Experte: Auswirkungen auf Ukraine-Krieg "minimal"
Der Zeitpunkt, über einen Energie-Waffenstillstand zu verhandeln, sei für die Ukraine jetzt, sagt Militärexperte Lange. Es sei sonst unwahrscheinlich, dass noch eine Vereinbarung zustande komme.
05.11.2026 | 24:36 minDie Niederlage der Republikaner bei den Midterms hat Präsident Donald Trump zwar geschwächt. Doch die Auswirkungen der US-Wahlen seien "für die Ukraine selbst eigentlich minimal", meint Sicherheitsexperte Nico Lange.
Im Interview mit ZDFheute live analysiert er, welche Folgen Trumps Kurs für die Ukraine hat und was der Ausgang der Midterms an der US-Außenpolitik ändern könnte.
Sehen Sie oben das Gespräch in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Nico Lange zu …
… den Auswirkungen der Midterms auf den Ukraine-Krieg
Die jüngsten Wahlerfolge der Demokraten änderten zunächst nichts an den außenpolitischen Entscheidungen der US-Regierung. "Die Frage der Verhandlungen oder der Versuche von Gesprächen liegt weiter in der Hand des Präsidenten, des Außenministers und der vom Präsidenten beauftragten Sondergesandten Witkoff und Kushner", so Lange. Mit Blick auf die Waffenlieferungen an die Ukraine bedeute das:
Alles, was aus Amerika kommt, wird von den Europäern bezahlt.
Nico Lange, Sicherheitsexperte
Trotz der neu gewonnenen Macht im Kongress könnten die Demokraten keine Zahlungen an die Ukraine erzwingen. Neue Unterstützungsinitiativen lägen weiterhin beim Präsidenten und der Regierung.
Veränderungen erwartet Lange nur "bei ganz großen Dingen". Das betreffe "Fragen von Krieg und Frieden" oder etwa den immer wieder angedrohten Austritt aus der Nato. Dafür brauche es die Mitwirkung des Kongresses.
US-Präsident Trump kündigt nach einem Treffen mit einem russischen Unterhändler ein Abkommen zum Ukraine-Krieg an. Es könne ganz Europa betreffen. Details nennt er nicht.
06.11.2026 | 0:44 min… dem geplanten Treffen in Abu Dhabi
Im Vorfeld der geplanten trilateralen Gespräche in Abu Dhabi stünden zwei Themen im Vordergrund. Zum einen ginge es bei dem Treffen um den "sogenannten Energiewaffenstillstand", also darum, "dass man mit Fernwaffen nicht mehr gegenseitig die Energieinfrastrukturen und die Infrastrukturen angreift", erklärt Lange.
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Zum anderen liege der Fokus auf einem möglichen Waffenstillstand, der Transporte im Schwarzen Meer ermöglichen solle. Die Ukraine habe seit einiger Zeit keine Möglichkeiten mehr, ihr Getreide und andere Lebensmittel zu exportieren, so der Sicherheitsexperte. Sogar Hungersnöte seien zu befürchten. Trotzdem zeigt sich Lange mit Blick auf das Treffen amerikanischer, russischer und ukrainischer Delegierter wenig optimistisch.
Ich habe sehr geringe Erwartungen.
Nico Lange, Sicherheitsexperte
"Russland scheint sich da Zeit zu lassen" und wolle "erstmal in der Ukraine noch ganz große Zerstörung" anrichten. Außerdem würde ein möglicher Energiewaffenstillstand nur vereinbart, wenn die Ukraine Russland mit Angriffen "wehtut". Das passiere zum Beispiel mit Attacken auf Raffinerien. Kiew sei sich bewusst: "Da muss jetzt eine Vereinbarung her." Hintergrund seien die schwächelnde Wirtschaft und die zerstörte Infrastruktur.
Es habe Unmengen von russischen Angriffen auch mit Jet-Drohnen aus der Luft gegeben, berichtet ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh. Damit sei das ukrainische Militär überfordert gewesen.
05.11.2026 | 9:03 min… dem Diesel-Deal zwischen Moskau und Washington
Durch einen zuletzt beschlossenen Diesel-Deal mit Russland hätten die USA die Verhandlungsposition der Ukraine geschwächt - und das "ohne Not", sagt Lange. Denn die vereinbarten Mengen seien zu gering gewesen, um die Preise tatsächlich beeinflussen zu können.
Die USA haben nie Diesel gebraucht.
Nico Lange, Sicherheitsexperte
Die Vereinigten Staaten produzierten ausreichend Diesel. Dennoch sei die Preisbildung dort von den Weltmarktpreisen abhängig, erklärt er und zieht den Schluss: "Weltweit gibt es eine Knappheit und deswegen diese hohen Preise."
Das Interview führte Barbara Parente für ZDFheute live. Zusammengefasst haben es Paul Herweh und Merit Tschurer.
Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 05.11.2026 ab 19:30 Uhr.
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