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Saturday, November 7, 2026

Baustelle Machterhalt

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seit klar ist, wie deutlich die Amerikaner US-Präsident Donald Trump bei den Midterms die Rechnung präsentiert haben, geht mir eine Frage nicht aus dem Kopf: Wie nimmt man im Kreml dieses Wahlergebnis auf? Nach außen gibt sich Moskau unbeeindruckt. Trump werde sein Amt weiter ausüben, lässt Russlands Präsident Wladimir Putin durch seinen Sprecher ausrichten. Alles Weitere sei eine innere Angelegenheit der Vereinigten Staaten.

Durch meine Arbeit als ZDF-Sonderkorrespondentin kenne ich, Katrin Eigendorf, diesen Ton nur zu gut: Je unbeteiligter der Kreml klingt, desto genauer schaut er hin. Für Putin hält diese Wahl einige unbequeme Nachrichten bereit.

Sein bislang verlässlichster Partner im Westen ist politisch schwer angeschlagen. Auch das Bild vom zerfallenden Westen, das die russische Propaganda pflegt, hat einen Riss bekommen. Und die Hoffnung, die Vereinigten Staaten würden unter Trump Schritt für Schritt in die Autokratie abgleiten, hat sich vorerst nicht erfüllt.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

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Vielleicht ist das die eigentliche Lektion dieser Wahl, auch für uns in Europa: Einschüchterung und Spaltung tragen weit. Doch Korruption, steigende Preise und unberechenbare Kriege haben die Wähler stärker bewegt. Die Demokratie funktioniert.

"Ausgetrumpt!?" haben wir unsere neue Podcastfolge deshalb genannt - und das Fragezeichen ist kein Zufall. International schaut man nun darauf, wie Trump nach dieser Niederlage außenpolitisch auftritt - und wie andere Staatschefs mit ihm umgehen. Und im eigenen Land? Dort sind die Demokraten im Kongress wieder am Zug, auch wenn Trump nun vielleicht mehr denn je auf sein Vetorecht setzt. Zugleich stellt sich für die Republikaner die Frage: Wie viel Nähe zu ihrem Präsidenten können sie sich noch leisten?

USA-News der Woche

Neuer Mann im Machtzentrum

Die Wahlniederlage der Republikaner hat auch personelle Folgen. US-Präsident Trump baut sein engstes Machtzentrum um und ersetzt die bisherige Stabschefin Susie Wiles durch Stephen Miller. Er ist einer der loyalsten und umstrittensten Vertrauten des Präsidenten. Miller gilt als Architekt von Trumps harter Migrationspolitik und als Vordenker der "America First"-Agenda.

Seine Berufung sei ein Warnsignal, betont Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington. "Miller gilt als absoluter Hardliner - sowohl in der Zuwanderungspolitik als auch im Umgang mit der Opposition." Der neue Stabschef gehöre zu den Strategen im Weißen Haus, die "ihrem Chef maximale Machtbefugnisse zuschreiben". Das gelte auch für Maßnahmen, die nach Einschätzung von Rechtsexperten mit manchen Gesetzen und der amerikanischen Verfassung unvereinbar seien.

Bild der Woche

US-Präsident Donald Trump deutet auf das letzte Stahlbauteil, das für den Bau des Ballsaals im Weißen Haus an seinen Platz gehoben wird, während er bei einer Veranstaltung am 4. November 2026 in Washington, DC, mit Medienvertretern spricht. Präsident Trump signierte den Stahlträger und beantwortete Fragen von Reportern.

Trump auf der Ballsaal-Baustelle


Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahlniederlage scheint Donald Trump vor allem eines zu beschäftigen: sein neuer Ballsaal. Während die Republikaner ihre Niederlage verdauen müssen, begutachtet der Präsident die Baufortschritte und schwärmt von Marmorsäulen. Die Wahlergebnisse? Sie scheinen beinahe Nebensache.

Nachrichten | Politik

:Wie Trump das Weiße Haus umbaut

Ballsaal, Golddeko und Bodenbelag für Stöckelschuhe: Donald Trump gestaltet das Weiße Haus um. Erkunden Sie, was der US-Präsident schon verändert hat und was er noch plant.

3D-Modell des Weißen Hauses, hervorgehoben der Ostflügel, den Trump neu bauen lassen will

Kopf der Woche: JD Vance

Während Trump sich von der Wahlniederlage demonstrativ unbeeindruckt zeigt, sucht sein Vizepräsident bereits nach den Ursachen. Und findet sie ausgerechnet in der Politik der eigenen Regierung.

Jeder weiß, warum wir verloren haben.

JD Vance, Vizepräsident USA

Das schreibt der Vizepräsident JD Vance keine 24 Stunden nach der Wahl. Er macht den Iran-Krieg zum zentralen Grund für die Niederlage der Republikaner. Wer meine, der Iran-Krieg sei es wert gewesen, dass die Republikaner für die nächsten sechs Jahre ihre Mehrheit im Senat verlieren, solle das so begründen, so Vance.

Auf der Baustelle damit konfrontiert, gibt sich Trump gelassen. Er kenne Vances Haltung und räumt ein, dass der Krieg Stimmen gekostet haben dürfte. Trotzdem würde er wieder so entscheiden - auch wenn das kurzfristig höhere Benzinpreise bedeute.

Mieten, Lebensmittel, Benzin – die Preise in den USA explodieren. Selbst mit mehreren Jobs können sich immer mehr Amerikaner den eigenen Alltag kaum noch leisten.

04.11.2026 | 9:26 min

Zahl der Woche: 2.574

So gering ist der aktuelle Stimmenvorsprung des Demokraten Scott Colom im tiefrepublikanischen Mississippi vor der aktuellen Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith.

Noch ist nicht alles ausgezählt, beide Lager bereiten sich auf einen möglichen Rechtsstreit vor. Ein Sieg wäre historisch: Seit 1982 hat Mississippi keinen Demokraten mehr in den US-Senat gewählt. Und das in einem Bundesstaat, den Trump 2024 noch mit rund 23 Prozentpunkten Vorsprung gewann.

Unser Podcast diese Woche

Wie verschieben sich die Machtverhältnisse in Washington - und wie kann der Präsident trotzdem weiterregieren? Die Antworten gibt’s in unserer aktuellen Podcastfolge.

04.11.2026 | 47:23 min

So deutlich das Wahlergebnis auch ist: Wie viel sich dadurch tatsächlich verändert, werden erst die kommenden Wochen zeigen. Wir behalten für Sie im Blick, wie Trump auf die neuen Machtverhältnisse reagiert - in Washington und auf der internationalen Bühne.

Viele Grüße

Katrin Eigendorf und die auslandsjournal-Redaktion

Über dieses Thema berichtete das ZDF im Podcast "Der Trump-Effekt" am 04.11.2026 um 13:30 Uhr.

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