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Friday, November 6, 2026

Deutschland will Manipulation von Satellitennavigation etwas entgegensetzen

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Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit hat gemeinsam mit dem Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die ECHIS Challenge (Electromagnetic Counter-measures against Hostile Interference and Spoofing) aufgelegt. Gesucht werden Techniken, um Manipulationen an der Satellitennavigation zu entdecken und gegnerische Systeme zu beeinträchtigen.

Global Navigation Satellite Systems (GNSS) wie das US-amerikanische GPS, das europäische Galileo, das russische Glonass und das chinesische Beidou liefern nicht nur Positionsdaten, sondern auch hochpräzise Zeitinformationen. Sie unterstützen Navigation, Lagebilder und die Synchronisierung vernetzter Systeme.

Die gezielte Manipulation der Signale von Satellitennavigation kann militärische Operationen erheblich beeinträchtigen. Das macht diese Systeme zum Ziel der sogenannten Navigation Warfare (NAVWAR).

Die ECHIS Challenge konzentriert sich auf zwei zentrale Fähigkeitsbereiche. Zum einen sollen Technologien gegnerische GNSS-Manipulationen entdecken, zum anderen geht es um Fähigkeiten für eigene Stör- und Täuschmaßnahmen.

Der Wettbewerb ist technologieoffen. Gesucht werden Forschungsansätze aus Sensorik, Signalverarbeitung sowie Hard- und Softwareentwicklung. Auch einzelne Komponenten und integrierte Systemlösungen können eingereicht werden. Entscheidend sind Innovation, operative Relevanz und technische Realisierbarkeit. Die Partner verbinden Forschung mit militärischen Anforderungen.

Bis zu sechs ausgewählte Teams können ihre Konzepte in einer finanzierten Entwicklungsphase zu funktionsfähigen Prototypen ausarbeiten. Dafür erhalten sie je 40.000 Euro Forschungs- und Entwicklungsbudget. Die drei besten Lösungen werden zusätzlich mit Innovationsprämien von 100.000, 50.000 und 30.000 Euro ausgezeichnet. Insgesamt stehen bis zu 420.000 Euro bereit.

Im September 2027 sollen die Prototypen unter realitätsnahen Bedingungen auf einem deutschen Testgelände erprobt werden. Kurzkonzepte können bis zum 8. Januar eingereicht werden. Teilnehmen können Startups, größere Firmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Ergebnisse sollen später in militärische Anwendungen einfließen und die Widerstandsfähigkeit eigener Systeme erhöhen.

Die Zahl der Navigationsstörungen in Europa nimmt zu. Besonders betroffen ist das Baltikum. Litauen etwa warnt die EU vor massiven GPS-Störungen, die in den an Russland grenzenden Ländern inzwischen zum Alltag gehören. Die litauische Regulierungsbehörde RRT registrierte allein im August 2025 mehr als 1000 litauische Flugzeuge und 33 Schiffe, deren Navigationssysteme durch Signalstörungen beeinträchtigt wurden. Selbst das Flugzeug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war betroffen.

Dabei kommen zwei Angriffsmethoden zum Einsatz. Beim Jamming wird das schwache Satellitensignal durch ein stärkeres Störsignal auf derselben Frequenz überlagert und blockiert. Der Empfänger verliert dadurch seine Orientierung. Beim GNSS-Spoofing werden gefälschte Signale ausgesendet, die falsche Positions- oder Zeitinformationen vortäuschen.

Die NATO-Frontstaaten befürchten eine weitere Eskalation. Russland investiert Berichten zufolge verstärkt in Technologien zur elektronischen Kampfführung. Daten litauischer Behörden dokumentieren eine deutliche Zunahme von Spoofing-Quellen aus der russischen Exklave Kaliningrad: Ihre Reichweite beträgt bis zu 400 Kilometer.

Auch über der östlichen Ostsee werden seit Ende 2023 wiederholt Navigationsstörungen beobachtet. Einer Studie polnischer Forscher zufolge sind daran auch Schiffe in der Region beteiligt. Ferner befindet sich nach Erkenntnissen von Analysten im früheren Königsberg eine als „Baltic Jammer“ bezeichnete Störanlage, die auf den zivilen und militärischen Flugverkehr ausgerichtet ist.

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