«Bin offen»: Remo Forrer spricht erstmals über seine Sexualität

- Der Schweizer Sänger Remo Forrer (25) spricht im Podcast «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» über seine Sexualität.
- Er hatte Erfahrungen mit Männern und Frauen und wählt keinen Begriff für seine Orientierung.
- Ein klassisches Coming-out braucht es für ihn nicht, doch er will nicht lügen und geht heute entspannter damit um.
Der Schweizer Sänger Remo Forrer spricht im Podcast «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» offen wie nie über sein Liebesleben und seine Sexualität. Der 25-Jährige erzählt, dass er Erfahrungen mit Männern und Frauen gemacht habe – und dass es für ihn ein langer Prozess gewesen sei, sich selbst besser kennenzulernen.
«Ich bin da grundsätzlich sehr offen unterwegs», sagt Forrer im Gespräch mit Jonathan «Jontsch» Schächter. Einen konkreten Begriff für seine sexuelle Orientierung wählt der «Watergun»-Sänger nicht. Vielmehr betont er, dass er sich früher Antworten gewünscht hätte. Er habe das Gefühl gehabt, sich für eine Seite entscheiden zu müssen. «Das war ein langer Struggle für mich.»
Aufgewachsen sei er in einer Umgebung, in der das Thema ein Tabu gewesen sei. Dass er sich damit auseinandersetzen müsse, habe er schon in seiner Jugend gespürt. «Du merkst es schon, aber du willst es vielleicht auch noch nicht so richtig», sagt Forrer. Vielleicht akzeptiere man einen Teil von sich noch nicht oder habe Angst davor, was passieren könnte, wenn man ihn zulasse.
Familie nahm Beziehung zu Mann «völlig easy» auf
Seine Teilnahme am Eurovision Song Contest sei für ihn kein erster Auslöser gewesen, aber ein wichtiger Augenöffner, wie er Jontsch erzählt. Dort habe er erlebt, dass ihn seine Sexualität nicht belasten müsse. Zu diesem Zeitpunkt hätten selbst Freunde und Familie noch nicht gewusst, dass ihn Männer und Frauen interessieren.
Forrer erzählt auch von einer früheren Beziehung mit einem Mann, die erst vor Kurzem geendet habe. Seine Eltern hätten darauf «mega» reagiert und die Beziehung «völlig easy» aufgenommen. Trotzdem sei die Angst vor möglichen Reaktionen für ihn da gewesen. «Es ist logisch, dass man Angst vor der Reaktion hat», sagt er.
Remo Forrer ist nun lockerer und gelöster
Dass er nun so ausführlich darüber spricht, bezeichnet Forrer als Premiere. Anfragen zu dem Thema habe es zwar schon viele gegeben. Ein klassisches Coming-out brauche es für ihn aber nicht: «Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig für das, was ich mache.» Er wolle in erster Linie für seine Musik und die Geschichten, die er darin erzähle, bekannt sein. Seine Sexualität sei aber ein Teil von ihm – deshalb dürfe sie in einem Gespräch über sein Leben auch Platz haben. «Lügen will ich auch nicht.»
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Heute gehe er deutlich entspannter mit dem Thema um. Je mehr Drama er daraus gemacht habe, desto komplizierter sei alles geworden, sagt Forrer. Offenheit habe ihm geholfen, sich nicht mehr hinter einer Fassade verstecken zu müssen. Auch Menschen in seinem Umfeld hätten ihm zurückgemeldet, dass er lockerer und gelöster wirke.
Beziehungspläne macht sich der Sänger derzeit keine. Auf die Frage, ob er auch für eine Beziehung mit einer Frau offen wäre, sagt Forrer: «Ich nehme mir das gar nicht vor. Ich lebe einfach und mache mein Ding.»
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Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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