Kreml bestätigt Neuformierungen: Russland soll während Waffenruhe seine Truppen verstärkt haben

Kreml bestätigt NeuformierungenRussland soll während Waffenruhe seine Truppen verstärkt haben
02.11.2026, 17:44 Uhr
Das Räumen von Minen macht die Evakuierung von Bewohnern aus Oleschky in Richtung des russisch besetzten Territoriums möglich. Auch Soldaten nutzen die neue Bewegungsfreiheit. Unklarheit herrscht darüber, ob die Kreml-Truppen gepanzerte Fahrzeuge in die Stadt gebracht haben.
Die ukrainische 34. Marinebrigade hat während der Waffenruhe im Gebiet der von Russland besetzten ukrainischen Stadt Oleschky Bewegungen von Soldaten festgestellt. Die Einheit gewährte Sky News Zugang zu ihrer Kommandozentrale und zeigte als Beleg Drohnenaufnahmen. Darin zu sehen waren zum Beispiel Soldaten mit großen Rucksäcken, die sich nach Häusern mit Kellern umsehen.
Über ein Video, in dem Kämpfer der Kreml-Truppen sich über eine Straße in die Stadt bewegen, sagte Kommandeur Dmytro Pulinets: "Vorher haben sie es Tag und Nacht nicht zu träumen gewagt, die Straße zu nutzen. Nun aber haben sie die Möglichkeit dazu." Es würden dort seit Tagen Truppen verkehren.
Bereits vor Beginn der Evakuierungen von ausreisewilligen Einwohnern hätten die russischen Streitkräfte gepanzerte Fahrzeuge und Vorräte positioniert, hieß es von Sky News. Nichts davon habe einen Bezug zur humanitären Mission.
Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, hat sich laut eigenen Angaben die Aufnahmen angesehen. Auf einer Pressekonferenz sagte er jedoch laut "Kyiv Post", die gezeigten Fahrzeuge seien Teil einer vereinbarten Minenräumaktion gewesen. "Auf dem Video sind deutlich mit Kreuzen markierte russische Militärgeräte zu erkennen. Diese Geräte wurden speziell für die Minenräumung eingesetzt und nach Abschluss der Arbeiten umgehend zurückgekehrt", so Lubinez.
Kreml streitet Neuformierungen nicht ab
Vom ukrainischen Generalstab hieß es: "Der Feind nutzte die humanitäre Pause, um seine Stellungen zu verbessern. Während des Waffenstillstands wurden die Rotation russischer Einheiten, die Befestigung von Stellungen, der Ausbau von Maßnahmen gegen Drohnen entlang von Straßen sowie verstärkte logistische Aktivitäten, einschließlich der Lieferung von Munition, festgestellt."
Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, es sei davon auszugehen, dass auch die ukrainischen Streitkräfte die Waffenruhe genutzt hätten, um sich neu zu formieren. Dies sei in solchen Situationen gängige Praxis.
Übersetzen über den Dnipro befürchtet
Der ukrainische Oberleutnant und Blogger mit dem Rufnamen "Alex" hatte vor wenigen Tagen auf seinem Telegram-Kanal gewarnt, die Kreml-Streitkräfte würden Einheiten umgruppieren, indem sie Drohnenpiloten und die gesamte Logistik näher an den Fluss Dnipro heranzögen. Er befürchtet anschließend Schläge in die "größtmögliche Tiefe des ukrainisch kontrollierten Gebietes hinter dem Dnipro".
"Die Situation wird sich nach Ablauf des Waffenstillstands eindeutig verschärfen. Die Lage unserer Truppen könnte sich verschlechtern, und die Bewegung von feindlichen Landungsgruppen über den Dnipro ist nicht auszuschließen", so "Alex".
Die Waffenruhe ist am späten Sonntagabend offiziell geendet. Danach soll es vorerst weiter ruhig im Raum Oleschky geblieben sein. Hinter dem Dnipro befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft die ukrainische Großstadt Cherson. Diese war bis zur Waffenruhe lange Zeit das Ziel massiver russischer Attacken. 2022 stand Cherson zeitweise unter Kontrolle der Kreml-Truppen.
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