Undav vs. Woltemade: In diesen Widerspruch verstrickt sich Klopp mit Stürmer-Aussagen

In diesen Widerspruch verstrickt sich Klopp mit Stürmer-Aussagen
Von David Bedürftig
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17.09.2026 | 14:53 Uhr
Jürgen Klopp erklärt seine Nichtnominierung von Deniz Undav - doch die Aussagen des Bundestrainers sorgen für einen Widerspruch. Dass stattdessen Nick Woltemade im DFB-Team steht, ist ein merkwürdiges Zeichen.
Deutschlands Stürmer mit der besten Trefferquote in der Nationalelf muss zu Hause bleiben. Obwohl Jürgen Klopp 44 Profis, darunter 16 ohne Länderspiel, beruft, nominiert der Bundestrainer Fan-Liebling Deniz Undav nicht. Was ist da passiert?
Auf der Pressekonferenz bei der Kaderbekanntgabe erklärt sich Klopp, sagt er habe dem Stuttgarter genau erklärt, warum er ihn aktuell nicht in der DFB-Auswahl sieht. Den Medienschaffenden und der Öffentlichkeit teilt der Bundestrainer dann mit: "Deniz hat bisher seine Probleme, er hat noch nicht so richtig in die Saison reingefunden. Ich wollte mich hier für vier Stürmer entscheiden und habe mich für die anderen entschieden."
Doch hier verstrickt sich Klopp in einen Widerspruch. Die beiden Frankfurter Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt treffen in dieser Saison bereits beeindruckend und auch Kai Havertz liefert beim FC Arsenal ab, aber Stürmer Nummer vier heißt Nick Woltemade und der kommt bei Juventus Turin genauso wenig in Form wie zuletzt in England.
Vier Vorlagen gegenüber null Vorlagen
Anders als Woltemade ist Undav in seinem Verein absoluter Führungsspieler. Seit dieser Saison sogar Kapitän. Er übernimmt also weitaus mehr Aufgaben als das Toreschießen. Natürlich werden Stürmer an ihren Toren gemessen und Undav, der auch an Wehwehchen mit der Achillessehne laboriert, ist in der neuen Spielzeit noch keines gelungen. Allerdings bereitete der 30-Jährige wettbewerbsübergreifend in fünf Spielen schon vier Tore vor. Sind das wirklich "Probleme"?
Von solchen Statistiken kann Woltemade, der auch seit seinem Wechsel zu Juventus Turin in der Presse viel kritisiert wird, derzeit nur träumen. Er steht bei null Toren und null Vorlagen. In seinen ersten beiden Partien für die Alte Dame durfte er einmal 14 und einmal 30 ran.
In der vergangenen Bundesligasaison war Undav der beste Stürmer hinter Harry Kane. Vor und bei der WM (mit drei Treffern war er mit Kai Havertz Deutschlands bester Torschütze beim Turnier im Sommer, obwohl er meist von der Bank kam) traf er verlässlich für den DFB, seine grandiose Quote in der Nationalelf spricht für sich: Neun Tore in nur 13 Länderspielen.
Undav nicht mal als Edeljoker?
Reinkommen, Tore machen: Dass Undav das kann, hat er mit Nachdruck bewiesen. Doch nicht mal als Edeljoker will Klopp den Stuttgarter nun dabei haben? Vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao hatte sich Klopp, damals tätig als TV-Experte, noch Undav in die Startelf gewünscht. Was ist passiert?
Jürgen Klopp setzt auf Leistung. Eigentlich. Und auf das Feuer in den Spielern. Für die Nationalelf brennen sollen sie, auf dem Platz für den DFB noch mal ein bisschen mehr über sich hinauswachsen als sonst schon. Tut Undav das etwa nicht? Gerade er reißt eigentlich die Fans mit, weil er sich immer voll reinhaut.

Möglicherweise möchte Klopp einen großgewachsenen Mittelstürmer in den Reihen wissen. Dass er Woltemade wegen eines Spielertyps ausgewählt hat, sagt er jedoch nicht. Auch Niclas Füllkrug, der nach der erfolgreichen EM 2024 oft verletzt war, vor der WM aussortiert wurde und nun bei Werder Bremen zu alter Stärke (zwei Bundesligatore, ein Hockey-Assist) zu finden scheint, käme als kopfballstarke Nummer 9 infrage. Allerdings ist Füllkrug mit seinen 33 Jahren kein Mann für die Zukunft und Klopp wohl zu alt.
Für Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß bleibt es nur "eine Frage der Zeit", bis Undav für die Nationalmannschaft wieder infrage käme, sagt er nach der DFB-Nominierung: "Er wird da ganz schnell wieder in den Fokus rücken." Natürlich ist die Tür für Undav nicht zu, auch das betont Klopp auf der Pressekonferenz. Aber ein merkwürdiges Zeichen gegen den Stuttgarter setzt der Bundestrainer mit der Nicht-Nominierung dennoch.
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