iPhone Duo: Produktion des Apple-Foldables läuft angeblich schleppend an
Zwei Fragen umgeben den Verkaufsstart des iPhone Duo im Oktober: Wie groß ist die tatsächliche Nachfrage? Und wie gut kann Apple liefern? Einem Bericht des chinesischen Wirtschaftsmagazins Jiemian News zufolge läuft die Produktion des ersten Foldables von Apple schleppender an als erwartet. Folglich könnte zum Marktstart nur eine geringere Zahl von Geräten zur Verfügung stehen. Apple hat sich dazu bislang nicht geäußert, alle Angaben stammen von anonymen Quellen aus dem Umfeld der Lieferkette.
Gerüchte, dass die Fertigung des komplexen Modells Apple und seine Zulieferer vor Herausforderungen stellt, kursieren schon seit Jahren. Apple tritt zwar Jahre nach Mitbewerbern wie Samsung in den Markt der Foldables ein, will ihn aber in einer Größenordnung hochskalieren, die Foldables anderer Hersteller bislang nicht erreichten: Laut Omdia machten Faltbare 2025 nur rund 1,4 Prozent des weltweiten Smartphonemarkts aus. Jiemian zufolge liegt das Bestell- bzw. Vorratsziel für dieses Jahr bei sechs bis acht Millionen Geräten. Als Absatzvorgabe nennt eine Quelle mehr als fünf Millionen Geräte. Das entspräche einem Marktanteil von rund einem Viertel, gemessen am Weltmarkt der Foldables im Jahr 2025.
Worauf die Lieferkette hofft
Anonymen Quellen aus der Foxconn-Lieferkette zufolge lag die Ausbeute (Yield) bei der Endmontage des iPhone Duo zuletzt bei nur gut 60 Prozent. Foxconn könne demnach nur diesen Anteil der produzierten Geräte als brauchbar für Apple einstufen. Wenn Apple an seinen aktuellen Qualitätsmaßstäben festhalte, könne es noch sechs bis zwölf Monate dauern, bis die Ausbeute ein übliches Niveau erreiche. Bereits Anfang September hatte ein Nikkei-Bericht über eine schleppend anlaufende Produktion des Foldables berichtet, laut dem täglich nur wenige Hundert Geräte vom Band liefen. Die Lieferkette warte laut Jiemian darauf, ob Apple seine Qualitätsanforderungen lockert. Nur dann sei ein schnellerer Hochlauf möglich. Jiemian nennt die Anforderungen nicht genauer. Laut Nikkei hakte es vor allem an der Flachheit des Displays und der Haltbarkeit des Scharniers.
Vorbestellungen für das iPhone Duo sind ab dem 16. Oktober möglich, der Marktstart ist für den 23. Oktober vorgesehen. Apple lässt sich damit deutlich mehr Zeit zwischen der Vorstellung des Foldables am 9. September und den Terminen im Oktober als bei den Pro-Modellen: Das iPhone 18 Pro und Pro Max ließen sich bereits drei Tage nach der Präsentation vorbestellen und kamen neun Tage danach in den Handel. Zudem werden die Pro-Modelle laut Jiemian in deutlich höheren Stückzahlen produziert.
Wo es in der Produktion angeblich hakt
Dass Apple sich Zeit lässt, hängt dem Bericht zufolge auch mit Verzögerungen bei den Zulieferern zusammen. Das Falt-OLED-Display kommt von Samsung Display und hatte laut den Quellen ebenfalls eine zu geringe Ausbeute und wurde verspätet geliefert. Ähnliche Probleme gab es bei Scharnierteilen. Apple habe zunächst Flüssigmetall für einzelne Teile getestet, das Konzept vor der Serienfertigung aber noch einmal neu bewertet.
Mit der Displayfalte soll Apple laut Jiemian noch nicht vollends zufrieden sein. Auf sie richtete sich viel Aufmerksamkeit, als Medienvertreter und Influencer das Duo nach der Präsentation erstmals in die Hand nehmen konnten. In unserem eigenen Hands-on mit dem iPhone Duo zeigte sich: Die matte Nanotextur-Oberfläche kaschiert die Falte geschickt,
Unbekannte Größe: Die Nachfrage
Wie schwer die möglicherweise eingeschränkte Verfügbarkeit zum Marktstart wiegt, hängt auch von der Nachfrage ab. Der Preis dürfte manche abschrecken: Das Duo startet in Deutschland bei 2299 Euro (256 GByte). Zudem steht das Duo dem iPhone 18 Pro bei den Kameras nach, denn ein Teleobjektiv fehlt. Statt Face ID gibt es Touch ID. Andererseits zeigte die Vision Pro 2024, dass neue Produktkategorien bei Apple selbst bei sehr hohen Preisen anfangs große Nachfrage auslösen können, auch wenn sich dieser Effekt bei der Vision Pro später abschwächte. Der Wunsch, ein neues Gerät als Erster zu besitzen, könnte zu Wartezeiten führen, die rasch ins nächste Jahr reichen. Zusätzliches Interesse könnte in den kommenden Jahren auch die von Bloomberg-Reporter Mark Gurman erwartete Foldable-Familie mit größeren und günstigeren Varianten wecken.
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