Roman «Die Lücken» – Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis 2026

- Der Deutsche Buchpreis 2026 geht an Shida Bazyar für den Roman «Die Lücken».
- Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main am Montagabend bekannt.
- Der Preis ist mit 25'000 Euro dotiert.
Der Roman reflektiere anhand einzelner Figurenschicksale fast hundert Jahre ambivalenten deutschen Lebens, heisst es in der Begründung der Jury. Die Autorin wähle dabei überzeugende literarische Strategien. Und: Es sei ein «Roman gegen Gleichgültigkeit».
Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar hat «Die Lücken» in einem fiktiven Ort namens Heimesbach im Hunsrück angesiedelt, der an den Heimatort der Autorin angelehnt ist. Die Ich-Erzählerin ist tot. Sie starb bei einem Verkehrsunfall. Seither gelangte sie an Wissen über den Ort aus der Nazi-Zeit. Sie wird von «Göttern» wieder dorthin geschickt, wohin sie als zehn Jahre altes Mädchen mit ihrer älteren Schwester und Eltern kam – als Flüchtlingsfamilie.
Erzählt wird von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen. Es werden verschwiegene Kapitel deutscher Vergangenheit zur Sprache gebracht. So dreht sich der rund 500 Seiten lange Roman um Lügen, Rassismus und Verdrängung. Nie habe jemand zugegeben, «noch immer das Bild des Führers in seiner Schublade liegen zu haben», heisst es etwa.
- Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird seit 2005 verliehen.
- Dieses Jahr wurde er zum 22. Mal verliehen.
- Der Preis ist mit insgesamt 37'500 Euro dotiert: Der Sieger oder die Siegerin erhält 25'000 Euro, die übrigen Autoren oder Autorinnen auf der Shortlist jeweils 2500 Euro.
- Vergeben wird der Buchpreis von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
- Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 205 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026 erschienen sind.
Insgesamt sechs Bücher waren für die höchste literarische Auszeichnung Deutschlands nominiert. 2025 hatte die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger den Deutschen Buchpreis für ihren Roman «Die Holländerinnen» erhalten.
- Shida Bazyar: «Die Lücken», Kiepenheuer & Witsch.
- Franziska Gänsler: «Orca», Kein & Aber.
- Valeria Gordeev: «Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle», S. Fischer.
- Elias Hirschl: «Schleifen», Paul Zsolnay.
- Peggy Mädler: «Selbstregulierung des Herzens», Galiani Berlin.
- Dana Vowinckel: «Anton und Alma», Suhrkamp.
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