CDU-Politiker im ntv Frühstart : Unions-Fraktionschef Frei: Frau als Bundespräsidentin wäre gut

CDU-Politiker im ntv Frühstart Unions-Fraktionschef Frei: Frau als Bundespräsidentin wäre gut
28.10.2026, 10:53 Uhr
Führende Koalitionspolitiker wollen eine Frau im höchsten Staatsamt sehen. Der Unions-Fraktionsvorsitzende Frei auch. Er fordert zudem Tempo bei den Reformen.
Unions-Fraktionschef Thorsten Frei hat sich für eine Frau als künftige Bundespräsidentin ausgesprochen. Er halte zwar nicht viel von Quotendiskussionen und davon, eine Hälfte der Bevölkerung von vorneherein auszuschließen, so der CDU-Politiker im ntv Frühstart. "Aber es spricht sehr viel dafür, dass die nächste Bundespräsidentin eine Frau wird. Und ich persönlich würde das auch gut finden." Eine schnelle Entscheidung hält er nicht für nötig, da die Bundesversammlung erst am 30. Januar zusammentrete. "Deswegen stehen wir auch überhaupt nicht unter Zeitdruck."
Angesprochen auf eine mögliche Kandidatur der hessischen CDU-Fraktionschefin Ines Claus sagte Frei: "Ich will bei diesem Namedropping nicht mitmachen, weil uns das nicht weiterhilft in der jetzigen Situation." Es gebe sehr gute Kandidatinnen, die derzeit diskutiert würden. "Und deswegen glaube ich, die Parteivorsitzenden werden zur richtigen Zeit einen guten Vorschlag machen." Sie würden dann mit der SPD sprechen und "auch darüber hinaus" eine möglichst breite Mehrheit gewährleisten.
Einen Anspruch seiner Partei auf das Amt wollte der CDU-Politiker auf Nachfrage nicht erheben. "Am Ende geht es darum, dass man die bestmögliche Kandidatin für diese herausfordernde Aufgabe findet." Die nächsten Jahre dürften kompliziert und schwierig für die Gesellschaft insgesamt werden, so Frei. "Da mag die Rolle der Bundespräsidentin des Bundespräsidenten noch bedeutungsvoller werden."
Rentenreform lässt auf sich warten
In der Diskussion um die Reformpläne der Bundesregierung sprach sich Fraktionschef Frei für ein höheres Tempo aus. Die Beschlüsse aus dem Koalitionsausschuss im Juli müssten schnell umgesetzt werden. Die Reformvorhaben seien entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes. Frei erwartet von SPD-Arbeitsminister Alexander Schweitzer, bald den Gesetzentwurf zur Rentenreform vorzulegen. "Wir brauchen das so schnell wie möglich", sagte Frei. Man habe keine Zeit zu verlieren, tue dies aber auch nicht. Schweitzer und die Bundesregierung arbeiteten mit Hochdruck. "Deswegen darf man jetzt da auch nicht nervös werden."
Weitere Entlastungen der Bürger hält Frei nur dann für möglich, wenn das Geld dafür ist. Man stecke mitten in den Haushaltsberatungen. "Und wir haben die Zielsetzung, dass die kalte Progression für das kommende Jahr vollständig ausgeglichen wird und nicht nur teilweise. Und wir haben auch das Ziel, die Stromsteuer zu senken, auf das europarechtliche Minimum." Dies sei im Koalitionsvertrag vereinbart. "Wenn es dafür die Spielräume gibt, dann wollen wir die auch nutzen."
Frei schränkte allerdings ein, dass die in der Steuerschätzung vorhergesagten zusätzlichen Einnahmen nicht zwangsläufig neuen Spielraum ergäben. "Die Idee, dass es viel zu verteilen gäbe seitens des Staates, ist keine sehr vernünftige." Man wolle maximale Entlastung erreichen, diese aber müssten verantwortbar sein. "Entlastungen auf Pump, also Entlastungen, die zukünftige Generationen bezahlen, das wäre nicht zielführend."
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