefdiplomat.

Erneut Bombendrohungen im Flugverkehr

Die Serie rätselhafter Bombendrohungen im europäischen Flugverkehr hält an. Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom musste aufgrund einer Drohung nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa nach Venedig umgeleitet werden. Im portugiesischen Lissabon gingen gleich zwei Bombendrohungen gegen ein und dieselbe Ryanair-Maschine ein, wie der staatliche Fernsehsender RTP unter Berufung auf die Polizei berichtete.

Auch gegen Flugzeuge aus London und aus Brüssel nach Sofia gab es Bombendrohungen. Die Maschinen seien am Flughafen Sofia sicher gelandet, bei den Kontrollen seitens der Grenzpolizei sei "nichts Beunruhigendes" entdeckt worden, wie das öffentlich-rechtliche Radio in Sofia berichtete. In Prag richteten sich nach Angaben einer Flughafensprecherin Drohungen gegen neun Flüge, auch in Frankreich kam es zu Vorfällen.

Drohungen auch gegen irische Medienhäuser

Zudem meldeten andere Branchen nahezu identische Vorfälle. So mussten Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTÉ und anderer Medienhäuser nach einer Bombendrohung am Morgen in Sicherheit gebracht werden. Betroffen waren neben RTÉ auch die Zeitung Irish Independent und der Radiosender Newstalk.

Ob die Drohungen gegen die Medienhäuser mit den Vorfällen im Flugverkehr zusammenhängen, ist offen. "Diese Drohungen folgen jedoch unmittelbar auf die anhaltenden Störungen des europäischen Flugverkehrs, die durch ähnliche Drohungen verursacht wurden, und es scheint wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine koordinierte Störkampagne handelt", teilte die irische Regierung der Nachrichtenagentur PA zufolge mit.

Bekennerschreiben von russischen Rechtsextremen

Noch immer ist unklar, wer hinter den vielen Bombendrohungen in Europa steckt. In einigen Fällen gingen Bekennerschreiben ein, in denen von "Kämpfern des Männerstaats" die Rede ist, einer rechtsextremen Gruppierung aus Russland. Ein Zusammenhang lässt sich bislang aber nicht belegen.

Spaniens Außenminister Albares räumte denn auch ein, es werde sicher noch einige Zeit dauern, bis es Klarheit gebe, wer hinter den Aktionen stecke. "Aber wir werden es herausbekommen", gab sich der Minister zuversichtlich.

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